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Lexus RX 350 von Ricko

Text von Uli Krillke und Marc Schmidt, Bilder von Marc Schmidt     Bilder durch Anklicken vergrößern. Zur Kontaktaufnahme den Namen des Autoren anklicken.
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Vorbild

Einer der drei weltgrößten Autohersteller zu sein, genügte Toyota Ende der Achtziger nicht mehr. Die Stückzahlen waren gigantisch, und dank hocheffizienter Produktion sprudelten die Gewinne – andere Volumenhersteller, allen voran Volkswagen, konnten nur neidisch schauen. Doch es fehle an Image. Ein Toyota war ein Transportmittel, zuverlässig, brav, staubtrocken und elend langweilig. Nichts, was man mit dem Herzen kaufte. Nichts, für das man schwärmte. Und nichts, wofür man ernsthaft Geld ausgab.

Damit konnte Toyota zwar jungen Neuwagenkäufern den Starlet und als ersten Schritt automobilen Wachstums den Corolla bieten, doch den Sprung zum Carina (so hieß der Avensis damals) und schließlich zum Camry machten längst nicht alle mit. Aufstieg auf vier Rädern bedeutete BMW, Mercedes, ganz allmählich Audi, aber ganz sicher nicht Toyota. Das wollten die Japaner ändern. Dass die vorhandene Marke das nicht hergeben würde, war klar – etwas Neues musste her. Honda hatte es kurz zuvor mit dem amerikanischen Edel-Ableger Acura vorgemacht, Nissan nannte die Premium-Marke Infiniti, und bei Mazda hießen die Topmodelle Amati (USA) bzw. Xedos (Europa). Lexus, sprachlich nahe genug an Luxus und damit ziemlich eindeutig positioniert, war Toyotas Lösung. Die Amerikaner bissen an. Der Lexus LS 400, 1989 in den USA eingeführt, konnte all das, was eine Mercedes S-Klasse konnte. Und ein bisschen mehr: ein extrem laufruhiger V8, kaum hörbare Fahrgeräusche und exzellente Zuverlässigkeit machten die Luxuslimousine zum Erfolgsmodell, unterstützt durch Preise, die die Konkurrenz alt aussehen ließ. Das konservative Design störte in den USA niemanden.

Mit dem Camry-Derivat ES 250 und dem Luxuscoupé SC 400 erweiterten die Japaner rasch das Programm. 1993 kam der GS 300 dazu, eine durchaus sportliche Limousine, die sich zwischen 5er BMW und Mercedes E-Klasse einordnete. Und 1996 erschien der erste Geländewagen der Marke, der vom Toyota Land Cruiser abgeleitete Lexus LX 450. Zwei Jahre später folgten der Mittelklasse-Lexus IS 300, frontal auf den BMW 3er ausgerichtet, und das sechszylindrige Luxus-SUV RX 300, in Japan als Toyota Harrier bekannt: Allradantrieb, aber PKW-hafte Formensprache mit vergleichsweise schrägem Heck und vor allem PKW-ähnliches Fahrverhalten bedeuteten Neuland – und kamen im SUV-verliebten Amerika blendend an.

Schon 2003 erschien die zweite Generation des Lexus SUV, mit mehr Hubraum und Leistung in den USA nun als RX 330 vermarktet (3,3 Liter, 225 PS), in Europa hingegen mit dem bekannten Dreiliter-V6 als RX 300 (204 PS) im Angebot. Optisch bewies der neue RX Wiedererkennungswert, setzte sich mit deutlich flacherem Heck und schräger gestellter Front andererseits aber auch deutlich vom Vorgänger ab: Dieses SUV betont ganz eindeutig die sportliche Komponente. Und dann war da noch der RX 400h – 3,3 Liter Hubraum, sechs Zylinder und zwei Elektromotoren sollten V8-Power bei V6-Verbauch erreichen. In den USA ging das Hybrid-Konzept auf, in der alten Welt blieb der Diesel (den der RX nicht bot und nicht bietet) erste Wahl. Im Rahmen des Mini-Facelifts 2007 löste der 270 PS starke RX 350 den 300 / 330 ab, der RX 400h blieb als Topmodell unverändert im Programm.

Für das Modelljahr 2010 entwickelte Lexus bereits die dritte komplett neue RX-Generation, wiederum als RX 350-Benziner (277 PS) und RX 400h-Hybrid (300 PS), die das Stylingthema des Vorgängers aufnimmt und zuspitzt – und die Erfolgsgeschichte mit Sicherheit fortschreiben wird.

Modell

Das in drei Farben angebotene Modell des RX 350 des Modelljahrs 2008 (also nach dem dezenten Facelift) kommt in der üblichen Ricko-Verpackung daher, also mit Vitrinchen und blauem Umkarton. Der verchromte Kühlergrill lag beim Besprechungsmodell lose in der Kunststoff-Vitrine, ließ sich aber leicht an den ihm zugedachten Platz fügen. Doch hier setzt die erste (kleine, da leicht behebbare) Kritik ein, denn der Grill hätte ein wenig Mattschwarz vertragen können, um die senkrechten, sehr markanten Rippen noch etwas deutlicher darzustellen. Wohlgemerkt, das ist Jammern auf sehr, sehr hohem Niveau, denn der empfohlene Verkaufspreis von 12,95 Euro ist sicherlich gerechtfertigt.

Was fällt sonst auf? Glasklar eingesetzte Front- und Rückleuchten, die im Falle der Rückleuchten im äußeren Bereich auch noch farblich (Blinker?) abgesetzt sind. Dass das Kennzeichenfeld vorne dem europäischen Standart angepasst scheint, während es hinten sehr amerikanisch wirkt, verwundert ein wenig. Die Drucke sind lupenrein aufgebracht, was etwa an den schwarz abgesetzten Scheibenwaschdüsen auf der Fronthaube deutlich wird. Auch die feinen schwarzen Gummileisten entlang der Dachkanten sind liebevoll umgesetzt. Die kleine Antenne hinten rechts auf dem Dach zeigt Rickos Liebe zum Detail.

Die Felgen sind mattverchromt dargestellt, was an sich recht gut wirkt; auch wenn der Hochglanz sich in Grenzen hält, hätte ich mir hier durchaus eine bessere „Leichtmetall-Optik“ vorstellen können. Gegenüber den vollverchromten Ricko-Radsätzen der Vergangenheit ist diese Lösung jedoch ein riesiger Fortschritt. Dass die Räder einen Zoll größer ausfallen dürften, gilt indes nach wie vor. Außerdem sollten die Rückspiegel auf der Spiegelfläche verchromt sein – leider nicht beim mir vorliegenden Modell, was sich durch den Einsatz von Bare Metal Foil leicht beheben ließ. Ein Einzelfall, wie die Reaktionen im Forum zeigten; Serienstand sind verchromte Spiegel. Die B- und die C-Säulen sind glänzend schwarz lackiert, was durchaus dem Vorbild entspricht, wenn auch ungewöhnlich wirkt – dem Modell tut es freilich keinerlei Abbruch. Der Spoiler über der Heckscheibe, der im Modell in glänzendem Schwarz lackiert ist, ließ mich zunächst aufmerken – im Original sieht man ihn in Deutschland oft in Wagenfarbe; das kleine Facelift, das der neue Motor im RX 350 mit sich brachte, ging aber mit einem geschwärzten Bauteil einher. Passt also.

Damit bietet der Lexus RX 350 für einen erschwinglichen Preis ein Modell, das Schwächen nur in wenigen Details hat (größere Felgen sind ein beständiger Wunsch an Ricko), die aber den insgesamt hervorragenden Eindruck nicht nennenswert schmälern! Dieser SUV dürfte kein Fehlkauf sein – zumal er die klaffende Lücke moderner japanischer Automobile im Maßstab 1:87 füllt.

Der Lexus RX 350 ist in drei Farben erhältlich:
  • 98 38118 – Lexus RX 350, silbermetallic
  • 98 38218 – Lexus RX 350, schwarzmetallic
  • 98 38318 – Lexus RX 350, perlmuttweißmetallic
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