Anfang der 1960er Jahre versuchte der Hersteller NSU Motorenwerke AG auch in der gehobenen Mittelklasse Fuß zu fassen und entwickelte dafür ein Fahrzeug, welches mit einer für damalige Verhältnisse sehr strömungsgünstigen Karosserie und dem technisch hochmodernen, aber leider nicht ausgereiften, Kreiskolbenmotor von Felix Wankel ausgestattet wurde.
Offiziell vorgestellt wurde der NSU RO 80 dem internationalen Publikum bei der Internationalen Automobil-Ausstellung im September 1967 in den Messehallen von Frankfurt am Main. Besonderen Wert legte man bei der Entwicklung des Fahrzeuges auch auf die passive Sicherheit. Im Jahr 1968 wurde der NSU RO 80 zum Auto des Jahres gewählt. Der NSU RO 80 wird auch vom international bekannten Design Museum in London als eines von “Fifty cars that changed the world” genannt. Auch zählt der NSU RO 80 als Wegbereiter der Keilform in der Konstruktion von Kraftfahrzeugen.
Ausgestattet war der RO 80 mit einem Wankelmotor, der zwei kreisläufige Kolben verwendete, die einen Rotationsraum von 995 cm³ aufwiesen und daraus eine Leistung von 85 kW bzw. 115 PS produzierte. Das “RO” im Namen des Fahrzeuges ist auch der Hinweis auf den Rotationskolben. Der Motor war leider sehr anfällig und für einen hohen Verbrauch bekannt. Das Fahrzeug wies auch herausnehmbare Rückenlehnen und ein überdurchschnittliches Platzangebot auf, das auf den langen Radstand zurückzuführen war.

Gebaut wurden vom RO 80 zwischen den Jahren 1967 und 1977 etwa 37.500 Exemplare. Anfang 2025 waren davon noch etwa 700 Fahrzeuge nach Informationen des Kraftfahrtbundesamts in Deutschland zugelassen.
Vor einigen Jahren kündigte der Aachener Hersteller Minichamps an, den NSU RO 80 als Modell im Maßstab 1:87 neu auf den Markt zu bringen. Die lange Schaffenspause mit der danach anschließen teilweise recht problematischen Umsetzungsqualität bei anderen Modellen ließen Schlimmstes befürchten. Im April 2026 war es dann endlich so weit, und Minichamps hat die vier angekündigten Modelle an den Fachhandel ausgeliefert.
Die Auslieferung des neuen Modells und ein (möglicher) Vergleich mit dem mittlerweile fast 60 Jahre alten Modell von Wiking haben bei mir den Entschluss reifen lassen, eine entsprechende Modellvorstellung zu schreiben.

Vorweg, die konstruktive und gestalterische Arbeit von Minichamps ist auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt, so dass keine groben konstruktiven Fehler feststellbar sind. Die vorbildgerechte Karosserie ist sehr fein mit einem hellblauen Metalliclack versehen, die typischen Probleme, die PCX87 bei den Metallicfarben gerne mal zeigt, sind hier nicht vorhanden. Die Seitenspiegel, sowie die beiden Stoßstangen mit den Nummernschildern sind verchromt. Die Rückleuchten wurden rottransparent und die Scheinwerfer klartransparent eingesetzt, in den Frontscheinwerfern sind die beim Vorbild vorhandenen Einsätze erkennbar und die integrierten Blinker wurden drucktechnisch dargestellt.
Auf der Kofferraumklappe ist der Schriftzug Ro 80 auf der rechten Seite mit der Lupe erkennbar, sämtliche Türgriffe und auch das Schloss unterhalb der Kofferraumklappe sind silbern abgesetzt. Auf der Heckscheibe ist der Werbeschriftzug „Ro 80 Auto des Jahres 1968“ vorhanden. Die vorderen Scheibenwischer scheinen Ätz- oder zumindest hauchfeine Kunststoffteile zu sein. Es ist deutlich erkennbar, dass sie nicht Teil des Scheibeneinsatzes sind.
Scheiben ist aber ein gutes Thema, denn auch bei diesem Modell wurden wiederum auf den Glaseinsatz silberne Scheibenrahmen aufgedruckt, die die Zierleisten darstellen und von dem an der Oberseite stärker ausgeprägten Glaseinsatz ablenken sollen. Dieser Aufdruck ist deutlich feiner ausgeführt als beispielsweise bei den bisherigen Youngtimern wie dem Saab 900 oder den beiden Volvo Varianten. Daher wirken die Fenster nicht wie Schießscharten und die konstruktive und drucktechnische Umsetzung geht meiner Ansicht nach in Ordnung.
Das Modell des NSU RO 80 von Minichamps kommt mit zwei unterschiedlich gestalteten Felgentypen mit Reifen aus Weichgummi zur Auslieferung. Im Gegensatz zum Saab 900 wirken diese Rad-Reifenkombinationen aber deutlich vorbildgerechter. Leider scheinen moderne Hersteller nicht mehr in der Lage zu sein, sauber rollende Miniaturen herzustellen, was man auch hier an einem teilweise deutlich eiernden Rollverhalten erkennen kann.
Minichamps hat das Modell ziemlich genau im Maßstab 1:87 umgesetzt, bei Länge und Höhe liegt man gerundet bei 1:87 und in der Breite bei immerhin 1:85, sämtliche Abweichung sind bei weniger als 0,5 mm messbar. Meiner Ansicht nach, wurde hier eine hervorragende Arbeit abgeliefert.

Nimmt man nun das fast sechzig Jahre ältere Modell von Wiking in die Hand und vergleicht beide, so muss man neidlos feststellen, dass Wiking die Formen des NSU RO 80 schon vor sehr langer Zeit ziemlich perfekt miniaturisiert hat. Klar, an verschiedenen Details kann man das Alter der Konstruktion erkennen, die fehlenden transparenten Scheinwerfer oder auch die erhaben ausgeführten Gravuren zeigen recht deutlich, aus welcher Zeit das Modell stammt. Auch, dass sich die Rückleuchten nicht an der Karosserie, sondern auf den hinteren Stoßstangen befinden, ist sicherlich dem Alter und den damaligen Möglichkeiten bei Konstruktion und Formenbau zuzuschreiben. Aber trotzdem, gerade die 2023 erschienene Variante in hervorragend lackiertem Bronzemetallic ist noch immer eine Augenweide und muss sich auch im Vergleich mit den neueren Modellen von Minichamps nicht verstecken.

Allerdings ist mir beim ersten Betrachten der beiden Modelle aufgefallen, dass die Miniatur von Wiking irgendwie „zierlicher“ als die aktuelle von Minichamps wirkt. Ein Blick auf die nackten Zahlen widerlegt den Eindruck jedoch: Das Modell von Wiking ist deutlich größer als das Modell von Minichamps. Manchmal täuscht der erste Eindruck halt.
Letztlich muss ich auch gar nicht groß um den heißen Brei herumreden, die moderne Umsetzung des ikonischen NSO RO 80 von Minichamps ist hervorragend gelungen und hinterlässt einen sehr schönen Eindruck. Besonders die perfekte Lackierung des hellblauen Modells lässt den Verfasser ins Schwärmen geraten. Ich würde mir alle Youngtimer von Minichamps in dieser Qualität wünschen.
Fotos: Friedrich Auffenberg (Vorbild) & Tobias Voss (Modell)
Offiziell vorgestellt wurde der NSU RO 80 dem internationalen Publikum bei der Internationalen Automobil-Ausstellung im September 1967 in den Messehallen von Frankfurt am Main. Besonderen Wert legte man bei der Entwicklung des Fahrzeuges auch auf die passive Sicherheit. Im Jahr 1968 wurde der NSU RO 80 zum Auto des Jahres gewählt. Der NSU RO 80 wird auch vom international bekannten Design Museum in London als eines von “Fifty cars that changed the world” genannt. Auch zählt der NSU RO 80 als Wegbereiter der Keilform in der Konstruktion von Kraftfahrzeugen.
Ausgestattet war der RO 80 mit einem Wankelmotor, der zwei kreisläufige Kolben verwendete, die einen Rotationsraum von 995 cm³ aufwiesen und daraus eine Leistung von 85 kW bzw. 115 PS produzierte. Das “RO” im Namen des Fahrzeuges ist auch der Hinweis auf den Rotationskolben. Der Motor war leider sehr anfällig und für einen hohen Verbrauch bekannt. Das Fahrzeug wies auch herausnehmbare Rückenlehnen und ein überdurchschnittliches Platzangebot auf, das auf den langen Radstand zurückzuführen war.
Gebaut wurden vom RO 80 zwischen den Jahren 1967 und 1977 etwa 37.500 Exemplare. Anfang 2025 waren davon noch etwa 700 Fahrzeuge nach Informationen des Kraftfahrtbundesamts in Deutschland zugelassen.
Vor einigen Jahren kündigte der Aachener Hersteller Minichamps an, den NSU RO 80 als Modell im Maßstab 1:87 neu auf den Markt zu bringen. Die lange Schaffenspause mit der danach anschließen teilweise recht problematischen Umsetzungsqualität bei anderen Modellen ließen Schlimmstes befürchten. Im April 2026 war es dann endlich so weit, und Minichamps hat die vier angekündigten Modelle an den Fachhandel ausgeliefert.
Die Auslieferung des neuen Modells und ein (möglicher) Vergleich mit dem mittlerweile fast 60 Jahre alten Modell von Wiking haben bei mir den Entschluss reifen lassen, eine entsprechende Modellvorstellung zu schreiben.
Vorweg, die konstruktive und gestalterische Arbeit von Minichamps ist auf einem sehr hohen Niveau angesiedelt, so dass keine groben konstruktiven Fehler feststellbar sind. Die vorbildgerechte Karosserie ist sehr fein mit einem hellblauen Metalliclack versehen, die typischen Probleme, die PCX87 bei den Metallicfarben gerne mal zeigt, sind hier nicht vorhanden. Die Seitenspiegel, sowie die beiden Stoßstangen mit den Nummernschildern sind verchromt. Die Rückleuchten wurden rottransparent und die Scheinwerfer klartransparent eingesetzt, in den Frontscheinwerfern sind die beim Vorbild vorhandenen Einsätze erkennbar und die integrierten Blinker wurden drucktechnisch dargestellt.
Auf der Kofferraumklappe ist der Schriftzug Ro 80 auf der rechten Seite mit der Lupe erkennbar, sämtliche Türgriffe und auch das Schloss unterhalb der Kofferraumklappe sind silbern abgesetzt. Auf der Heckscheibe ist der Werbeschriftzug „Ro 80 Auto des Jahres 1968“ vorhanden. Die vorderen Scheibenwischer scheinen Ätz- oder zumindest hauchfeine Kunststoffteile zu sein. Es ist deutlich erkennbar, dass sie nicht Teil des Scheibeneinsatzes sind.
Scheiben ist aber ein gutes Thema, denn auch bei diesem Modell wurden wiederum auf den Glaseinsatz silberne Scheibenrahmen aufgedruckt, die die Zierleisten darstellen und von dem an der Oberseite stärker ausgeprägten Glaseinsatz ablenken sollen. Dieser Aufdruck ist deutlich feiner ausgeführt als beispielsweise bei den bisherigen Youngtimern wie dem Saab 900 oder den beiden Volvo Varianten. Daher wirken die Fenster nicht wie Schießscharten und die konstruktive und drucktechnische Umsetzung geht meiner Ansicht nach in Ordnung.
Das Modell des NSU RO 80 von Minichamps kommt mit zwei unterschiedlich gestalteten Felgentypen mit Reifen aus Weichgummi zur Auslieferung. Im Gegensatz zum Saab 900 wirken diese Rad-Reifenkombinationen aber deutlich vorbildgerechter. Leider scheinen moderne Hersteller nicht mehr in der Lage zu sein, sauber rollende Miniaturen herzustellen, was man auch hier an einem teilweise deutlich eiernden Rollverhalten erkennen kann.
| Vorbild | 1:87 | Minichamps | Wiking | |
| Länge: | 4.780 mm | 54,94 mm | 55,19 mm | 56,47 mm |
| Breite: | 1.760 mm | 20,23 mm | 20,62 mm | 21,19 mm |
| Höhe: | 1.410 mm | 16,21 mm | 16,31 mm | 17,59 mm |
Minichamps hat das Modell ziemlich genau im Maßstab 1:87 umgesetzt, bei Länge und Höhe liegt man gerundet bei 1:87 und in der Breite bei immerhin 1:85, sämtliche Abweichung sind bei weniger als 0,5 mm messbar. Meiner Ansicht nach, wurde hier eine hervorragende Arbeit abgeliefert.
Nimmt man nun das fast sechzig Jahre ältere Modell von Wiking in die Hand und vergleicht beide, so muss man neidlos feststellen, dass Wiking die Formen des NSU RO 80 schon vor sehr langer Zeit ziemlich perfekt miniaturisiert hat. Klar, an verschiedenen Details kann man das Alter der Konstruktion erkennen, die fehlenden transparenten Scheinwerfer oder auch die erhaben ausgeführten Gravuren zeigen recht deutlich, aus welcher Zeit das Modell stammt. Auch, dass sich die Rückleuchten nicht an der Karosserie, sondern auf den hinteren Stoßstangen befinden, ist sicherlich dem Alter und den damaligen Möglichkeiten bei Konstruktion und Formenbau zuzuschreiben. Aber trotzdem, gerade die 2023 erschienene Variante in hervorragend lackiertem Bronzemetallic ist noch immer eine Augenweide und muss sich auch im Vergleich mit den neueren Modellen von Minichamps nicht verstecken.
Allerdings ist mir beim ersten Betrachten der beiden Modelle aufgefallen, dass die Miniatur von Wiking irgendwie „zierlicher“ als die aktuelle von Minichamps wirkt. Ein Blick auf die nackten Zahlen widerlegt den Eindruck jedoch: Das Modell von Wiking ist deutlich größer als das Modell von Minichamps. Manchmal täuscht der erste Eindruck halt.
Letztlich muss ich auch gar nicht groß um den heißen Brei herumreden, die moderne Umsetzung des ikonischen NSO RO 80 von Minichamps ist hervorragend gelungen und hinterlässt einen sehr schönen Eindruck. Besonders die perfekte Lackierung des hellblauen Modells lässt den Verfasser ins Schwärmen geraten. Ich würde mir alle Youngtimer von Minichamps in dieser Qualität wünschen.
Fotos: Friedrich Auffenberg (Vorbild) & Tobias Voss (Modell)