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von Mo87-History am Mittwoch 29. Juli 2026, 14:00
Kurz vorgestellt: DAF FT 2600 von Brekina (mit Blick auf DO 2000) - reloaded
Diese Modellvorstellung ist eine ältere Modellvorstellung, die seit einiger Zeit offiziell nicht mehr abrufbar war. Durch Foren-Updates und Serverwartungen konnten ältere Berichte nicht mehr übertragen werden. Nach und nach werden wir die Modellvorstellungen in dieser Rubrik wieder zugänglich machen und versuchen, die Berichte den ursprünglichen Autoren zuzuordnen. Außerdem versuchen wir, die Berichte mit größeren Bildern aufzufrischen, sofern die Originalbilder noch vorliegen. Die Berichte entsprechen dem Stand der "Drucklegung" und werden nicht um Varianten ergänzt, die seitdem erschienen sind. Die Modellvorstellungen sind insgesamt genauso als Retrospektive zu betrachten wie etwaig genannte Preise (UVP). Seid gespannt auf mehr. Aktuelle Modellvorstellungen und sämtliche Reloads findet Ihr im Inhaltsverzeichnis - sortiert nach Automarken - wieder.

Die Modellvorstellung der DAF FT 2600 von Brekina (mit Blick auf DO 2000) ist erstmals am 07.01.2013 auf der Hauptseite von mo87 veröffentlicht worden. Beide DAF-Lkw sind keine Exoten, sondern insbesondere in den Niederladen sowie Belgien absolute Alltagslastwagen gewesen, die ihren Weg auch in großen Zahlen - zumeist allerdings nicht mit deutscher Zulassung - auch nach Deutschland gefunden haben. Brekina hat zwei dieser Lastwagen äußerst filigran und vorbildgerecht in den Maßstab 1:87 umgesetzt, Fähigkeiten, die heute teilweise verlorengegangen zu sein scheinen.


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Nicht nur bei den PKW, nun auch bei den LKW schaut Brekina sich außerhalb deutscher Lande um. Das bescherte den Sammlern im vergangenen Jahr gleich zwei DAF Sattelzugmaschinen. Wir zeigen den modernen FT 2600 vor und streifen dabei auch den Vorgänger DO 2000.

Die Marke mit den niederländischen Wurzeln bereichert das H0-Sortiment ungemein, schließlich waren die markanten Frontlenker aus Eindhoven über Jahrzehnte hinweg feste Größen auf den Autobahnen in ganz Europa. Dass sich die Modellbauer nun diesen Klassikern annehmen, schließt eine schmerzhafte Lücke im Fuhrpark vieler Epoche-III- und IV-Enthusiasten. Bevor wir uns jedoch den filigranen Miniaturen im Detail widmen und die Unterschiede der beiden Generationen im Modell betrachten, lohnt sich wie gewohnt ein genauer Blick auf die historische Entwicklung des großen Vorbilds. (aus redaktionellen Gründen mit dem Reload ergänzt).

Glas-Hütte

Mit den neuen LKW-Modellen aus den Niederlanden bestätigt sich erneut, dass es eine großartige Idee von Brekina war, die markantesten Typen aus den europäischen Nachbarländern zu miniaturisieren. Nach dem Berliet mit der langen Haube bilden die Frontlenker von DAF jetzt einen wunderbaren Kontrast. Haubenwagen spielten in "Van Doorne's Automobielfabriek" nie eine große Rolle, und die Frontlenker hatten seit 1951 für Jahrzehnte ein eigenes, DAF-typisches Design: eine Kabine mit schräg stehender Front und einer breiten, durch drei Stege unterteilte Scheibe. So auch der DO 2000, Brekinas erstes Vorbild, der 1957 erschien, in einer sehr expansiven Phase des vielseitigen Autobauers: Neben der Herstellung von Anhängern, LKW-Fahrgestellen und unterschiedlichsten Aufbauten bis hin zum Omnibus begann DAF damals auch die Produktion eigener Motoren. Und im Folgejahr kam dann der "Daffodil" heraus, der etwas kuriose und daher unvergessliche, einzige PKW der Marke.

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Mit den LKW war die Firma weitaus erfolgreicher: Die Palette reichte von leichten Lieferwagen bis zu schweren Trucks wie dem DO 2000, der auf 14,8 Tonnen Gesamtgewicht ausgelegt und mit einer 11,1 Liter-Maschine, die 152 PS leistete, motorisiert war. 1961 steigerte man die Leistung und brachte eine verlängerte Kabine mit zweitem Seitenfenster heraus, doch im Folgejahr erschien schon die 2600-Serie, die europaweit für Furore sorgte. Zum einen, weil erstmals etwas Komfort in den Fernverkehr einzog: Die Kabine war für ihre Zeit sehr geräumig, gut belüftet und gefedert, im hinteren Teil fanden übereinander zwei Schlafliegen Platz. Dass es allzu gemütlich wurde, verhinderte allerdings der Motor, der nach wie vor zwischen den Sitzen angeordnet war. Mit seinen 204 PS aus 11,1 Litern Hubraum soll er den 19 Tonnen schweren Truck aber ordentlich in Bewegung gebracht haben.

Dazu kam das innovative Design: Das kubische Fahrerhaus, von W. van den Brink entworfen, saß als viereckiger Glas-Kasten über der Vorderachse. Die dreigeteilte Frontscheibe war zwar geblieben, aber die Fensterfläche hatte man massiv vergrößert, auch die rückwärtigen Scheiben, so dass der Fahrer eine hervorragende Rundum-Sicht hatte. Zugleich gab der lange vordere Überhang dem Wagen einen kraftvollen, vorwärtsdrängenden Touch. DAF zählte zu den ersten Herstellern, die das modische, kantige LKW-Styling umsetzten. In Deutschland wurde es vor allem durch den Designer Louis Lucien Lepoix bekannt, der zum Beispiel den charakteristischen Henschel HS Frontlenker von 1961 gestaltet hat und später unter anderem für Büssing arbeitete. Aufschlussreich ist auch der Vergleich des DAF 2600 mit der Kabine des amerikanischen Ford C, der schon 1957 debütierte: ebenfalls eine Glas-Hütte mit langem Überhang! (Vgl. Modell-Foto.)

DAFs erfolgreiches neues Top-Modell wurde 1968 leicht überarbeitet, vor allem erhielt der Grill nun quer liegende Streifen statt der senkrechten Stäbe, die man auch am Brekina-Modell findet. 1969 erschien dann die neue F-Reihe, die den 2600 endgültig 1973 ablöste.

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Innovativ zeigt sich auch Brekina bei der Miniaturisierung der DAF-Trucks. Schon der rundliche DO 2000 glänzte durch (erstmals!) separat eingesetzte Blinker und Rücklichter. Chassis und Inneneinrichtung waren nicht "von der Stange" wie früher, sondern speziell für das Modell entworfen. Einen kleinen Mangel an der Form hat ein niederländischer Sammlerkollege beim Treffen in Fulda deutlich gemacht: Von oben betrachtet, muss der vorspringende untere Grill eckig sein, Brekina hat ihn leicht gerundet. Dennoch ist es ein sehr gelungenes Modell, das den 2600 aber noch locker übertrifft! Da ist die schöne zweifarbige Gestaltung, wobei das Dach nicht separat montiert, sondern nachträglich lackiert wurde. Dann die erneut gesteigerte Fülle an Details, etwa die einzeln eingesetzten Wischer, die Positionslichter am Dach und die liebevolle Inneneinrichtung. Man beachte etwa den Schaltknüppel. Am Chassis, das dem neuen Vorbild entsprechend geändert wurde, fällt der filigrane Tankstutzen auf. Gesilbert wurden die Fensterrahmen, die Trittstufen, sogar die Chrom-Rahmen der Blinker: wunderbar!

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Kritik? Fällt mir nicht ein. Oder vielleicht die Spiegel, die nicht recht in die vorgesehenen Löcher passen wollen. Darüber hinaus bleibt höchstens ein Wunsch für die Zukunft: Dass Brekina eines Tages den Grill durchbrochen realisieren könnte. Bei den feinen Stäbchen des 2600 mag das recht anspruchsvoll sein, beim DO 2000 dagegen wäre es das Tüpfelchen auf dem i gewesen, wenn man die Streben nicht nur am oberen, sondern auch am unteren Grill dunkel hinterlegt hätte. Ich hoffe auf die nächsten attraktiven Europäer, und da das offenbar etwas dauern wird, möchte ich noch etwas anderes anregen, das an dieser Stelle schon einmal geschrieben wurde: Könnte man zwischenzeitlich nicht die leicht angestaubte Sattelauflieger-Flotte überarbeiten? Ein bisschen mehr Abwechslung vielleicht - der eindrucksvolle, von DAF selbst hergestellte Leichtmetallauflieger aus den frühen sechziger Jahren zum Beispiel wäre ein toller Anfang!

Übrigens hat Brekina inzwischen die beiden oben erwähnten Grillvarianten des DAF FT 2600 umgesetzt: die frühere Front mit senkrechten Rippen ebenso wie die spätere Variante mit waagerechten Stegen.

Text: Matthias Hennies; Modellfotos: Marc Schmidt; Vorbildfotos: Hermann Becker

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