Das Vorbild
Der Peugeot 405 wurde im Juli 1987 vorgestellt. Er löste den Peugeot 305 ab, übernahm aber auch die Rolle des eingestellten Talbot Solara, nachdem die Marke Talbot kurz zuvor aufgegeben worden war. Kernwettbewerber der Mittelklasselimousine waren Ford Sierra und Opel Vectra. Das von Pininfarina gestaltete Exterieur zeigt Ähnlichkeiten zum Alfa Romeo 164 (ebenfalls Pininfarina 1987) und verhalf dem 405 zum Titel „Auto des Jahres 1988”.
Der 405 war als Stufenheck (Berline) und als Kombi (Break) erhältlich. Die Ausstattungspalette umfasste beim Marktstart gleich zehn Varianten: Die Basislinien GL und GR deckten mit Motoren zwischen 1,4 und 2,0 Litern Hubraum den Volumenmarkt ab, die sportliche SR-Linie positionierte sich im gehobenen Mittelsegment, und die GRi-, SRi- und GTX-Varianten boten den 1,9-Liter-Einspritzmotor mit 125 PS an, der aus dem 205 GTI 1.9 stammte. Als Leistungsspitze wurde die Mi16 mit einem 1,9-Liter-16-Ventil-Aluminium-Vollmotor und 160 PS eingeführt. 1992 erfolgte eine tiefergehende Modellpflege erkennbar an geändertem Heck mit um 14 cm abgesenkter Ladekante, angepasster Front und neuem Interieur. Nur mit Facelift wurde das neue T16 Spitzenmodell mit 200 PS ausgeliefert.
Der 405, hier abgebildet ist ein T16 aus dem Museum in Souchaux, war international ein Erfolg: Weltweit wurden 2,5 Millionen Einheiten produziert (inkl. Iran Khodro Derivaten wohl bis zu 5 Millionen). Neben dem Stammwerk in Souchaux (Produktion 1988 bis 1995, Kombi 1997) entstanden 405 in Argentinien sowie in Lizenz in Polen (FSO), Ägypten, Simbabwe, Taiwan und Aserbaidshan. Wichtigster nichteuropäischer Markt war jedoch der Iran: seit 1991 produzierte Iran Khodro den 405. Derivate liefen bis 2024 vom Band, darunter eine verlängerte Limousine, der Pick-up Arisun, das Facelift Pars (mit modernisierter Front), der Peugeot RD/ROA (405-Karosserie auf Hinterradantrieb-Basis des Paykan) und der Nachfolger Samand (auf Basis des 405). Thematisch passend, war der 405 zudem das letzte in den USA verkaufte Peugeot-Modell, bevor der Hersteller sich 1991 vom amerikanischen Markt zurückzog.
Der 405 kam im Saarland als Einsatzfahrzeug der Landespolizei zum Einsatz. In Frankreich sorgten die Brigades Rapides d'Intervention der Gendarmerie Nationale auf den Autobahnen mit dem 405 T16 (200 PS) Facelift für Aufsehen. Zudem sind Einsatzfahrzeuge aus Grossbritannien, Iran und Argentinien bekannt. Ausreichend Gelegenheit also für internationale Varianten.
Das Modell
Zunächst erschienen 7 Varianten: bei PCX87 vier reguläre Modelle und eine saarländische Polizei, bei SAI zwei weitere Farbvarianten:
Die Modelle sind im Formenbau präzise umgesetzt. Mich begeistert die saubere Gravur und der dünne und dennoch deckende Farbauftrag der beiden 405 - beides leider keine Selbstverständlichkeit mehr bei aktuellen Neuheiten. Zumindest bei meinen Modellen zeigen sich keine wesentlichen Lackfehler und bislang auch keine Risse im Lack. Einziger Schönheitsfehler sind erkennbare Klebespuren an den Befestigungspunkten des Heckspoilers beim Mi16.
Der 405 ist umfangreich bedruckt mit einer klaren Differenzierung nach Varianten inkl. der sehr filigranen Typenkennzeichnung auf dem Heckdeckel und eines sehr präzisen Löwen an der Front. Der Blick mit dem Makroobjektiv zeigt, dass die Druckfarben des Schriftzuges nicht immer exakt aufeinander liegen, mit bloßem Auge fällt das jedoch nicht auf. Ebenfalls bedruckt sind die Heckleuchten, während die Frontscheinwerfer (und Zusatzscheinwerfer) separat eingesetzt sind.
Entsprechend der Konstruktionsphilosophie von PCX87 sind Front- und Heckscheibe bündig eingesetzt, während die Seitenscheiben nach innen hinter die B-Säule versetzt sind. Dank dunkel bedruckter Einfassungen aller Scheiben fällt dies beim 405 weniger deutlich auf als bei anderen Modellen. Allerdings muss man sagen, dass der Peugeot 406 von herpa aus den 90er Jaren dies mit deutlich geringerer (unlackierter) Dicke der Karosserie überzeugender erbrachte. Und natürlich sind wir weit weg von der Präzision eines Starmada-Modells oder (einiger, aber nicht aller) Minichamps-Modelle. Andererseits: mir ist diese ehrliche Darstellung (zumal bei dunklem Rahmen) deutlich lieber als verunglückte Schiessscharten.
405 von PCX87 und 406 von herpa verglichen, ist der sehr präzise Formenbau bei herpa erkennbar, mit schmalen B-Säulen (dafür aber stärker eingezogener Heckscheibe), separat eingesetzten Front- und Heckleuchten und ebenfalls dem Löwen im Frontgrill. Trotzdem sprint der Funke beim herpa-Modell nicht ganz über: einerseits wohl die unglückliche grüne Farbe des 406, andererseits die beachtenswerte drucktechnische Leistung von PCX87 beim 405, die durchaus einen Unterschied macht.
Zeitgenössisch interessant ist auch der Vergleich von Peugeot 205 von REE (wir berichteten) und von PCX87. Die beiden GTI und Cabriolet von PCX87 sind sehr ähnlich konstruiert (wenngleich mit umstrittener hinterer Karosseriebreite) und ebenfalls überzeugend bedruckt. REE wählt dagegen beim beigen Basis 205 filigraner eingepasste Seitenscheiben - dafür mit einem uneinheitlichen Reflektionsbild (sprich: keiner gleichmässigen Oberfläche des sehr dünnen Materials). Insofern ist wohl jede der Konstruktionen ein Kompromiss ...
Kurzum, der 405 von PCX87 ist ein sehr gelungenes Modell, dass in den beiden vorgestellten Farben gefällt. Die damalige Farbvielfalt (rund 40 Farbtöne über Laufzeit) und Polizeiausführungen bieten Gelegenheit für weitere Varianten, wobei auf meiner Wunschliste das Facelift T16 in “Vert Roland Garros” und als blaue französische Gendarmerie ganz oben stehen.
Der Peugeot 405 wurde im Juli 1987 vorgestellt. Er löste den Peugeot 305 ab, übernahm aber auch die Rolle des eingestellten Talbot Solara, nachdem die Marke Talbot kurz zuvor aufgegeben worden war. Kernwettbewerber der Mittelklasselimousine waren Ford Sierra und Opel Vectra. Das von Pininfarina gestaltete Exterieur zeigt Ähnlichkeiten zum Alfa Romeo 164 (ebenfalls Pininfarina 1987) und verhalf dem 405 zum Titel „Auto des Jahres 1988”.
Der 405 war als Stufenheck (Berline) und als Kombi (Break) erhältlich. Die Ausstattungspalette umfasste beim Marktstart gleich zehn Varianten: Die Basislinien GL und GR deckten mit Motoren zwischen 1,4 und 2,0 Litern Hubraum den Volumenmarkt ab, die sportliche SR-Linie positionierte sich im gehobenen Mittelsegment, und die GRi-, SRi- und GTX-Varianten boten den 1,9-Liter-Einspritzmotor mit 125 PS an, der aus dem 205 GTI 1.9 stammte. Als Leistungsspitze wurde die Mi16 mit einem 1,9-Liter-16-Ventil-Aluminium-Vollmotor und 160 PS eingeführt. 1992 erfolgte eine tiefergehende Modellpflege erkennbar an geändertem Heck mit um 14 cm abgesenkter Ladekante, angepasster Front und neuem Interieur. Nur mit Facelift wurde das neue T16 Spitzenmodell mit 200 PS ausgeliefert.
Der 405, hier abgebildet ist ein T16 aus dem Museum in Souchaux, war international ein Erfolg: Weltweit wurden 2,5 Millionen Einheiten produziert (inkl. Iran Khodro Derivaten wohl bis zu 5 Millionen). Neben dem Stammwerk in Souchaux (Produktion 1988 bis 1995, Kombi 1997) entstanden 405 in Argentinien sowie in Lizenz in Polen (FSO), Ägypten, Simbabwe, Taiwan und Aserbaidshan. Wichtigster nichteuropäischer Markt war jedoch der Iran: seit 1991 produzierte Iran Khodro den 405. Derivate liefen bis 2024 vom Band, darunter eine verlängerte Limousine, der Pick-up Arisun, das Facelift Pars (mit modernisierter Front), der Peugeot RD/ROA (405-Karosserie auf Hinterradantrieb-Basis des Paykan) und der Nachfolger Samand (auf Basis des 405). Thematisch passend, war der 405 zudem das letzte in den USA verkaufte Peugeot-Modell, bevor der Hersteller sich 1991 vom amerikanischen Markt zurückzog.
Der 405 kam im Saarland als Einsatzfahrzeug der Landespolizei zum Einsatz. In Frankreich sorgten die Brigades Rapides d'Intervention der Gendarmerie Nationale auf den Autobahnen mit dem 405 T16 (200 PS) Facelift für Aufsehen. Zudem sind Einsatzfahrzeuge aus Grossbritannien, Iran und Argentinien bekannt. Ausreichend Gelegenheit also für internationale Varianten.
Das Modell
Zunächst erschienen 7 Varianten: bei PCX87 vier reguläre Modelle und eine saarländische Polizei, bei SAI zwei weitere Farbvarianten:
- PCX87 0744 Peugeot 405 Mi16 (1987), dunkelrot metallic
- PCX87 0745 Peugeot 405 SRi (1987), beige metallic
- PCX87 0746 Peugeot 405 GRi (1987), hellblau metallic
- PCX87 0747 Peugeot 405 SRi (1987), dunkelblau
- PCX87 1684 Peugeot 405 GRi (1987), Polizei Saarland
- SAI 6381 Peugeot 405 GRI (1987), blanc banquise
- SAI 6384 Peugeot 405 SRI (1987), gris chateau metallic
Abb.: Peugeot 405 GRi von PCX87, hellblau metallic
Abb.: Peugeot 405 Mi16 von PCX87, dunkelrot metallic
Die Modelle sind im Formenbau präzise umgesetzt. Mich begeistert die saubere Gravur und der dünne und dennoch deckende Farbauftrag der beiden 405 - beides leider keine Selbstverständlichkeit mehr bei aktuellen Neuheiten. Zumindest bei meinen Modellen zeigen sich keine wesentlichen Lackfehler und bislang auch keine Risse im Lack. Einziger Schönheitsfehler sind erkennbare Klebespuren an den Befestigungspunkten des Heckspoilers beim Mi16.
Der 405 ist umfangreich bedruckt mit einer klaren Differenzierung nach Varianten inkl. der sehr filigranen Typenkennzeichnung auf dem Heckdeckel und eines sehr präzisen Löwen an der Front. Der Blick mit dem Makroobjektiv zeigt, dass die Druckfarben des Schriftzuges nicht immer exakt aufeinander liegen, mit bloßem Auge fällt das jedoch nicht auf. Ebenfalls bedruckt sind die Heckleuchten, während die Frontscheinwerfer (und Zusatzscheinwerfer) separat eingesetzt sind.
Entsprechend der Konstruktionsphilosophie von PCX87 sind Front- und Heckscheibe bündig eingesetzt, während die Seitenscheiben nach innen hinter die B-Säule versetzt sind. Dank dunkel bedruckter Einfassungen aller Scheiben fällt dies beim 405 weniger deutlich auf als bei anderen Modellen. Allerdings muss man sagen, dass der Peugeot 406 von herpa aus den 90er Jaren dies mit deutlich geringerer (unlackierter) Dicke der Karosserie überzeugender erbrachte. Und natürlich sind wir weit weg von der Präzision eines Starmada-Modells oder (einiger, aber nicht aller) Minichamps-Modelle. Andererseits: mir ist diese ehrliche Darstellung (zumal bei dunklem Rahmen) deutlich lieber als verunglückte Schiessscharten.
Abb.: Ansichten von GRi und Mi16 von PCX87, Gegenüberstellung mit Peugeot 406 von herpa
405 von PCX87 und 406 von herpa verglichen, ist der sehr präzise Formenbau bei herpa erkennbar, mit schmalen B-Säulen (dafür aber stärker eingezogener Heckscheibe), separat eingesetzten Front- und Heckleuchten und ebenfalls dem Löwen im Frontgrill. Trotzdem sprint der Funke beim herpa-Modell nicht ganz über: einerseits wohl die unglückliche grüne Farbe des 406, andererseits die beachtenswerte drucktechnische Leistung von PCX87 beim 405, die durchaus einen Unterschied macht.
Zeitgenössisch interessant ist auch der Vergleich von Peugeot 205 von REE (wir berichteten) und von PCX87. Die beiden GTI und Cabriolet von PCX87 sind sehr ähnlich konstruiert (wenngleich mit umstrittener hinterer Karosseriebreite) und ebenfalls überzeugend bedruckt. REE wählt dagegen beim beigen Basis 205 filigraner eingepasste Seitenscheiben - dafür mit einem uneinheitlichen Reflektionsbild (sprich: keiner gleichmässigen Oberfläche des sehr dünnen Materials). Insofern ist wohl jede der Konstruktionen ein Kompromiss ...
Abb.: Peugeot 405 von PCX87 und 406 von herpa, 405 von PCX87 mit 205 von PCX87 und REE
Kurzum, der 405 von PCX87 ist ein sehr gelungenes Modell, dass in den beiden vorgestellten Farben gefällt. Die damalige Farbvielfalt (rund 40 Farbtöne über Laufzeit) und Polizeiausführungen bieten Gelegenheit für weitere Varianten, wobei auf meiner Wunschliste das Facelift T16 in “Vert Roland Garros” und als blaue französische Gendarmerie ganz oben stehen.
Text und Fotos: Andreas Dippe