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Bericht
von Tobias Voss am Freitag 26. Juni 2026, 07:25
Kurz vorgstellt: Emergency Einsatzfahrzeuge von Iconic Replicas
Die rettungsdienstlichen Systeme von Deutschland und den USA haben sich in den 1970er Jahren deutlich unterschieden. In Deutschland herrschte fast überall das System „Load and Go“ vor, so dass der Patient, egal wie schlecht es ihm ging, schnellstmöglich und so gut wie ohne eine medizinische Versorgung in das nächste Krankenhaus gebracht. In den USA hingegen wurde bereits Anfang der 1970er Jahre die Ausbildung des Paramedic eingeführt, so dass eine gewisse Versorgung an der Einsatzstelle erfolgt. Auch war es in Teilen der USA damals schon üblich, einen Arzt per Funk um Rat zu fragen. Warum diese Ausführungen, wenn die Folgen der Serie „Notruf California“ erstmalig seit 1993 im deutschen Fernsehen gezeigt wurde? Das lässt sich ganz einfach begründen, denn die Serie „Emergency!“ wurde bereits zwischen 1972 und 1977 vom US-amerikanischen Sender NBC ausgestrahlt.

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Zur Springfield Massachusetts Railroad Hobby Show im Januar 2024 zeigte der eigentlich für Busmodelle bekannte US-amerikanische Hersteller Iconic Replicas in einer Vitrine Muster von zwei Feuerwehrmodellen, die an der fiktiven Station 51 des Los Angeles County Fire Department (LACoFD) eingesetzt wurden und ihren regelmäßigen Auftritt in der US-amerikanischen Serie „Emergency!“ hatten.

Für die Verhältnisse von Iconic Replicas sehr schnell wurden die Modelle bereits im Dezember 2024 in den USA zur Auslieferung bereitgestellt, sowohl bei Gunter’s Car Company als auch bei Veit Kornberger waren die Modelle erhältlich. Da Iconic Replicas von der Nachfrage überrascht war - die erste Serie war recht schnell ausverkauft - hat man die beiden Modelle nachproduziert. Mittlerweile sind auch Varianten des Fire Truck in Ausführungen der Feuerwehren Chicago und San Francisco ausgeliefert worden. Ich konnte die beiden Modelle zur Modellbau Schleswig-Holstein Ende Februar 2025 bei Gunter Pelz abholen. Grund die beiden Modelle endlich einmal der breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

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Iconic Replicas hat das zweite in der Fernsehserie eingesetzte Modell sowohl in den Maßstab 1:50 als auch in unseren Maßstab übertragen. Es handelt sich dabei um einen Ward LaFrance P80 Ambassador, der 1973 erstmalig in Dienst gestellt wurde. Er ist seit der dritten Staffel der Serie im Einsatz. Das Modell wurde von Iconic Replicas in meinen Augen perfekt in unseren Maßstab übertragen. Die Gravuren sind präzise, die farbliche Gestaltung und die Drucke beeindruckend. Die Scheibenwischer an der Kabine sind an die transparente Scheibe angespritzt und mit den ebenfalls vorhandenen Fensterrahmen mehrfarbig bedruckt. Die an der rechten Fahrzeugseite montierten Leitern sind insgesamt dreifarbig in braun, schwarz und weiß ausgeführt, bei den an der linken Seite hängenden formstabilen Saugschläuchen sind die Schläuche selbst schwarz gehalten und die Verbindungsarmaturen silbern abgesetzt.

Der Wasserwerfer auf dem Fahrzeug wurde ebenfalls dreifarbig in Rot, Silber und Gelb nachgebildet, die beiden Lüfter auf dem Dach sind ebenfalls dreifarbig und die Atemschutzflaschen immerhin zweifarbig ausgeführt. Das Bedienfeld der Feuerlöschkreiselpumpe befindet sich amerikatypisch auf der linken Seite des Einsatzfahrzeuges, auch dort wurden die Details mit vielen Drucken dargestellt.

Auf dem Kabinendach befindet sich mittig eine transparent rote Rundumkennleuchte, die mit den weiteren an der Front vorhandenen gerichteten Kennleuchten für die Sichtbarkeit des Fahrzeuges sorgt. Unterhalb des mittleren Fenstersteges befindet sich die nachgebildete akustische Sirene vom Typ Federal Signal Q-Siren, eine Sirene, die auch heute noch sehr gerne bestellt wird, weil sie die akustischen Warntöne rein mechanisch abgibt.

An der Front sind ebenfalls die beiden Doppelscheinwerfer aus klartransparentem Kunststoff vorhanden. Hier hätte man tatsächlich mit etwas Farbe die Gestaltung optimieren können, aber irgendwie erscheint mir das gerade wie Kritik an der C- oder D-Note der Kür.

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Eine Squad wie sie in der Serie eingesetzt und verwendet wird, passt so richtig zu keinem bekannten Einsatzfahrzeug aus Deutschland. Das Fahrzeug und deren Besatzung aus zwei Feuerwehrmännern wird zu allen möglichen Einsätzen geschickt, das sind neben typischen Feuerwehr-Einsätzen auch Verkehrsunfälle oder eingeklemmte Finger oder auch medizinische Notfälle wie Herzinfarkte. Die Eingruppierung des Fahrzeuges würde ich dabei irgendwo zwischen einem Voraus(lösch)fahrzeug und einem First-Responder-Fahrzeug ansiedeln. Gut, dass das für das Modell nicht wirklich relevant ist.

Wenden wir uns noch dem Modell der Squad 51, einem Dodge 300 des Modelljahres 1974 zu. Von der Bauart her wurde auf ein Fahrgestell mit einer serienmäßigen Einzelkabine ein Geräteaufbau mit mehreren Gerätefächern, die mittels Türen verschlossen werden, montiert. Die Umsetzung des Fahrzeuges hinterlässt dabei einen deutlich zwiegespalten Eindruck.

Während die Kabine und der Aufbau selbst recht ordentlich umgesetzt wurden, hinterlassen die Anbauteile wie Rotlichtbalken, Spiegel oder Trittstufen eher einen grobschlächtigen Eindruck. Aber auch bei Squad 51 sind die Drucke sehr detailliert und präzise umgesetzt. Auch sind die Scheibenwischer und die zusätzlichen Suchscheinwerfer am A-Holm extra angesetzte und verchromte Einzelteile.


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Im tiefer ausgeschnittenen und mit einem silbernen Boden ausgestatteten Innenraum des Aufbaus werden fünf mehrfarbig bedruckte Atemschutzflaschen in einem hellgelben Gestell gelagert.

Während der Ward LaFrance P80 Ambassador auf ganzer Linie zu überzeugen mag, bleibt aus meiner Sicht für den Dodge 300 leider nicht mehr ganz so viel Lob übrig.

Die Umsetzung dieses Modells, wenn auch eines anderen Baujahres, konnte Roco in den 1980er Jahren schon deutlich besser. Setzt man dann noch die in den USA aufgerufenen Preise von 39,95 USD für die Squad noch ins Verhältnis zum gebotenen, dann stellt sich ganz deutlich die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses Kaufes.

Trotz allem, und da bin ich wohl ein wenig durch meinen Zivildienst geprägt, gehören die beiden Modelle auch bei der absolut unterschiedlichen Umsetzungsqualität, zu den Überraschungsneuheiten des vergangenen Jahres (oder eher des Jahres 2024). Ebenso erfreulich ist, dass das Vorgängerfahrzeug des Ward LaFrance P80 Ambassador, der Crown FireCoach aus dem Jahre 1965, mittlerweile von Iconic Replicas angekündigt wurde.

Fotos: Tobias Voss

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