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Dodge Meadowbrook 1950 von Classic Metal Works

Text und Bilder von Matthias Hennies     Bilder durch Anklicken vergrößern. Zur Kontaktaufnahme den Namen des Autoren anklicken.
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Nein, dieser Wagen war kein Herausforderer. Der Dodge Challenger, zu deutsch eben jenes, kam erst zwanzig Jahre später. Auf den ersten Blick wundert man sich sogar, dass Classic Metal Works den unauffälligen „Meadowbrook“ überhaupt als Vorbild für das erste neue PKW-Modell seit langem ausgewählt hat: Einen durchschnittlichen Wagen der frühen fünfziger Jahre, rundlich und hoch, schwergewichtig und voluminös. Doch das Vorbild passt gut in die Modellpalette des Hauses, in der die Epoche schon durch den Chevrolet Fleetline und den bizarren Hudson Hornet vertreten ist. Allerdings mag man die älteren Metall-Modelle gar nicht neben den „Meadowbrook“ stellen. Dieser Dodge mit seiner fein detaillierten Karosserie aus Kunststoff ist so viel besser, der drängt sich in die erste Reihe aller US-Modelle. Man kann andere Typen aus den Jahren um 1950 nehmen, den Chevrolet Bel Air von Woodland und den überarbeiteten Buick von Busch etwa, und merkt: Mit diesem Top-Modell greift CMW die Spitze an. Das hält sogar mit dem Checker Cab von Athearn mit (siehe Fotos)! Der Herausforderer ist in diesem Fall der Hersteller.

Was soll man über das Vorbild noch sagen? Der Autobauer Dodge war in den vierziger und fünfziger Jahren mit seinen Trucks so im Militär-Geschäft engagiert, dass die Personenwagen wie die Stiefkinder der Ingenieure und erst recht der Designer wirkten. 1950 waren gerade einmal drei Typen auf dem Markt, deren klangvolle Namen Meadowbrook, Wayfarer und Coronet das konservative Styling und die mäßige Motorleistung kaschieren mussten. Alle drei wurden mit dem gleichen V6 mit 3,8 Litern Hubraum angeboten, der 103 PS leistete und – wie man im Internet nachlesen kann – offenbar eine „minimale Performance“ auf die Straße brachte. Immerhin scheinen die Wagen so robust gewesen zu sein, wie sie aussehen. Frischer Wind kam erst ab 1953 ins Dodge-Programm, als der Designer Virgil Exner bei der Mutterfirma Chrysler anheuerte und die Konkurrenz mit dem „Jet-Design“ herausforderte: Autos mit großen Heckflossen und Rückleuchten im Stil von Düsentriebwerken. Zeitgleich führte Dodge den ersten Achtzylinder ein, der von Chryslers leistungsstarker Maschine mit hemisphärischem Brennraum abgeleitet war und den hübschen Namen „Red Ram“ trug. Auch die Meadowbrook-Limousinen kamen noch in den Genuss des neuen „Hemi“, wurden 1954 aber eingestellt.

Und damit zurück zum Modell, das im krassen Gegensatz zum unauffälligen Vorbild das bisher beste Produkt des Herstellers darstellt. Schon die letzte Neuheit, der GMC-Bus      mit der glänzenden Alu-Beplankung, war ein Schritt nach vorn, obwohl ihm die Eingangstür fehlt und die Fenster gerade statt schräg stehen. Doch beim Dodge ist die Karosserie feiner graviert, sauberer in schönen, matten Farben lackiert und mit einem bisher unerreichten Maß an Details versehen: Der geschwungene Grill ist durchbrochen gestaltet, besteht also nicht durchgehend aus Chrom wie bei den meisten Konkurrenten. Front- und Rücklichter wurden separat eingesetzt, letztere sind sogar zweifarbig. Blinker hat man gelb, Fensterrahmen vorn und hinten silbern hervorgehoben. Exakte Schriftzüge „Dodge“ und „Meadowbrook“ finden sich vorn, hinten und seitlich. Der verchromte Kofferraum-Griff steht bei meinem Modell leider schief, ist aber ebenfalls separat eingesetzt. Ein Blickfang sind auch die Räder, denn in die vorbild-nahen Radkappen wurde der Schriftzug „Dodge“ eingraviert – das findet man wirklich selten. Außerdem rollt der Wagen auf den mit Profil versehenen Reifen ausgezeichnet, auch weil das Chassis noch immer aus Metall gepresst wird. Gut so! Die Weißwand-Bedruckung der Reifen allerdings ist nicht ganz sauber – und damit wäre ich bei den Kleinigkeiten, die man bemängeln könnte.

Im Vergleich mit Vorbildfotos scheinen mir die Proportionen des Wagens insgesamt gut getroffen. Vielleicht könnte die Haube etwas höher zwischen den Kotflügeln herausragen, auf jeden Fall müssten die beiden Hälften der geteilten Frontscheibe leicht schräg stehen: Das gibt das Modell leider nicht wieder. Schade auch, dass der unterste, dritte Öffnungsschlitz im Grill nicht richtig ausgearbeitet ist. Schließlich wären Außenspiegel das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Aber genug davon, in der wechselvollen Produktion von CMW markiert der Dodge einen Qualitätssprung – der offenbar auch mit einem langwierigen Wechsel des Produzenten in China verbunden war. Bleibt nur zu wünschen, dass der Herausforderer das Niveau hält und sich mit den attraktiven, neu angekündigten Modellen in der ersten Reihe etabliert.

Der 1950 Dodge Meadowbrook von Classic Metal Works ist in vier Farben sowie als Taxi erhältlich:
  • 30225 Dodge Meadowbrook - Cadet Red
  • 30226 Dodge Meadowbrook - Dawn Gray
  • 30227 Dodge Meadowbrook - Island Green
  • 30228 Dodge Meadowbrook - Black
  • 30229 Dodge Meadowbrook - Yellow Taxi Cab


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