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Bericht
von Andreas Plogmaker am Mittwoch 13. Mai 2026, 21:25
Kurz vorgestellt: BMW XM (G09) von Minichamps
Das war doch fast klar wie Kloßbrühe: Minichamps bringt uns eines der „Enfants Terribles“ - obwohl diese Bezeichnung bereits dem von Chris Bangle gezeichneten Dickschiff des 7ers (E69) galt - der bayerischen Motorenwerke für den heimischen Schreibtisch oder den Spielteppich ... oder doch nur für die Vitrine? Während das Original im Maßstab 1:1 eher so wirkt, als hätte jemand eine Schrankwand mit einem Tarnkappenbomber gekreuzt, kommt der BMW XM im Maßstab 1:87 deutlich platzsparender daher.

Nierenversagen ausgeschlossen ... und ... Viel hilft viel (vor allem beim Bezahlen)

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Der XM ist das erste eigenständige M-Modell seit dem legendären, straßentauglichen "Supersportwagen" M1. Aber statt flacher Flunder gibt es hier „Präsenz“ bis zum Abwinken im doppelten Sinne. BMW hat dem Wagen Nieren verpasst, die so groß sind, dass man darin problemlos eine vierköpfige Familie unterbringen könnte – inklusive Haustier. Mit über 2,7 Tonnen Lebendgewicht ist der XM zudem so schwer, dass er beim Einparken vermutlich eigene Gezeitenhübe auslöst.

Unter der Haube tobt ein V8-Hybrid mit bis zu 748 PS in der „Label Red“-Edition. Das reicht, um das Gewicht eines mittleren Allosaurus in knapp 3,8 Sekunden auf Landstraßentempo zu bringen. Dass der XM laut Datenblatt nur etwa 1,6 Liter verbrauchen soll, ist ein herrlicher Treppenwitz der Automobilgeschichte – sofern man den Akku an der heimischen Solaranlage vollpumpt und nicht mehr als 80 Kilometer zum nächsten Golfplatz pendelt.

Wer den Dicken in der Garage haben will, muss mindestens 170.000,- Euro locker machen. Da ist das Modell von Minichamps doch eine echte Sparmaßnahme, auch wenn wir hier preislich – wie bei den Aachenern gewohnt – im 1:87-Sektor ebenfalls eher in der „Premium-Abteilung“ einordnen können.

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Minichamps hat diese Wuchtbrumme auf eine Länge von knapp sechs Zentimeter in Kunststoff komprimiert. Die markanten, (im Modell nicht) beleuchteten (beleuchtbar eher für Superbastler) Nierenränder und die exzentrische (oder eher extraterristische) Linienführung wurden fast präzise umgesetzt. Ob man das Design nun als „mutig“ oder als „visuellen Auffahrunfall“ bezeichnet – in der Vitrine macht dieses bayerische Erzeugnis ordentlich Alarm. Verglichen mit dem Vorbild, fällt erneut die leichte Tendenz zu seitlichen Sehschlitzen auf - nicht so ausgeprägt wie beim Audi e-tron (wir berichteten in einer Kurzvorstellung), aber doch auszumachen. Die wie üblich saubere Lackierung, separate Außenspiegel und sogar ein Innenspiegel im vorbildgerechten Innenraum, sieht man gern.

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Auch an diesem neuen Modell finden sich die wenig konturenscharfen Karosseriefugen bzw. Sicken wieder, die in früheren Jahren z.B. von Herpa nahezu perfekt umgesetzt wurden. So wirkt das Modell an allen Ecken und Kanten rund und weichgespült. Zumindest im Makrobereich bleibt es sichtbar. Das Schicksal teilen die Modelle von Minichamps allerdings mit den Marktbegleitern. Die alufarbenen Fensterverzierungen wirken etwas übertrieben, dagegen sitzt die Verglasung nahezu perfekt. Grill, Stoßstangen mit Diffusor sowie Auspuffrohre sind fein dargestellt. Bekannt feine Felgen runden das Gesamtbild ab. Scheinwerfer und Rückleuchten aus klarem Kunststoff unterstreichen den Anspruch von Minichamps, exklusive Modelle auf den Markt bringen zu wollen. Die Exklusivität teilen sie natürlich mit dem Vorbild.

Bang(l)e Frage am Schluss

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XM oder XM? Welcher soll es sein? Beim Citroën XM ist mehr angesagt, mehr Kofferraum, mehr Innenvolumen, mehr "flachere" Flunder, mehr Design. Früher war gefühlt mehr in vielerlei Hinsicht. Der "wahre" XM ist doch das französische Exemplar. Aber waren damals die Citroën in ihrer Wirkung nicht genauso "komisch"? In der Gesellschaft von Rolls-Royce Cullinan (wir berichteten) und Audi e-tron (wir berichteten) dürfte sich der BMW XM sicherlich wohl fühlen, während der 59er Kapitän (wir berichteten) vergleichend stehen soll zum großen Oberklasse-Luxus vor über 60 Jahren. Dennoch: Wann kommt eigentlich der Audi RS Q8 im Maßstab 1:87? Erstmal kündigen sich weitere BMW-Modelle der Kategorie "Enfant Terrible" an.

Text und Fotos: Andreas Plogmaker

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