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Maybach SW 35 (1935) von Ricko

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Das Vorbild:

Zur Geschichte der Marke Maybach hat Andreas Kaluzny in seiner Besprechung des Maybach Zeppelin      schon einiges geschrieben. 1933/34 erholte sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland wieder. Zugleich machte die Motoren- und Fahrwerkstechnik große Fortschritte, und der Fernstraßenbau (Autobahnen) begann. Als Ergebnis dieser Entwicklungen wurde 1935 ein neuer, hochmoderner sogenannter Schwingachs-Wagen (SW) mit 3,5 Litern Hubraum (35) vorgestellt. „Schwingachse“ deshalb, weil auch die Hinterräder einzeln aufgehängt waren. Um aus dem Werbeprospekt zu zitieren: „Nur dann kann ein Wagen Anspruch erheben, zweckmäßiges Fahrzeug zu sein, wenn er sich sowohl auf dem bisherigen Straßennetz als auch auf den kommenden Autobahnen bewährt. Der neue Maybach Typ SW 35 wird diesen beiden gewiss unterschiedlichen Anforderungen vollauf gerecht werden.“ Bereits 1936 folgte der SW 38 mit vergrößertem Hubraum, 1939 der SW 42.

Die wichtigsten technischen Daten: Sechszylinder-Reihenmotor mit 3,5 Litern Hubraum und 140 PS, Höchstgeschwindigkeit bis zu 160 km/h (je nach Karosserie), Länge bis zu 4,90 Meter, Verbrauch 17 l/100km, Preis 13.500 RM nur für das Fahrgestell.

Das Modell:

Die Ricko-Oldtimer sind für mich (bis auf ganz wenige Ausnahmen) die besten 1:87-Modelle am Markt; darüber hinaus sind auch noch preis-wert! So ist auch diesmal wieder (fast) alles vom Feinsten: Filigrane Anbauteile, zum Teil fotogeätzt, saubere Lackierung und Bedruckung, und sogar die Firmenembleme auf den Radkappen sind vorhanden. Lediglich die Reifen sind – rickotypisch – wieder einmal viel zu schmal. Und noch ein dickes Aber habe ich gefunden: Der SW 35 ist ja eigentlich der „kleine“ Maybach. Busch schreibt auf seiner Webseite: „In seinen äußeren Ausmaßen wesentlich bescheidener als die bisherigen Maybachtypen…“

Warum aber ist das Modell dann fast genau so lang wie der DS8 (62 mm zu 64 mm)? Wenn ich die im Internet gefundenen Maße umrechne, dürfte der SW 35 nur 56 mm lang sein. Ich mag`s kaum glauben – hat sich Ricko wirklich so vertan? Oder gibt es doch eine Karosserievariante, die ich nicht gefunden habe? Laut Gloor, Klassische Wagen 1919-1935 gab es den SW 35 mit 3,10 und 3,50 Metern Radstand; das Ricko-Modell kommt auf exakt 3,50 Meter. Von Ricko erreichte uns der Hinweis, dass man sich sehr exakt am Vorbild aus dem Auto & Technik Museum Sinsheim      orientiert habe. Was lag also näher, als dort direkt nachzufragen? Die Antwort: Der Sinsheimer SW 35 ist 5,05 Meter lang. Umgerechnet in unseren Maßstab wären das 58 mm – und damit ist das Ricko-Modell zwar eine Langausführung des SW 35 (der Radstand stimmt), aber doch 3-4 mm (25-35 cm im Original) zu lang, im günstigsten Fall "nur" durch zu weit abstehende Stoßstangen. Schade.

Fazit:

Bis auf die Längenfrage ein überzeugendes Modell, das sich auch im Kreis seiner Markenkollegen – letztes Bild von links: DS8 Zeppelin von Ricko und Metal87, rechts Exelero von Schuco – nicht zu verstecken braucht.
  • 98 38050 Maybach Typ SW 35, rot/schwarz
  • 98 38150 Maybach Typ SW 35, elfenbein/schwarz
  • 98 38250 Maybach Typ SW 35, schwarz
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