Die Modellvorstellung des Iveco Stralis AS 2007 von Rietze ist erstmals am 04.08.2007 auf der Hauptseite von mo87 veröffentlicht worden. Gerade weil Nutzfahrzeuge in den Modellvorstellungen dünn gesäht sind, ist dieses Kleinod äußerst wertvoll, zumal der Iveco Stralis - man glaubt es kaum - bald 20 Jahre alt ist. Die Zeit rennt. Erfreulicherweise können wir das Vorbild im Kleinen am Straßenverkehr teilnehmen lassen, wenn er sich im Vorbildstraßenverkehr bereits aus dem Staub gemacht hat, wohl in den Staub mancher Wüstenregion hinein oder eben den Weg in den Osten.
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2002 auf den Markt gekommen, wurde der Iveco Stralis einer permanenten Modellpflege unterzogen. Im letzten Jahr gab es neue Motoren und kürzlich eine überarbeitete Kabine. Rietze hat diese Modellpflege im Modell nachvollzogen.
In Ulm, um Ulm und um Ulm herum
Als Nachfolger des legendären TurboStar kam im Jahr 1992 der Iveco EuroStar auf den Markt - ganz im Stil von EuroTech und EuroCargo mit einer Kabine, die dem 90°-Winkel zu huldigen schien. Bis 2002 wurde das Topmodell des italienisch-deutsch-französischen Nutzfahrzeugherstellers (entstanden 1975 aus dem Zusammenschluss von Fiat, OM, Unic, Magirus sowie später Pegaso und der britischen Nutzfahrzeugaktivitäten von Ford) mit zunächst 375, 420 und 520 PS starken Motoren gebaut - übrigens ausschließlich im Ulmer Magirus-Werk. 1999 kamen dann die Cursor 10-Motoren auf den Markt und mit 390 und 430 PS auch dem EuroStar zugute; 2001 reichte Iveco die 12,9 Liter großen Cursor 13-Sechszylinder mit 380, 440 und üppigen 540 PS nach. Die Zeiten des V8-Bollerns waren damit auch im Iveco-Topmodell vorbei - günstige Verbrauchswerte und niedriges Fahrzeuggewicht machten dem Konzept ein Ende.
Für das Modelljahr 2003 wurde der EuroStar auch optisch gründlich überarbeitet und kam seither deutlich freundlicher und windschlüpfriger daher. Zugleich wurde der Name des Topmodells in "Stralis AS" geändert - die Lettern stehen für Active Space und damit das größte bei Iveco verfügbare Fahrerhaus. Im Verborgenen taten die bekannten Cursor 10- und Cursor 13-Motoren mit 400 bis 540 PS Dienst. Kurz darauf wurde auch der ehemalige EuroTech überarbeitet und fortan ebenfalls als Stralis geführt. Zur Unterscheidung folgten die Buchstaben AT für die Fernverkehrskabine (Active Time) bzw. AD für das Nahverkehrsfahrerhaus (Active Day). Zur IAA 2006 schließlich brachte Iveco den Stralis technisch erneut auf Höhe der Zeit: unter der Kabine des AS hielten Euro 5-Motoren mit 420 bis 560 PS Einzug, die Weiterentwicklungen der bekannten Cursor-Aggregrate darstellten.
Iveco geht auf Nummer sicher und testet neue Motoren oder Getriebe zunächst in bekanntem Umfeld. Erst nach der Bewährungsprobe folgt dann auch das Drumherum. Daher darf sich erst 2007 die neue Technik auch in neue Optik hüllen: Die Stralis-Baureihen werden einem Facelift unterzogen - das auch dem Modell zugute kommt.
Während sich in den neunziger Jahren sowohl Herpa als auch Rietze des EuroTech annahmen, wurde der EuroStar von Rietze, AWM und Wiking angeboten. Das große Facelift zum Stralis AS machten Rietze und mit einigem Abstand AWM mit, während die kleinen Stralis AT und AD auf der modellbauerischen Strecke blieben - die mittleren Baureihen finden im Modell zu geringen Absatz, als dass sich ein Hersteller in Zeiten schrumpfender Stückzahlen an dieses Risiko wagen würde. Doch selbst die Ankündigung, dass Rietze sich des aktualisierten Topmodells der Italiener annehmen würde, kam recht überraschend - Iveco ist einfach eine zu kleine Nummer im Nutzfahrzeugmarkt, als dass Miniaturen so selbstverständlich wie ein Actros oder ein großer MAN wären.
Noch überraschender war die Auslieferung des Stralis AS in der vergangenen Woche, die ohne nennenswerten Rummel im Vorfeld erfolgte - selbst um das im Juni vorab an Iveco ausgelieferte Werbemodell war es erstaunlich still geblieben.

Erwartet man auch im Modell ein kleines Facelift, zeigt der zweite Blick, dass Rietze die Kabine komplett neu konstruiert hat. Allein die Windleitbleche an den vorderen Kabinenecken wurden vom Vorgänger übernommen. Ebenfalls bekannt sind das Fahrgestell samt Chassisverkleidung und Teile des Kabinenunterteils sowie die Außenspiegel. So weit, so vorbildgerecht - mit der kleinen Ausnahme, dass das Vorbild links und rechts Weitwinkelspiegel einen zusätzlichen Spiegel zur Überwachung des Raums direkt vor dem Fahrzeug trägt. Am Modell hingegen kommt nur auf der Beifahrerseite ein Weitwinkelspiegel zum Einsatz; der "Fußgängerspiegel" und der zweite fahrerseitige Spiegel müssen vom detailverliebten Sammler in Eigenregie angefertigt werden.
Von dieser Petitesse abgesehen ist ein sehr gutes Modell entstanden, das sämtliche Veränderungen an der Außenhaut der Kabine in den Maßstab 1:87 überführt - einschließlich des geringfügig anders gestalteten Daches und der Fahrerhausrückseite! So ist natürlich der Iveco-Schriftzug in den Kühlergrill gewandert (an der bisherigen Position war er zu oft den Firmenschriftzügen im Weg gewesen und demontiert worden, was dem Hersteller gar nicht gefallen konnte); die Klappen der Außenstaufächer wurden neu modelliert, das angedeutete Fenster hinter den Türen in der Form geändert und auch der seitlich hervorlugende Luftansaugstutzen vorbildgerecht modifiziert. Kleinigkeiten, die zeigen, wie ernst Rietze den Formenbau genommen hat.

Sehr schön gemacht, wenn auch am komplett roten Modell erst nach Demontage zu erkennen, ist der Bereich des vorderen Stoßfängers mit den erneut durchbrochenen Stegen (deren Hintergrund der Sammler noch schwarz einfärben sollte). Die ausgezeichnete Idee, den Scheinwerfern durch farbliche Hinterlegung Leben einzuhauchen, wurde hingegen nur halbherzig umgesetzt: Statt Chrombedampfung musste silberne Farbe genügen, die den Bauteilen die räumliche Tiefe nimmt. Hier wäre zu wünschen, dass Rietze bei einer Nachauflage nachbessert - beim MAN Lion's City DD etwa hat man dies an gleicher Stelle getan. Bei einer umfangreicher bedruckten Speditionsversion könnte man sich zudem vorstellen, dass der Bereich hinter und unterhalb der seitlichen Fenster schwarz abgesetzt wird - beim Vorgänger hatte Rietze noch zur aufwendigen Lösung gegriffen, ein graues Einzelteil unterhalb der Fenster einzuklipsen. Das erlaubt die aktuelle Vorbildgestaltung nicht mehr, so dass Bedruckung der einzige gangbare Weg ist, dieses häufige, nichtsdestotrotz optionale Gestaltungsmerkmal umzusetzen.
In Verbindung mit den dank durchbrochener Felgen besten Radsätzen aller H0-Hersteller ist Rietze ein schönes Modell gelungen, auf das man kaum zu hoffen gewagt hatte - erst recht nicht in einer derart aufwendigen Umsetzung. Zur Perfektion fehlen nur Kleinigkeiten, die der Sammler bei Bedarf selbst nachrüsten kann - und gerade der Um- und Eigenbau macht dieses Hobby aus!
In Ulm, um Ulm und um Ulm herum
Als Nachfolger des legendären TurboStar kam im Jahr 1992 der Iveco EuroStar auf den Markt - ganz im Stil von EuroTech und EuroCargo mit einer Kabine, die dem 90°-Winkel zu huldigen schien. Bis 2002 wurde das Topmodell des italienisch-deutsch-französischen Nutzfahrzeugherstellers (entstanden 1975 aus dem Zusammenschluss von Fiat, OM, Unic, Magirus sowie später Pegaso und der britischen Nutzfahrzeugaktivitäten von Ford) mit zunächst 375, 420 und 520 PS starken Motoren gebaut - übrigens ausschließlich im Ulmer Magirus-Werk. 1999 kamen dann die Cursor 10-Motoren auf den Markt und mit 390 und 430 PS auch dem EuroStar zugute; 2001 reichte Iveco die 12,9 Liter großen Cursor 13-Sechszylinder mit 380, 440 und üppigen 540 PS nach. Die Zeiten des V8-Bollerns waren damit auch im Iveco-Topmodell vorbei - günstige Verbrauchswerte und niedriges Fahrzeuggewicht machten dem Konzept ein Ende.
Für das Modelljahr 2003 wurde der EuroStar auch optisch gründlich überarbeitet und kam seither deutlich freundlicher und windschlüpfriger daher. Zugleich wurde der Name des Topmodells in "Stralis AS" geändert - die Lettern stehen für Active Space und damit das größte bei Iveco verfügbare Fahrerhaus. Im Verborgenen taten die bekannten Cursor 10- und Cursor 13-Motoren mit 400 bis 540 PS Dienst. Kurz darauf wurde auch der ehemalige EuroTech überarbeitet und fortan ebenfalls als Stralis geführt. Zur Unterscheidung folgten die Buchstaben AT für die Fernverkehrskabine (Active Time) bzw. AD für das Nahverkehrsfahrerhaus (Active Day). Zur IAA 2006 schließlich brachte Iveco den Stralis technisch erneut auf Höhe der Zeit: unter der Kabine des AS hielten Euro 5-Motoren mit 420 bis 560 PS Einzug, die Weiterentwicklungen der bekannten Cursor-Aggregrate darstellten.
Iveco geht auf Nummer sicher und testet neue Motoren oder Getriebe zunächst in bekanntem Umfeld. Erst nach der Bewährungsprobe folgt dann auch das Drumherum. Daher darf sich erst 2007 die neue Technik auch in neue Optik hüllen: Die Stralis-Baureihen werden einem Facelift unterzogen - das auch dem Modell zugute kommt.
Während sich in den neunziger Jahren sowohl Herpa als auch Rietze des EuroTech annahmen, wurde der EuroStar von Rietze, AWM und Wiking angeboten. Das große Facelift zum Stralis AS machten Rietze und mit einigem Abstand AWM mit, während die kleinen Stralis AT und AD auf der modellbauerischen Strecke blieben - die mittleren Baureihen finden im Modell zu geringen Absatz, als dass sich ein Hersteller in Zeiten schrumpfender Stückzahlen an dieses Risiko wagen würde. Doch selbst die Ankündigung, dass Rietze sich des aktualisierten Topmodells der Italiener annehmen würde, kam recht überraschend - Iveco ist einfach eine zu kleine Nummer im Nutzfahrzeugmarkt, als dass Miniaturen so selbstverständlich wie ein Actros oder ein großer MAN wären.
Noch überraschender war die Auslieferung des Stralis AS in der vergangenen Woche, die ohne nennenswerten Rummel im Vorfeld erfolgte - selbst um das im Juni vorab an Iveco ausgelieferte Werbemodell war es erstaunlich still geblieben.
Erwartet man auch im Modell ein kleines Facelift, zeigt der zweite Blick, dass Rietze die Kabine komplett neu konstruiert hat. Allein die Windleitbleche an den vorderen Kabinenecken wurden vom Vorgänger übernommen. Ebenfalls bekannt sind das Fahrgestell samt Chassisverkleidung und Teile des Kabinenunterteils sowie die Außenspiegel. So weit, so vorbildgerecht - mit der kleinen Ausnahme, dass das Vorbild links und rechts Weitwinkelspiegel einen zusätzlichen Spiegel zur Überwachung des Raums direkt vor dem Fahrzeug trägt. Am Modell hingegen kommt nur auf der Beifahrerseite ein Weitwinkelspiegel zum Einsatz; der "Fußgängerspiegel" und der zweite fahrerseitige Spiegel müssen vom detailverliebten Sammler in Eigenregie angefertigt werden.
Von dieser Petitesse abgesehen ist ein sehr gutes Modell entstanden, das sämtliche Veränderungen an der Außenhaut der Kabine in den Maßstab 1:87 überführt - einschließlich des geringfügig anders gestalteten Daches und der Fahrerhausrückseite! So ist natürlich der Iveco-Schriftzug in den Kühlergrill gewandert (an der bisherigen Position war er zu oft den Firmenschriftzügen im Weg gewesen und demontiert worden, was dem Hersteller gar nicht gefallen konnte); die Klappen der Außenstaufächer wurden neu modelliert, das angedeutete Fenster hinter den Türen in der Form geändert und auch der seitlich hervorlugende Luftansaugstutzen vorbildgerecht modifiziert. Kleinigkeiten, die zeigen, wie ernst Rietze den Formenbau genommen hat.
Sehr schön gemacht, wenn auch am komplett roten Modell erst nach Demontage zu erkennen, ist der Bereich des vorderen Stoßfängers mit den erneut durchbrochenen Stegen (deren Hintergrund der Sammler noch schwarz einfärben sollte). Die ausgezeichnete Idee, den Scheinwerfern durch farbliche Hinterlegung Leben einzuhauchen, wurde hingegen nur halbherzig umgesetzt: Statt Chrombedampfung musste silberne Farbe genügen, die den Bauteilen die räumliche Tiefe nimmt. Hier wäre zu wünschen, dass Rietze bei einer Nachauflage nachbessert - beim MAN Lion's City DD etwa hat man dies an gleicher Stelle getan. Bei einer umfangreicher bedruckten Speditionsversion könnte man sich zudem vorstellen, dass der Bereich hinter und unterhalb der seitlichen Fenster schwarz abgesetzt wird - beim Vorgänger hatte Rietze noch zur aufwendigen Lösung gegriffen, ein graues Einzelteil unterhalb der Fenster einzuklipsen. Das erlaubt die aktuelle Vorbildgestaltung nicht mehr, so dass Bedruckung der einzige gangbare Weg ist, dieses häufige, nichtsdestotrotz optionale Gestaltungsmerkmal umzusetzen.
In Verbindung mit den dank durchbrochener Felgen besten Radsätzen aller H0-Hersteller ist Rietze ein schönes Modell gelungen, auf das man kaum zu hoffen gewagt hatte - erst recht nicht in einer derart aufwendigen Umsetzung. Zur Perfektion fehlen nur Kleinigkeiten, die der Sammler bei Bedarf selbst nachrüsten kann - und gerade der Um- und Eigenbau macht dieses Hobby aus!
- 60835 Iveco Stralis Mod. 2007 Zugmaschine: weiß
- 60836 Iveco Stralis Mod. 2007 Zugmaschine: rot und schwarz
- 60837 Iveco Stralis Mod. 2007 Zugmaschine: silbermetallic
Text und Fotos: Marc Schmidt