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von Mo87-History am Freitag 31. Juli 2026, 09:31
Modellvorstellung: VW Scirocco II von Norev - reloaded
Diese Modellvorstellung ist eine ältere Modellvorstellung, die seit einiger Zeit offiziell nicht mehr abrufbar war. Durch Foren-Updates und Serverwartungen konnten ältere Berichte nicht mehr übertragen werden. Nach und nach werden wir die Modellvorstellungen in dieser Rubrik wieder zugänglich machen und versuchen, die Berichte den ursprünglichen Autoren zuzuordnen. Außerdem versuchen wir, die Berichte mit größeren Bildern aufzufrischen, sofern die Originalbilder noch vorliegen. Die Berichte entsprechen dem Stand der "Drucklegung" und werden nicht um Varianten ergänzt, die seitdem erschienen sind. Die Modellvorstellungen sind insgesamt genauso als Retrospektive zu betrachten wie etwaig genannte Preise (UVP). Seid gespannt auf mehr. Aktuelle Modellvorstellungen und sämtliche Reloads findet Ihr im Inhaltsverzeichnis - sortiert nach Automarken - wieder.

Die Modellvorstellung des VW Scirocco II von Norev ist erstmals am 08.12.2009 auf der Hauptseite von mo87 veröffentlicht worden. Norev begeisterte überraschend mit einem Glas V8 (wir berichteten)und folgte mit dem viel jüngeren VW Scirocco der 2. Generation ebenso überraschend. Lückenschluss gelungen, um dann mangels Variantenvielfalt und Fertigungssorgfalt irgendwie im Modellautouniversum versunken zu sein. Fast vergessen und doch aktueller denn je, schließlich kündigt PCX87 zum Jahresende 2026 den Scirocco II in der letzten Evolutionsstufe an. Das wäre "eigentlich" ein Grund mehr für Norev, mit frischen Farben in den Markt zu gehen. Den Farben Rot und Gelb folgte lange nichts. Jahre später tauchte ein Modell in "Perlorange" (Norev) auf. Das war es dann auch.


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Zum Jahresende (Anm.: Gemeint ist hier in der Tat das Jahr 2009) brachte Norev kurz hintereinander vier PKW-Neuheiten in den Handel, die allesamt schon eine Weile angekündigt waren. Mit dabei war der VW Scirocco der zweiten Generation, der die Lücke zwischen den Herpa-Modellen des ersten Sciroccos und dem Nachfolger Corrado füllt.

Der Wüstenwind

Einst schickte sich der Scirocco an, das Luftkühler-Erbe des phänomenalen Karmann Ghia anzutreten und bedeutete das endgültige Ende des Zeitalters wassergekühlter Motoren im VW-Konzern. In seiner zweiten Auflage ab März 1981 wurde der kantige (und heute kultige) Scirocco etwas verweichlicht, überzeugte die Kundschaft dennoch und wurde zum Bestseller. Sein Produktionsende begleitete die VW-Szene mit einem schmerzlichen Aufschrei und mochte sich mit dem Nachfolger Corrado lange Zeit nicht anfreunden. Scirocco I und Corrado gibt es von Herpa. Norev schließt eine Lücke.

Das Vorbild

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Der Scirocco war es, der 1974 die neue Golf-Basis erstmals in die Autohäuser brachte und das Ende der Käfer-Epoche einläutete. Der Golf I kam erst ein Vierteljahr nach dem Coupé auf den Markt. Im kantigen Giugiaro-Design fertigte Karmann den Scirocco I bis zur Ablösung durch die zweite Generation im Jahre 1981. Anders als zuvor entschied sich VW für eine eigenständige Designentwicklung. Mit vielen Rundungen und dadurch immerhin mehr Platz ging der Scirocco erneut auf Golf I-Basis in die zweite und zunächst auch finale Runde, was freilich damals noch niemand ahnte. Die neue Optik schreckte die Kundschaft nicht ab, im Gegenteil: Von Beginn an war der neue Scirocco ein Renner im Programm. Dabei kam die weiterhin große Vielfalt an Motoren dem Verkaufserfolg zugute. Von anfangs mageren 60 PS bis am Ende des Lebenszyklus mächtigen 139 PS aus 1,8 Litern Hubraum reichte die serienmäßige Evolution - Stichwort "16 Volt" (16V), wie er damals in der VW Szene auch gerne scherzhaft genannt wurde. Seine Leichtigkeit brachte prägende Fahrerlebnisse bei heutzutage traumhaften Verbrauchswerten. In seine Zeit fiel auch der aufkeimende Katalysatorwahn Mitte der achtziger Jahre, was sich leicht leistungsreduzierend auswirkte und anfangs den Verbrauch ansteigen ließ.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger brauchte der IIer keine Rieger-Verbreiterungsorgien durch jugendliche Rennfahrer über sich ergehen lassen. Als Gebrauchtwagen war er dennoch für manch interessante und manchmal absurde Fahrwerksakrobatik zu haben. VW selbst kurbelte den Verkauf mit attraktiven Sondermodellen und schönen Kunststoffverbreiterungen an Schwellern und Radläufen stetig an. Auch nach Erscheinen des recht glücklosen Nachfolgers mit dem neuen Namen Corrado lief der Scirocco-Absatz wie geschmiert. Der Scirocco mit der stark an den Golf I angelehnten Technik überlebte damit gar das offizielle Produktionsende des besten Golfs (II) aller Zeiten.

Über die belanglose Optik des II gibt es wenig zu berichten. Oder doch? Ja, die eckigen Doppelscheinwerfer an der Front gab es erst ab Modell 1984 (09.1983). Zufällig im Netz entdeckt: Die Rückleuchten fanden auch beim (unglaublich!) Aston Martin Virage Verwendung. Ein sportives Design, eben VW...

Das Modell

Wer hätte gedacht, dass nach dem Scirocco I von Herpa über 30 Jahre vergehen sollten, bis endlich die zweite Generation die 1:87-Welt erreichen sollte. Der auch heute noch überzeugende Scirocco I wirkt zwar neben dem neuen Norev-Modell mittlerweile reichlich betagt. Das liegt wohl auch und vor allem an den bloß gravierten Leuchten.

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Das Norev-Modell aus gelb durchgefärbtem und leicht durchscheinendem Kunststoff erreicht auf den ersten Blick zwar kein Brekina-Niveau, lässt aber die Form des Vorbilds klar herüberkommen. Auf die Front geschaut, fallen die eckigen Doppelscheinwerfer auf - also Modelljahr ab 1984. Dazwischen sitzt der separat eingesetzte Kühlergrill mit schwarzem VW-Zeichen, was durchaus vorbildgerecht ist, da ab Anfang der 90er Jahre vor dem "Cleanen" von Kühlergrills die VW-Zeichen kurzerhand geschwärzt wurden, um ein noch sportlicheres Äußeres zu erreichen. Schwarz und vorbildgerecht sind auch sämtliche weiteren Details hervorgehoben: Fein umrahmte Scheiben rundherum, schwarze Türgriffe, schwarze Außenspiegel und Scheibenwischer geben den Zeitgeist der Achtziger perfekt wieder, man hatte sich vom Chromglanz verabschiedet.

Die Schwärzungen um die Scheiben wirken beim gelben Modell allerdings etwas labberig. Das kann auf die erneut dicke Verglasung zurückgeführt werden, die auch bei diesem Modell der Optik nicht zuträglich ist. Außerdem mögen die seitlichen Fenster ein wenig zu groß geraten sein und das Modell im direkten Vergleich mit dem Vorbild weniger geduckt und sportlich erscheinen lassen. Die Schwärzung der Fensterrahmen hätte zur Kaschierung der dicken Verglasung besser direkt auf die Verglasung aufgebracht werden sollen. Bedauerlicherweise wurde die Strebe des Dreiecksfensters in den Vordertüren zu schräg gestellt.

Im Gegensatz zum Glas V8 (wir berichteten) verzichtete Norev beim VW auf den Innenspiegel. Dafür prangt auf der Heckscheibe unterhalb des serienmäßigen (und wiederum schwarzen) Heckspoilers der feine Schriftzug "Scirocco" auf dem Glas. Direkt auf der Kofferraumklappe ist kaum erkennbar ein weiterer Namenszug aufgedruckt. Das ist Detailverliebtheit, wie Sammler sie sich wünschen. Zwischen den separat eingesetzten Rückleuchten ist Raum für die Nummernschildaufnahme aus schwarzem Kunststoff; die Rückleuchten sind sogar mehrfarbig durchgefärbt.

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Vorn und hinten befinden sich separat eingesetzte Stoßstangen (die vordere verfügt sogar über Scheinwerferwaschdüsen!), die sich sehr leicht herausziehen lassen, um das Modell zu zerlegen. Dann sollte zunächst frontseitig das Chassis aus der Karosserie herausgenommen werden. Ein Hoch auf diese Montagepraxis. Denn nur so kann sich der Sammler und Bastler an der mattbraun lackierten, typisch-achtziger-Jahre-Inneneinrichtung erfreuen, die Dank ihrer Details zur Superung einlädt. Wirklich nichts wurde vergessen. Sogar das Lenkrad mit den vier Einbeulungen in der Mitte ist als typisches VW-Merkmal erkennbar.

Am Unterboden sind die wesentlichen Merkmale des Fahrwerks und der Antriebstechnik graviert. Der Auspuff ist gesilbert, dessen Endrohr - heute bereits Modellstandard - unterhalb der Stoßstange hervorlugt. Die profilierten Reifen, zum Glück ohne weiche Gummimischung, sind auf vorbildkonformen VW-Felgen gezogen, schließen aber leider nicht bündig mit dem Felgenkranz ab. Hier muss auf jeden Fall nachgearbeitet werden. Dadurch sind die Rolleigenschaften eierig und alles andere als angenehm.

Alles in allem ...

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... bringt Norev ein weiteres hochinteressantes Modell auf den Markt. Kleinere Mängel wie miserabel entgratete Räder, sich von der Felge lösende Reifen oder die schon beinahe obligatorische zu dicke Verglasung lassen sich angesichts des Preises von knapp sieben Euro verschmerzen.

Im Vergleich mit anderen Herstellern kann allerdings der durchgefärbte Kunststoff nicht überzeugen. Der Scirocco II wird seine Käufer finden und schreit schon nach Umsetzung der zahlreichen Sondermodelle. Qualitätssteigerungen sind Norev allerdings dringend geboten, will man Anschluss an das aktuelle Wettbewerbsniveau halten. Norev hat die Lücken des H0-Markts klar erkannt. Nach dem knapp 30 Jahre alten Modell des Scirocco I von Herpa und der aktuellen Scirocco-Interpretation von VW, sensationell verkleinert von Wiking, ergänzt Norev die Ahnengalerie endlich zum Trio.

Unter der Artikelnummer 840084 ist der VW Scirocco in den Farben Gelb und Rot lieferbar.

Text: Andreas Plogmaker; Fotos: Marc Schmidt

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