Ende des letzten Jahrhunderts fassten die Marketingtrategen der Marke Porsche eine aus damaliger Sicht kühne Entscheidung. Eine dritte Modellreihe musste her, um die Marke noch profitabler zu machen. Ein kleiner Porsche unterhalb des Boxster? Nein, weder Stückzahlen noch Margen schienen erfolgversprechend. So entschieden sich die Zuffenhausener für einen Geländewagen, da der SUV-Markt weltweit starkes Wachstum versprach. Um Kosten zu sparen, arbeitete man eng mit VW zusammen und entwickelte auf einer gemeinsamen Basis die Modelle Cayenne und Touareg. Später kam noch der Audi Q7 hinzu.
Der Erfolg war überwältigend – der Cayenne verkaufte sich wie geschnitten Brot. Im Jahr 2007 war es Zeit, den Wagen gegen den erstarkten Wettbewerb ein wenig zu modernisieren und neben einem gefälligerem Äußeren mit flacheren Scheinwerfern sowie neuen Front- und Heckschürzen auch mit Benzindirekteinspritzern zu versehen. Es blieb beim bestehenden Motorenangebot: Cayenne mit Sechszylindermotor und 290 PS, Cayenne S mit acht Zylindern und 385 PS und über allem der Turbo mit 500 PS und ebenfalls acht Zylindern. Später wurden die Modelle Cayenne GTS mit 405 PS und Cayenne Turbo S mit 550 PS nachgeschoben, und es folgte das Sondemodell Cayenne S Transsiberia.
Erstaunlicherweise und entgegen aller früheren Beteuerungen gab es erstmals einen Diesel in einem Porsche PKW. Seit den Porsche Traktoren hatte es so etwas nicht mehr gegeben. Nun gut, eine gewisse Ähnlichkeit ist vorhanden – die Höhe der Sitzposition, der Klang des Motors und die Zugkraft...
Während in Europa vor allem Nachfrage nach dem Diesel, dem V6- und dem freisaugenden V8-Zylinder bestand, gab es auch Märkte, für die nicht genügend Turbo S-Modelle gebaut werden konnten. Dass der Cayenne ein großer Erfolg war, konnte man nicht nur an der Vielzahl der Motorvarianten festmachen, sondern auch daran, dass sich sehr viele Veredler an diesem Fahrzeug versuchten. Ob es allerdings Sinn macht, einen SUV tieferzulegen, sei dahingestellt. Die wohl aufsehenerregendsten getunten Cayenne stammten von Rinspeed und Mansory, die bei ihrem Chopster grundlegende Eingriffe in die Karosseriestruktur vornahmen und die Dachholme kürzten. Der Preis fiel dementsprechend aus.
Das Modell:
Der Modellautomarkt ist immer wieder für Überraschungen gut: Während vermutlich die meisten Sammler zur Spielwarenmesse mit einem Modell des flammneuen Panamera gerechnet hatten, stellte Schuco den Cayenne der ersten Generation in der Facelift-Variante vor. Dass später im Jahr noch das Modell des Cayenne S Transsiberia folgen soll, erfreut umso mehr – zu einem Zeitpunkt, da bereits der Nachfolger in den Starlöchern fehlt, hätte man mit dem Cayenne des Modelljahrs 2007 definitiv nicht mehr gerechnet.
Modelle des 2002er Cayenne-Jahrgangs gibt es gerade genug: Den Werbeauftrag für S und Turbo sicherte sich Herpa; später folgten metallene Turbos von Schuco / High Speed sowie Welly, und im Rahmen eines Sondersets für Porsche rüstete Schuco den Cayenne zum Turbo S mit neuen, durchbrochenen Felgen auf. Auf den Vergleichsfotos sind die Turbos von Herpa, Schuco und Welly zu sehen.
Über das neue, facegeliftete Schuco-Modell lässt sich fast nur Gutes berichten. Die Form ist sauber getroffen, die neuen Schürzen und Scheinwerfer sind sauber umgesetzt, und auch die Form der Heckleuchten ist ausgezeichnet modelliert. Viele Details wie Nebelscheinwerfer und Seitenschweller sind farblich abgesetzt. Ein Highlight sind die fein ausgeführten, durchbrochenen Felgen, die dem Modell ausgezeichnet stehen. Auch die Lackierung ist tadellos gelungen, und auf der Fronthaube findet sich das obligatorische Porsche-Logo wieder.
Sicherlich gibt es auch kleinere Mängel, die wohl typisch für ein Metallmodell sind. Der Spoiler wirkt etwas zu dick, und an manchem kleinen Details muss man selbst Hand anlegen: Die vorderen, seitlich der Lufteinlässe senkrecht angeordneten Tagfahrleuchten sind nicht gesilbert; bei Auspuff und an der hinteren Schürze ist der Griff zum schwarzen Pinsel angesagt. Doch das sind Petitessen, die angesichts des Preises nicht wirklich ins Gewicht fallen.
Nicht nur geübte Modellbauer werden das Modell mühelos ein wenig zu verfeinern wissen, und wer sich den Turbo wünscht, sei an Paul Arens verwiesen, der die entsprechenden Decals in seinem Sortiment hat.
Schuco 45 25712 00 – Porsche Cayenne S (2007), graumetallic