Das Mo87-Modellbautreffen findet bald wieder statt, und der in Albstadt ansässige Kleinserienhersteller High Tech Modell wird seine Neuheiten 2026 / 2027 am 31. Oktober 2026 im Dorfgemeinschaftshaus in Petersberg-Steinau vorstellen und anbieten. Bei den für die Serie MTM (Martin Taxis Modelle) vorbereiteten Miniaturen geht es wieder ausgesprochen sportlich zu, vorwiegend mit italienischer Note, aber auch mit einem kleinen Abstecher in die USA. Der Fiat Abarth 1000 Bialbero ist ein leichter und recht kompromissloser Rennwagen auf Basis des Fiat 600. Die Bezeichnung Bialbero weist auf die beiden oben liegenden Nockenwellen des Motors hin. Anfang der sechziger Jahre waren 97 PS bei 982 ccm Hubraum recht beeindruckend. Das Aggregat verhilft dem Fahrzeug mit eigenständiger Coupé-Karosserie zu sehr ordentlichen Fahrleistungen. Im kleinen Maßstab verfügt der Bausatz über ein Chassis mit einer Motor-Nachbildung sowie über eine Motorhaube als separates Bauteil. Eigenständig ist auch die Optik des Cheetah, denn der Flügeltürer kombiniert viel Schnauze mit wenig Heck. Zu Beginn der sechziger Jahre hatte der knapp 40-jährige William P. "Bill" Thomas sein Unternehmen Bill Thomas Race Cars gegründet. Er unterhielt geschäftliche Kontakte zu General Motors und realisierte den Sportwagen mit US-amerikanischer Technik. Die Formgebung war nicht das Ergebnis einer professionellen Design-Entwicklung, sondern hatte einfache Skizzen von Thomas' Karosseriebauer Don Edmunds als Grundlage und war auch der Tatsache geschuldet, dass der Motor deutlich hinter der Vorderachse platziert ist. Obwohl der "Gepard" nicht dafür ausgelegt war, wollte Thomas ihn auf die Rennstrecke bringen. In 1964 wurde die für die Homologation erforderliche Mindeststückzahl jedoch deutlich erhöht, was Thomas' Pläne durchkreuzte. Ein Feuer in der Fabrik setzte dem Projekt im Spätsommer 1965 ein Ende. Die genaue Anzahl der bis dahin gefertigten Fahrzeuge ist nicht dokumentiert, aber es soll sich wohl um eine niedrige zweistellige Anzahl handeln. Für die MTM-Miniatur des Cheetah sind Nachbildungen verschiedener Auspuffanlagen und Vergasereinheiten mit Luftfiltern vorgehen.
Wie schon im Vorjahr ist auch dieses Mal ein Sportwagen-Quartett unter dem Stichwort "Modena" dabei. Durch die Kleinserienminiaturen von DMY und die Großserienmodelle von Micro City ist der klassische 250 GTO wieder stärker in den H0-Fokus gerückt. High Tech Modell widmet sich jetzt dem Anfang des Gran Turismo Omologato. Unter der Aufsicht von Giotto Bizzarrini wurde zu Beginn der 1960er Jahre ein Prototyp erstellt. Als Spenderfahrzeug diente wohl ein 250 GT "passo corto" mit der Chassisnummer 1791GT. Die alugedengelte GTO-Karosserie saß schlecht und machte ohne Versäuberung und Lackauftrag einen eher grobschlächtigen Eindruck. Während seiner ersten Ausfahrt in Monza erhielt der Prototyp daher den Spitznamen "il mostro". Aber das "Monster" erfüllte seinen Zweck, denn mit ihm fuhr Stirling Moss schnellere Rundenzeiten als mit dem 250 GT "passo corto". 87-fach verkleinert bietet High Tech Modell in seinem MTM-Bausatz nicht nur die Einzelteile für den Prototipo Bizzarrini sondern auch eine Figur als Nachbildung des britischen Rennfahrers. Zwei belgische Rennfahrer gewannen anno 1958 die Tour de France Automobile. An vier Tagen führte die Fahrt über mehr als 5900 Kilometer rauf und runter durch Frankreich mit Nizza als Startort und Pau als Endpunkt. Olivier Gendebien und Lucien Bianchi konnten das Etappenrennen mit ihrem 250 GT Scaglietti "Tour de France" Berlinetta mit der Startnummer 164 für sich entscheiden. Der MTM-Bausatz ermöglicht die Gestaltung des klassischen Rennwagens, aber es liegen auch Stoßstangen bei, um sich für eine zivile Ausführung zu entscheiden.
Das sich aufbäumende Pferd hat aber nicht nur Spezialitäten für die Rennstrecke, sondern auch für die Autostrada. Sehr speziell – weil ein Einzelstück – ist das 365 GTB/4 Pininfarina Coupé Speciale. Auf der Grundlage des Fließheck-Coupés 365 GTB/4 entwarf Pininfaina eine Variante mit Stufenheck. Ein hinter den Türen über das Dach verlaufendes silbernes Design-Element vermittelt den Eindruck eines Überrollbügels. Das Dach ist fest installiert, aber die Panorama-Heckscheibe ist herausfahrbar. Das Heck ist etwas länger, und die hinteren Stoßstangen sind kurz um die Seiten gezogen. Das Fahrzeug mit der Chassisnummer 12925 wurde im Jahr 1969 auf dem Pariser Autosalon präsentiert. Nicht ganz so selten ist das 400 Superamerica Cabriolet mit kurzem Radstand, für dessen Form ebenfalls Pininafarina verantwortlich zeichnete. Die aus Coupés und Cabriolets bestehende Baureihe lässt sich in zwei Gruppen einteilen, anfangs mit einem Radstand von 2420 Millimeter, später mit einem Radstand von 2600 Millimeter. Angaben über Stückzahlen variieren, aber insgesamt dürfte eine mittlere zweistellige Anzahl gefertigt worden sein. Je nach Quelle gab es sechs oder sieben Cabriolets mit dem kürzeren Radstand. Für sein MTM-Sortiment hat High Tech Modell den offenen Zweisitzer mit einem aufsteckbaren Hardtop gestaltet.
Gering ist auch die Stückzahl eines MTM-Transkits, dass High Tech Modell für den klassischen Fiat 500 von Busch vorbereitet hat. Die Miniatur des kleinen Italieners lässt sich mit den Bauteilen in einen Fiat Abarth 595 oder 695 mit geöffneter Haube und sichtbarem Motor verwandeln. Die gesamte Anzahl des Transkits MTM TK1 umfasst lediglich zehn Stück. Das Modell von Busch ist nicht enthalten.
Bei den Bausatz-Neuheiten entstehen alle Karosserien im 3D-Druck, und bei dem Bausatz MTM 159 des Fiat Abarth 1000 Bialbero gilt dies auch für das Chassis mitsamt Motor. In gewohnter Weise beinhalten die Bausätze außerdem Weißmetall-Komponenten, Fotoätzteile, Tiefziehverglasungen, Räder und Decals. An der Realisierung der Neuheiten 2026 / 2027 waren neben Martin Taxis auch Paul Arens, Michael Scheel und Kurt Titzler beteiligt.
- MTM 159 - Bausatz Fiat Abarth 1000 Bialbero
- MTM 160 - Bausatz Cheetah (mit verschiedenen Auspuffanlagen und Vergasereinheiten mit Luftfiltern)
- MTM 161 - Bausatz Modena 250 GTO Prototipo Bizzarrini mit Figur Stirling Moss
- MTM 162 - Bausatz Modena 250 "Tour de France" (es liegen auch Stoßstangen für zivile Versionen bei)
- MTM 163 - Bausatz Modena 365 GTB/4 Pininfarina Coupé Speciale
- MTM 164 - Bausatz Modena 400 Superamerica SWB Cabriolet
- MTM TK1 - Transkit für den Fiat 500 von Busch zum Umbau auf einen Fiat Abarth 595 oder 695 mit geöffneter Haube und sichtbarem Motor