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von Mo87-History am Montag 18. Mai 2026, 09:34
Kurz vorgestellt: VW Golf 1 (1975) von Bub mit Wiking- und Brekina-Blick - reloaded
Diese Modellvorstellung ist eine ältere Modellvorstellung, die seit einiger Zeit offiziell nicht mehr abrufbar war. Durch Foren-Updates und Serverwartungen konnten ältere Berichte nicht mehr übertragen werden. Nach und nach werden wir die Modellvorstellungen in dieser Rubrik wieder zugänglich machen und versuchen, die Berichte den ursprünglichen Autoren zuzuordnen. Außerdem versuchen wir, die Berichte mit größeren Bildern aufzufrischen, sofern die Originalbilder noch vorliegen. Die Berichte entsprechen dem Stand der "Drucklegung" und werden nicht um Varianten ergänzt, die seitdem erschienen sind. Die Modellvorstellungen sind insgesamt genauso als Retrospektive zu betrachten wie etwaig genannte Preise (UVP). Seid gespannt auf mehr. Aktuelle Modellvorstellungen und sämtliche Reloads findet Ihr im Inhaltsverzeichnis - sortiert nach Automarken - wieder.

Die Modellvorstellung des VW Golf 1 von Bub ist erstmals am 25.11.2007 auf der Hauptseite von mo87 veröffentlicht worden. Ein Metallmodell oder Spielmodell in eher erstaunlicher Bedruckungsqualität gab Anlass für das Verfassen einer Modellvorstellung. Wenn auch grobe Gravuren und dicker Lack sehr auffällig waren, ist das Modell für ein Metallmodell ganz ordentlich. Allerdings kann es mit den Kunststoffmodellen nicht mithalten. Der im Text genannte T2 erzeugt allerdings schon mehr Bauchweh, wenngleich die Mägen der Sammler durchaus unterschiedlich reagieren - siehe hier das Fazit zum Golf von Bub.


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Der neue VW Golf I aus dem Hause Bub wurde einer Inspektion unterzogen. Ob die Miniatur den Modell-TÜV bestanden hat, ist in unserer neuesten Modell-Vorstellung zu erfahren.

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Der VW Golf I war zum Erfolg verdammt. Sinkende Verkaufszahlen der heckgetriebenen, luftgekühlten Modelle, allen voran der Käfer, veranlassten Volkswagen Ende der 1960er Jahre zum Umdenken: Eine moderne Kompaktwagenreihe musste her, an der die Zukunft der Marke hing. Schon damals setzte man aus Kostengründen auf das Baukastenprinzip, so dass einzelne Teile für verschiedene Modellreihen genutzt werden konnten. Doch über das Stadium eines Prototyps kam - mit Ausnahme des Audi 50, aus dem später der Ur-Polo wurde - keiner der Vorschläge hinaus. Das änderte sich Ende 1969, als der Volkswagen-Vorstand grünes Licht für die Reihe "EA 337" gab. In nur vier Jahren - üblich waren damals fünf - sollte ein Kompaktwagen mit wassergekühltem Vierzylinder-Reihenmotor und Reihengetriebe entwickelt werden. Keine geringerer als der italienische Automobildesigner Georgio Giugiaro, der zu diesem Zeitpunkt als Haus- und Hofdesigner von Alfa Romeo die Autofans verzückte, sollte der neuen Technik ein zeitgemäßes, passendes Kleid schneidern. Parallel zur eigenen Entwicklung bekam auch Porsche von VW den Auftrag, einen kompakten PKW zu entwickeln, doch stoppte man das Projekt 1971 und entschied sich endgültig für den Golf. Insgesamt verschlang die Entwicklung der ersten Golf-Generation 1,5 Milliarden D-Mark.

Im Mai 1974 konnte der Golf erstmals bei den Volkswagen-Händlern bestaunt werden. Zu Beginn standen zwei Motorisierungen (1,1 Liter/50 PS und 1,5 Liter/70 PS) sowie zwei Karosserievarianten (Zwei- und Viertürer) zur Auswahl. Rund zwei Jahre später ergänzte der Golf GTI (1,6 Liter/110 PS), das sportliche Topmodell, die Modellpalette. Bis zu seiner Ablösung 1983 wurden vom "Ur-Golf" rund fünf Millionen Fahrzeuge produziert, in Südafrika läuft er als "Citigolf" noch heute nahezu unverändert vom Band.

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Wenn ein Modellautohersteller sein Augenmerk auf automobile Legenden legt, darf natürlich der erste Golf nicht fehlen. Und so hat BUB nach dem betagten Wiking-Modell und dem auch schon rund zehn Jahre alten Brekina-Golf erstmals einen Golf aus Metall auf die 87-fach verkleinerten Räder gestellt. Auch wenn sich die Modelle der Wendelsteiner eigentlich mehr als Sammlerspielzeug denn als Miniaturmodelle verstehen, ist mit dem Golf - wie auch schon zuvor mit dem VW T2 - ein durchaus gelungenes Modell entstanden, das sich ohne Bauchweh neben Brekina-Miniaturen einparken lässt.

Eine Karosserie, ein Glasteil, eine Bodenplatte, zwei Schrauben, zwei Achsen, vier zweiteilige Räder - aus mehr Teilen besteht der Golf der BUBen nicht. Doch die "einfache" Umsetzung des Modells weiß zu gefallen, der Maßstab stimmt, die Proportionen des Vorbildes werden überzeugend wiedergegeben. Der Kompakte aus Wolfsburg ist ordentlich, aber nicht zu dick lackiert und lupenrein bedruckt: Die winzigen Typenschildern auf der Heckklappe, die dreifarbigen Rücklichter, das VW-Logo auf dem Kühlergrill und die Scheinwerfer, die Fensterrahmen, die Düsen für die Scheibenwischanlage sowie der Heckscheibenwischer sind in Form von Bedruckungen vorhanden. Der Tankdeckel ist graviert und zusätzlich schwarz bedruckt, ebenso die Türgriffe. Der Auspuff wurde gesilbert und ist das einzige Detail der Bodenplatte. Die zweiteiligen Räder mit den profilierten Reifen wirken gut, die Achsen sind leider ein klein wenig zu lang, das kennt man von Wiking. Eine kleine Überraschung im Innenraum: Die Sitzflächen des ansonsten schwarz gehaltenen Interieurs wurden hellgrau abgesetzt!

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Abb.: Bub neben Wiking (rot, hochbeinig) und Brekina (schwarz) jeweils als GTI

Es gibt wenig zu kritisieren am BUB-Golf: Der rundum verlaufende, hauchdünne Zierstreifen war beim Vorbild ein wenig anders platziert, als es beim Modell der Fall ist, auch den Lufteinlass auf der Motorhaube hätte man noch bedrucken können. Wirklich schade ist allerdings, dass der "normale" Golf und sein GTI-Pendant aus ein und derselben Form bestehen. So ist beim gelben Standardmodell die kleine Plattform im Kühlergrill zu erkennen, auf der der GTI seinen Schriftzug trägt. Auch auf die Außenspiegel hat man verzichtet.

Der Golf I von BUB ist kein Spielzeugauto, sondern ein "richtiges" Modell und vielleicht die bislang gelungenste Umsetzung des Kompaktwagens aus Wolfsburg.

Epilog von aps 2026: Und Tante Edith weiß es ... Mittlerweile gibt es einen Golf I von PCX87, leider nur als Zweitürer, aber immerhin als GTI, Pirelli, Polizei und Postgolf. Wir berichteten.

Text: Oliver Sebert; Fotos: Marc Schmidt

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