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Bericht
von Andreas Plogmaker am Dienstag 23. Juni 2026, 16:03
Kurz vorgestellt: BMW i7 (2023) von Minichamps
Die leuchtende Prunk-Karosse für Tech-Nerds

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Manchmal fragt man sich, was die Designer in München eigentlich ins morgendliche Heißgetränk gemischt bekommen oder noch einfacher: was sie gesoffen haben. Da hat sich die H0-Modellautogemeinde gerade erst mühsam von der Schnappatmung erholt, die der Anblick der SUV-Brockens iX und XM ausgelöst haben (könnten), nachdem die Originale bei ihrem Erscheinen eine ebensolche Schnappatmung unter den BMW-Freunden ausgelöst hatten, da rollt schon der nächste bayrische Endgegner des guten Geschmacks heran. Ein Wagen, der die automobile Welt so radikal spaltet wie ein Harvester den Urwald: der BMW i7.

Optisch ist diese Luxuslimousine, immerhin 5,39 m lang, auf ein echtes Dickschiff auf Rädern. Die Front ist kein dezentes Gesicht mehr, sondern eine architektonische Drohung – dominiert von einer Niere im Scheunentor-Format, die im Dunkeln auch noch stolz illuminiert wird, flankiert von Scheinwerfer-Schlitzen mit echten Swarovski-Kristallen, von BMW „Iconic Glow“ genannt. Man weiß beim ersten Blick nicht, ob das Kunst ist, oder ob der Wagen gleich das Visier schließt, um die Weltherrschaft zu übernehmen.

Während die europäischen Automobiljournalisten beim Anblick des Blech-Giganten noch kollektiv nach Riechsalz verlangten, feierte die Tech-Gemeinde im Netz den i7 als das "ultimative Gadget". Wer die automatischen Türen überlebt hat (die beim Schließen gern mal die Beine der Passagiere auf Standfestigkeit prüfen, aber Dank Sensorik, Rotlicht und Kraftmessung Schlimmes verhindern), landet im Innenraum in einer anderen Dimension. Hier schwenkt im Fond auf Knopfdruck ein 31,3“ großer 8K-Fernseher („BMW Theatre Screen“) aus dem Dachhimmel, während das 2,7 t schwere Trumm dank Luftfederung so gespenstisch lautlos über die Straße schwebt, dass man vom Fahren so gut wie gar nichts mehr mitbekommt. Perfekt für woke Influencer, Neureiche, Oligarchen von Welt, die beim Netflix-Gucken nicht durch profane Dinge wie Asphaltkontakt gestört werden wollen.

Nachdem wir uns also geistig auf dieses weitere automobile „Enfant terrible“ (wir hatten bereits den XM und den iX "nicht-M60") eingestellt haben, widmen wir uns der Miniatur. Minichamps hat sich der Luxusklasse angenommen und einen weiteren E-BMW in den Maßstab 1:87 aus Kunststoff übertragen. Schauen wir mal, wie die Aachener (oder deren Auftragnehmer in China) die kristallenen Lichtschlitze, das gewaltige Heck und vor allem das unübersehbare „Doppel-Scheunentor“ an der Front im H0-Format umgesetzt haben ...

Zwei Farben haben auf den Schreibtisch gefunden: Graumetallic und Schwarzmetallic. Letzteres wirkt eher wie unifarben und läuft den Erwartungen konträr – unattraktiv. Daneben hat Minichamps ein Rotmetallic und ein konservatives Silbermetallic auf den Markt gebracht.

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Klassisch ist am Vorbild nichts. Klassisch konstruiert ist jedoch das Modell. Und das ist gut so. Es fallen sofort die angesetzten Außenspiegel auf, die – ganz Luxus-Karosse – mit üppiger Silberung einschließlich der Spiegelfläche aufwarten. Das setzt sich am gesamten Modell fort. Scheibenrahmen, Schwellerleisten und Kühlergrill, den das Original eigentlich nicht bräuchte. Minichamps setzt auf Scheinwerfer und Rückleuchten aus klarem Kunststoff, was dem Modell guttut. Die blauen Akzente als Markenzeichen für die Elektrophilosophie sind im Gegensatz zum iX weniger auffällig. Der i7 soll mehr gediegenen Luxus, denn auffällige Sportlichkeit tragen.

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Sauber aufgedruckte Typbezeichnungen und BMW-Propeller an Front und Heck zeugen von optimaler Bedruckungskultur. Als Schmankerl befindet sich im oberen Bereich der Heckscheibe das dritte Bremslicht. Das wirkt richtig gut. Für seine Optik kann das Modell nichts. Es bildet ja das Original ab. Durch die lang gezogenen Heckleuchten wirkt der i7 hier eher grazil, anders als an der Front. Das ist Minichamps gelungen. Dank des Verzichts auf weiß bedruckte Kennzeichenfelder steht einem Diorama-Einsatz als Neufahrzeug beim Händler nichts im Wege. Die Bilder der Handmuster (wir berichteten) suggerierten ein Glasdach mit Blick auf die perfekt umgesetzte Inneneinrichtung. Die vorliegenden Modelle lassen diesen Blick allerdings nicht wirklich zu, obschon das Original serienmäßig über ein festes Panorama-Dach verfügt. Das Glasdach ist beim Modell zwar vorhanden, aber die Wirkung kommt in Kombination der sehr starken Tönung und der schwarzen Innenausstattung nicht rüber. Denken wir uns die von BMW angebotene "Sky Lounge" und erfreuen uns an einem modernen Fahrzeug als Modell und Bereicherung der Sammlung – übrigens auch für mich als eher den Altzeitern zugetaner Modellautofan.

Text und Fotos: Andreas Plogmaker

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