Der Mercedes-Benz der Baureihe W123 löste zum Herbst/Winter 1975 den heutzutage legendären und kultigen Vorgänger "Strichacht" (/8 oder W114/115) ab, ohne zu ahnen, dass er selbst irgendwann in diesen Status gehoben werden würde. Der Erfolg des Vorgängers war indes so groß, dass sich Mercedes-Benz dazu veranlasst sah, die Produktion des /8 noch eine Zeit lang parallel weiterzuführen. Das Raunen und Interesse der Kundschaft an dieser neuen Baureihe W123 war so groß, dass nicht nur die Wartezeiten extrem lang waren. Es wurden sogar Kaufverträge mit Aufschlag an andere Kunden weiterverkauft. Über den W123, weiterhin in großer Zahl in Afrika unterwegs und insbesondere im Nahen Osten als Benziner im Zweitmarkt äußerst beliebt, ist in der einschlägigen Literatur genügend Information und Material zu finden. Besondere Beliebtheit erfuhren (nicht nur im landwirtschaftlichen Münsterland) die Diesel-Daimler als 200 D und 240 D, mit Anhängerkupplung über zig Jahre omnipräsent. Das Taxi-Gewerbe schwor ebenfalls auf die Qualitäten des Diesels. Dickere Benzin- und Diesel-Motoren bis hin zu nicht nur optischen Tuning-Versionen von AMG und Brabus und Einbau eines V8-Motors "rundeten" die Modellpalette nach oben hin ab. Erstmals bot Mercedes-Benz einen Kombi (S123) als T-Modell an. Mit leicht kürzerem Radstand kam später das Coupé als C123 hinzu. 1986 war Schluss. Audi hatte bereits mit dem Typ 43 enorm Boden gut gemacht und mit seinem ab 1982 erschienen Typ 44 aus dem Windkanal dem altbacken daherkommenden "Daimler" das Leben deutlich schwerer gemacht.
Modelle der Limousine des W123 gab und gibt es im Maßstab 1:87 zahlreich. Bei Wiking erschienen 1979 sowohl die Limousine als auch das T-Modell und bewahrten jahrelang ihre Monopolstellung in durchaus typischen Farben. Im Gegensatz zum /8 aus gleichem Hause konnte sich Wiking leider nie zum KTW durchringen. Letzteren hatte Jahre später Busch im Visier und setzte den KTW 2010 als Modell in den Maßstab 1:87 um, nachdem 2006 in der CMD-Kollektion Limousine und T-Modell erschienen waren. Das durchaus sehr detaillierte Modell kränkelt an formalen Umsetzungsfehlern, so dass das echte W123-Gefühl nicht aufkommen mag. Schuco bedient seit 2022 den Metallsektor mit einer Interpretation des W123 als Limousine und T-Modell. BoS brachte bereits 2021 den V123, die Langversion des W123, als Modell auf den H0-Markt. Mit dem nun hier im Vordergrund stehenden Modell von PCX87 sieht "die Sache" ganz anders aus. Ein normaler W123 ohne AMG-Gefoppel hätte dem Alltag auf den Modellstraßen gutgetan. Das eher mäßige Modell von Busch ("Banane") macht nicht unbedingt Freude und Wikings Interpretation ist mit seiner merkwürdigen Darstellung der Rückleuchten und den erhabenen Türfugen zweifellos in die Jahre gekommen. Das trifft natürlich auch auf den Vorgänger /8 zu. Immerhin gab es von Starmada einst eine unerreichbar gut gelungene Langversion, die zweifellos für den W123 (genannt V123) in gleicher Qualität durchaus interessant wäre. Nichtsdestotrotz hat PCX87 mit dem W123 die Form des Vorbilds bislang am besten getroffen, so dass noch ein paar interessante Farbvarianten folgen dürfen.
Richtig "fett" kommt die AMG-Version des W123 als Modell von PCX87 daher, der erstmals 2022 an den Handel ausgeliefert wurde (wir berichteten in den News). Im Hellgrünmetallic der Erstauslieferung macht das Modell fast einen gediegenen Eindruck, jedoch verhindern der schwarze, recht grobe Grill mit feinem Stern und die dicken AMG-Felgen mit in Wagenfarben lackiertem Felgenstern das Understatement schon auf den ersten Blick. PCX87 gibt keinen genauen Typ an. Vielleicht ist es ein 280 E AMG. Sämtliche Zierleisten und Fensterumrandungen sind wie auch die nicht gesilberten Außenspiegel ebenfalls schwarz gehalten. BMW nannte diese Version "Shadowline" was als solches dem damaligen Zeitgeschmack entspricht.
Die Makro-Bilder zeigen dann die kleinen Bedruckungsfehler mit leicht ausgefransten Linien und etwas unsauberen Übergängen, was der Superbastler sicherlich irgendwie zu korrigieren weiß. Im normalen Abstand sind diese Mankos kaum sichtbar. Das Frontabschlussblech hat eine Spoilerlippe, die Kofferraumklappe einen schwarzen Heckspoiler erhalten. Am Heck wurden links dezent der Schriftzug "AMG" ohne Hinweis auf die Motorisierung sowie ein ebenso schwarzer Stern aufgedruckt. Die schwarz gefärbten Scheibenwischer sind Bestandteil der Verglasung und des Scheibenrahmens (zweiteilig). Bei näherem Hinschauen (Makro-Brille) offenbart sich dies und auch die etwas dicke Verglasung ohne Heckscheibenheizung. Zudem ist die Wandstärke des Modells nicht zu übersehen, so dass die Seitenscheiben - eigentlich schon typisch für heutige Modellumsetzungen - zu weit innen liegen. Was beim W123 gerade noch in Ordnung geht, ist beim Audi Typ 44 (wir berichteten) und dem Citroen XM aus gleichem Hause ein Faux-Pas. Schön geworden ist die passende Innenausstattung, die die aus eigener Erfahrung unbequemen Sitze sehr gut wiedergeben. Während die Schweinwerfergläser aus klaren Kunststoff weiß hinterlegt sind, sind Blinker und Rückleuchten lediglich aufgedruckt. Hinten rahmen sie ein weißes Kennzeichenfeld ein. Mit der jüngsten Auslieferung kam ein deutlich dezenteres Modell auf den Markt. Die abgebildete Limousine in Graumetallic besitzt einen Chromgrill mit feinem Stern, Chrom-Zierleisten, Chromspiegel und "nur" die Mercedes-Barockfelgen. Es könnte sich theoretisch um einen 200 D mit AMG-Optikpaket handeln.
Jüngst (2026) kamen nicht nur weitere Farbvarianten dieser AMG-Version auf den Markt, sondern auch ein Modell in Elfenbein als Taxi (wir berichteten in den News). Die Vorabvorstellung von ersten Mustern ließ bereits erahnen, dass das Taxi zwar ein schöner Gedanke war, dass es aber an der Umsetzung hapern würde. Der Bügel mit dem Taxi-Schild ist auf das Dach aufgesetzt. Normalerweise müsste der Bügel an der Regenrinne befestigt sein. Das mag zwar im Sinne von Gleichteilen logistisch wie wirtschaftlich gedacht sein, macht das Modell jedoch zum Spielzeug und lässt den Sammler verwundert die Augen reiben. Manch einer mag von einer "Katastrophe" sprechen, schön ist das wirklich nicht. Zu erwartende Taxi-Modelle nach weiteren, älteren Vorbildern dürften ähnlich ausgestattet werden. Das trübt die Idee einer solchen Taxi-Serie und in diesem Fall die Idee eines durchaus möglichen AMG-Taxis ungemein. Mehr Liebe zum Detail hätte in diesem Fall nicht schaden können. Das Kind ist nun in den Brunnen gefallen, der Bastler wird es richten.
Der Taxi-Bügel zerstört die Illusion des Kiez-Taxis. Die zivile AMG-Version ist - abgesehen von kleineren Mängeln - in all seinen Farbgebungen eine Bereicherung für jede Sammlung oder jede Modellstraße im Maßstab 1:87. Gerne darf MCW für PCX87 den V123, die Langversion des W123, aus dem BoS-Modell entwickeln.
Modelle der Limousine des W123 gab und gibt es im Maßstab 1:87 zahlreich. Bei Wiking erschienen 1979 sowohl die Limousine als auch das T-Modell und bewahrten jahrelang ihre Monopolstellung in durchaus typischen Farben. Im Gegensatz zum /8 aus gleichem Hause konnte sich Wiking leider nie zum KTW durchringen. Letzteren hatte Jahre später Busch im Visier und setzte den KTW 2010 als Modell in den Maßstab 1:87 um, nachdem 2006 in der CMD-Kollektion Limousine und T-Modell erschienen waren. Das durchaus sehr detaillierte Modell kränkelt an formalen Umsetzungsfehlern, so dass das echte W123-Gefühl nicht aufkommen mag. Schuco bedient seit 2022 den Metallsektor mit einer Interpretation des W123 als Limousine und T-Modell. BoS brachte bereits 2021 den V123, die Langversion des W123, als Modell auf den H0-Markt. Mit dem nun hier im Vordergrund stehenden Modell von PCX87 sieht "die Sache" ganz anders aus. Ein normaler W123 ohne AMG-Gefoppel hätte dem Alltag auf den Modellstraßen gutgetan. Das eher mäßige Modell von Busch ("Banane") macht nicht unbedingt Freude und Wikings Interpretation ist mit seiner merkwürdigen Darstellung der Rückleuchten und den erhabenen Türfugen zweifellos in die Jahre gekommen. Das trifft natürlich auch auf den Vorgänger /8 zu. Immerhin gab es von Starmada einst eine unerreichbar gut gelungene Langversion, die zweifellos für den W123 (genannt V123) in gleicher Qualität durchaus interessant wäre. Nichtsdestotrotz hat PCX87 mit dem W123 die Form des Vorbilds bislang am besten getroffen, so dass noch ein paar interessante Farbvarianten folgen dürfen.
Richtig "fett" kommt die AMG-Version des W123 als Modell von PCX87 daher, der erstmals 2022 an den Handel ausgeliefert wurde (wir berichteten in den News). Im Hellgrünmetallic der Erstauslieferung macht das Modell fast einen gediegenen Eindruck, jedoch verhindern der schwarze, recht grobe Grill mit feinem Stern und die dicken AMG-Felgen mit in Wagenfarben lackiertem Felgenstern das Understatement schon auf den ersten Blick. PCX87 gibt keinen genauen Typ an. Vielleicht ist es ein 280 E AMG. Sämtliche Zierleisten und Fensterumrandungen sind wie auch die nicht gesilberten Außenspiegel ebenfalls schwarz gehalten. BMW nannte diese Version "Shadowline" was als solches dem damaligen Zeitgeschmack entspricht.
Die Makro-Bilder zeigen dann die kleinen Bedruckungsfehler mit leicht ausgefransten Linien und etwas unsauberen Übergängen, was der Superbastler sicherlich irgendwie zu korrigieren weiß. Im normalen Abstand sind diese Mankos kaum sichtbar. Das Frontabschlussblech hat eine Spoilerlippe, die Kofferraumklappe einen schwarzen Heckspoiler erhalten. Am Heck wurden links dezent der Schriftzug "AMG" ohne Hinweis auf die Motorisierung sowie ein ebenso schwarzer Stern aufgedruckt. Die schwarz gefärbten Scheibenwischer sind Bestandteil der Verglasung und des Scheibenrahmens (zweiteilig). Bei näherem Hinschauen (Makro-Brille) offenbart sich dies und auch die etwas dicke Verglasung ohne Heckscheibenheizung. Zudem ist die Wandstärke des Modells nicht zu übersehen, so dass die Seitenscheiben - eigentlich schon typisch für heutige Modellumsetzungen - zu weit innen liegen. Was beim W123 gerade noch in Ordnung geht, ist beim Audi Typ 44 (wir berichteten) und dem Citroen XM aus gleichem Hause ein Faux-Pas. Schön geworden ist die passende Innenausstattung, die die aus eigener Erfahrung unbequemen Sitze sehr gut wiedergeben. Während die Schweinwerfergläser aus klaren Kunststoff weiß hinterlegt sind, sind Blinker und Rückleuchten lediglich aufgedruckt. Hinten rahmen sie ein weißes Kennzeichenfeld ein. Mit der jüngsten Auslieferung kam ein deutlich dezenteres Modell auf den Markt. Die abgebildete Limousine in Graumetallic besitzt einen Chromgrill mit feinem Stern, Chrom-Zierleisten, Chromspiegel und "nur" die Mercedes-Barockfelgen. Es könnte sich theoretisch um einen 200 D mit AMG-Optikpaket handeln.
Jüngst (2026) kamen nicht nur weitere Farbvarianten dieser AMG-Version auf den Markt, sondern auch ein Modell in Elfenbein als Taxi (wir berichteten in den News). Die Vorabvorstellung von ersten Mustern ließ bereits erahnen, dass das Taxi zwar ein schöner Gedanke war, dass es aber an der Umsetzung hapern würde. Der Bügel mit dem Taxi-Schild ist auf das Dach aufgesetzt. Normalerweise müsste der Bügel an der Regenrinne befestigt sein. Das mag zwar im Sinne von Gleichteilen logistisch wie wirtschaftlich gedacht sein, macht das Modell jedoch zum Spielzeug und lässt den Sammler verwundert die Augen reiben. Manch einer mag von einer "Katastrophe" sprechen, schön ist das wirklich nicht. Zu erwartende Taxi-Modelle nach weiteren, älteren Vorbildern dürften ähnlich ausgestattet werden. Das trübt die Idee einer solchen Taxi-Serie und in diesem Fall die Idee eines durchaus möglichen AMG-Taxis ungemein. Mehr Liebe zum Detail hätte in diesem Fall nicht schaden können. Das Kind ist nun in den Brunnen gefallen, der Bastler wird es richten.
Der Taxi-Bügel zerstört die Illusion des Kiez-Taxis. Die zivile AMG-Version ist - abgesehen von kleineren Mängeln - in all seinen Farbgebungen eine Bereicherung für jede Sammlung oder jede Modellstraße im Maßstab 1:87. Gerne darf MCW für PCX87 den V123, die Langversion des W123, aus dem BoS-Modell entwickeln.
Text und Fotos: Andreas Plogmaker