Über lange Jahre oder Jahrzehnte gehörten schwere Opel-Fahrzeuge zur Oberklasse. Mit den letzten Modellen der KAB B-Serie verabschiedete sich Opel aus diesem Segment. Lediglich der Commodore bot einen Hauch von Luxus und Sportlichkeit, war aber "nur noch" eher ein aufgewerteter Rekord. Mit dem Opel Senator A wollte Opel 1978 an alte Tugenden anknüpfen, behielt allerdings deutlich die Nähe zum damaligen Opel Rekord E. Besonders interessant war das Coupé, das Opel als Monza verkaufte. 1982 erhielt der Senator zusammen mit dem Monza eine umfangreiche Modellpflege zum A2. 1986 erschien schließlich der Nachfolger B auf Basis des Opel Omega A. Letztlich war der Senator A nichts anderes als ein luxuriöser Rekord E. Weitere Vorbildinformationen finden sich in der Kurzvorstellung des Opel Monza A2 von PCX87 (wir berichteten) oder natürlich auch in der Fachliteratur.
Mit gleich vier Farbvarianten und einem elfenbeinfarbenen Taxi schickt PCX87 die Neukonstruktion des Opel Senator A2 ins Rennen und stellt ihn dem bereits im eigenen Hause vorhandenen Opel Monza A2 zur Seite. Die Auswahl der Farben ist dann auch gleich zeittypisch gediegen. Neben einem gefühlt recht häufigen Beigemetallic bieten die beiden anderen Metallictöne Dunkelrot und Hellblau einen schönen Kontrast. Auch das Modell in Dunkelbraun sieht passend aus, ist aber nicht vorhanden und deshalb hier nicht abgebildet. Insgesamt sollte man grundsätzlich zufrieden sein, denn endlich gibt es den im Original gelungen modernisierten Senator A2 als Modell.
In der Rundumansicht offenbaren sich Ungereimtheiten, die so gar nicht zum Vorbild passen wollen. Oberhalb der Windschutzscheibe befindet sich ein kleiner Bogen. Und in der Seitenlinie wirken die Fenster zu groß. Die Oberkante der Seitenfenster hätte auf Höhe der Windschutzscheibe sein müssen und ist hier genau um die Nuance zu hoch, die die Proportionen unstimmig wirken lässt. Hinzu gesellt sich eine sichtbare Dacherhöhung oberhalb der Frontscheibe, die es beim Originalfahrzeug nicht gibt.
Wie üblich ist das Modell üppig und korrekt bedruckt. Dies kann allerdings über den gewonnenen Eindruck mit der Fensterlinie nicht hinwegtäuschen, zumal die Bedruckung diesen noch verstärkt. Ganz davon abgesehen verläuft der Kofferraumdeckel nahezu waagerecht zum Boden, obwohl das Vorbild deutlich sichtbar leicht abgeschrägt ist. Dadurch ist die Heckansicht durch die höhere Kofferraumkante in Relation zu Rückleuchten und darunterliegendem "Blech" durcheinandergeraten. So kenne ich den Senator nicht. Das Modell in Dunkelrotmetallic sieht eher aus wie unifarben mit silbernen Sprenkeln. Zudem sind auf dem Dach sichtbar Spuren vorhanden, die an Pinselstriche erinnern – wie eine Hinterhof-Verkaufslackierung. Aber immerhin runden zwei Felgentypen die Ausstattung der Modelle ab.
Das Taxi leidet nicht nur unter den gleichen Ungereimtheiten in den Proportionen wie das "Zivilfahrzeug", sondern teilt auch das Schicksal der Ausführung des Taxischilds mit dem vom Mercedes-Benz W123 AMG von PCX87 (wir berichteten). Auch hier wurde es einfach auf das Dach aufgesetzt bzw. in die Dachhaut eingesteckt, beim Senator zudem windschief. Zwei Löcher in die Dachhaut und gut war es. Das ist neben den formalen Abweichungen vom Original ein weiteres Manko.
An den Opel Monza A2 aus gleichem Hause kommt die Umsetzung des Opel Senator A2 um Längen nicht heran. Irgendwo im Entwicklungsprozess scheint sich ein Wurm festgesetzt zu haben, der das Modell eher wie eine eingekürzte Stretchlimousine britischer Herkunft aussehen lässt. Dass der Senator im Modell dann so „verzerrt“ und unproportioniert wirkt, deutet darauf hin, dass bei der Konstruktion der viertürigen Karosserie die Linienführung völlig falsch interpretiert wurde. Da hat jemand beim Zeichnen der Fensterlinie oder beim Formenbau schlichtweg geschlafen. Ja, der Monza baut niedriger als der Senator, aber mit der Höhe hat man es im Falle des Senators bei PCX87 dann doch übertrieben. Da war wohl frühzeitig "feddich" und Schicht im Schacht! Unter dem Großfenster-Syndrom leidet z.B. auch das Modell des Opel Kadett E Caravan von PCX87 (wir berichteten). Dr. Renz ("Ein Fall für Zwei") hätte in einem so gestalteten Fahrzeug mit höherem Dach sicherlich besser einsteigen können. Die unstimmigen Proportionen werden durch die falsche Linienführung im Heckbereich noch zusätzlich verstärkt. Das Modell von PCX87 sieht dem Modell von IXO im Maßstab 1:43 zum Verwechseln ähnlich. Es wurden die Fehler übernommen, bei der Fensterhöhe hätte besser das Maß des IXO-Modells herangezogen werden.
Den nicht nur nostalgischen Abschluss …
… bildet auch beim Senator ein kurzer Rückblick auf die in Ehren ergrauten Exemplare von Wiking und Herpa. Ohne viel Worte ... das Wiking-Modell "wirkt" auch nüchtern und farblos, das Herpa-Modell ist in sich schlüssig, aber auch hier mit Mängeln. Na ja, über 40 Jahre alt sind die Konstruktionen. Mittlerweile haben es besser dekorierte Modelle beider Hersteller in den Handel geschafft. In dieser Hinsicht macht das Modell von PCX87 diesen Altgesellen natürlich was vor.
Scheibenkleister ist es aber hinsichtlich der Größe der Seitenscheiben: Die scheinen von Modellhersteller zu Modellhersteller gewachsen zu sein. Auch wenn die des Herpa-Modells bereits größer sind als die von Wiking, so erhält erst der Senator von PCX87 die Krönung zur gekürzten "funeral Strechlimo". Insgesamt: Gute Ideen, halbgar umgesetzt und mit viel Deko irgendwie verkleidet. Aber sonst "können" die beiden Altmodelle "mehr". Belassen wir´s besser dabei.
Text und Fotos: Andreas Plogmaker
Mit gleich vier Farbvarianten und einem elfenbeinfarbenen Taxi schickt PCX87 die Neukonstruktion des Opel Senator A2 ins Rennen und stellt ihn dem bereits im eigenen Hause vorhandenen Opel Monza A2 zur Seite. Die Auswahl der Farben ist dann auch gleich zeittypisch gediegen. Neben einem gefühlt recht häufigen Beigemetallic bieten die beiden anderen Metallictöne Dunkelrot und Hellblau einen schönen Kontrast. Auch das Modell in Dunkelbraun sieht passend aus, ist aber nicht vorhanden und deshalb hier nicht abgebildet. Insgesamt sollte man grundsätzlich zufrieden sein, denn endlich gibt es den im Original gelungen modernisierten Senator A2 als Modell.
In der Rundumansicht offenbaren sich Ungereimtheiten, die so gar nicht zum Vorbild passen wollen. Oberhalb der Windschutzscheibe befindet sich ein kleiner Bogen. Und in der Seitenlinie wirken die Fenster zu groß. Die Oberkante der Seitenfenster hätte auf Höhe der Windschutzscheibe sein müssen und ist hier genau um die Nuance zu hoch, die die Proportionen unstimmig wirken lässt. Hinzu gesellt sich eine sichtbare Dacherhöhung oberhalb der Frontscheibe, die es beim Originalfahrzeug nicht gibt.
Wie üblich ist das Modell üppig und korrekt bedruckt. Dies kann allerdings über den gewonnenen Eindruck mit der Fensterlinie nicht hinwegtäuschen, zumal die Bedruckung diesen noch verstärkt. Ganz davon abgesehen verläuft der Kofferraumdeckel nahezu waagerecht zum Boden, obwohl das Vorbild deutlich sichtbar leicht abgeschrägt ist. Dadurch ist die Heckansicht durch die höhere Kofferraumkante in Relation zu Rückleuchten und darunterliegendem "Blech" durcheinandergeraten. So kenne ich den Senator nicht. Das Modell in Dunkelrotmetallic sieht eher aus wie unifarben mit silbernen Sprenkeln. Zudem sind auf dem Dach sichtbar Spuren vorhanden, die an Pinselstriche erinnern – wie eine Hinterhof-Verkaufslackierung. Aber immerhin runden zwei Felgentypen die Ausstattung der Modelle ab.
Das Taxi leidet nicht nur unter den gleichen Ungereimtheiten in den Proportionen wie das "Zivilfahrzeug", sondern teilt auch das Schicksal der Ausführung des Taxischilds mit dem vom Mercedes-Benz W123 AMG von PCX87 (wir berichteten). Auch hier wurde es einfach auf das Dach aufgesetzt bzw. in die Dachhaut eingesteckt, beim Senator zudem windschief. Zwei Löcher in die Dachhaut und gut war es. Das ist neben den formalen Abweichungen vom Original ein weiteres Manko.
An den Opel Monza A2 aus gleichem Hause kommt die Umsetzung des Opel Senator A2 um Längen nicht heran. Irgendwo im Entwicklungsprozess scheint sich ein Wurm festgesetzt zu haben, der das Modell eher wie eine eingekürzte Stretchlimousine britischer Herkunft aussehen lässt. Dass der Senator im Modell dann so „verzerrt“ und unproportioniert wirkt, deutet darauf hin, dass bei der Konstruktion der viertürigen Karosserie die Linienführung völlig falsch interpretiert wurde. Da hat jemand beim Zeichnen der Fensterlinie oder beim Formenbau schlichtweg geschlafen. Ja, der Monza baut niedriger als der Senator, aber mit der Höhe hat man es im Falle des Senators bei PCX87 dann doch übertrieben. Da war wohl frühzeitig "feddich" und Schicht im Schacht! Unter dem Großfenster-Syndrom leidet z.B. auch das Modell des Opel Kadett E Caravan von PCX87 (wir berichteten). Dr. Renz ("Ein Fall für Zwei") hätte in einem so gestalteten Fahrzeug mit höherem Dach sicherlich besser einsteigen können. Die unstimmigen Proportionen werden durch die falsche Linienführung im Heckbereich noch zusätzlich verstärkt. Das Modell von PCX87 sieht dem Modell von IXO im Maßstab 1:43 zum Verwechseln ähnlich. Es wurden die Fehler übernommen, bei der Fensterhöhe hätte besser das Maß des IXO-Modells herangezogen werden.
Den nicht nur nostalgischen Abschluss …
… bildet auch beim Senator ein kurzer Rückblick auf die in Ehren ergrauten Exemplare von Wiking und Herpa. Ohne viel Worte ... das Wiking-Modell "wirkt" auch nüchtern und farblos, das Herpa-Modell ist in sich schlüssig, aber auch hier mit Mängeln. Na ja, über 40 Jahre alt sind die Konstruktionen. Mittlerweile haben es besser dekorierte Modelle beider Hersteller in den Handel geschafft. In dieser Hinsicht macht das Modell von PCX87 diesen Altgesellen natürlich was vor.
Scheibenkleister ist es aber hinsichtlich der Größe der Seitenscheiben: Die scheinen von Modellhersteller zu Modellhersteller gewachsen zu sein. Auch wenn die des Herpa-Modells bereits größer sind als die von Wiking, so erhält erst der Senator von PCX87 die Krönung zur gekürzten "funeral Strechlimo". Insgesamt: Gute Ideen, halbgar umgesetzt und mit viel Deko irgendwie verkleidet. Aber sonst "können" die beiden Altmodelle "mehr". Belassen wir´s besser dabei.
Text und Fotos: Andreas Plogmaker