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Bericht
von Andreas Plogmaker am Sonntag 2. August 2026, 10:59
Kurz vorgestellt: Opel Rekord A Caravan (mit Magic-Blick) von Brekina
Der Abschied vom 50er Jahre Chrom-Barock

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Was für ein Quantensprung auf den deutschen Straßen des Jahres 1963! Hatte der Vorgänger Rekord P2 mit dezenten Heckflossen samt runden Doppelrückleuchten im Stil US-amerikanischer Vorbilder und ordentlich Lametta am Grill noch eifrig den Charme der ausgehenden Fünfziger versprüht, räumte Opel mit dem Rekord A radikal auf. Die Linien wurden geglättet, die Form sachlich, modern und spürbar von der US-Konzernmutter Chevrolet inspiriert. Ein echtes Statement für die aufstrebende Wirtschaftswunder-Gesellschaft – und die Fortsetzung der echten Rekord-Erfolgsgeschichte.

Während die Limousine auf Wunsch mit zwei oder vier Türen vorfuhr, gab es den praktischen Kombi – von Opel traditionsbewusst Caravan genannt – ausschließlich als Dreitürer. Ergänzt wurde das Nutzwert-Kabinett durch den vollverblechten Lieferwagen für Handwerk und Gewerbe. Unter der flachen Haube schufteten zunächst die grundsoliden Vierzylinder mit 1,5 und 1,7 Litern Hubraum (55 bis 67 PS), bevor ab 1964 sogar der bärenstarke 2,6-Liter-Sechszylinder mit 100 PS einzog.

Auch im Maßstab 1:87 hat der Rüsselsheimer Lademeister eine spannende Reise hinter sich: Wiking stellte Mitte der 60er Jahre die zweitürige Limousine auf die Räder, Jahrzehnte später gab die viertürige Limousine als komplette Neuvorstellung ihr Stelldichein (wir berichteten im Rahmen eines kleinen Modellüberblicks zum Opel Rekord). Nachdem Herpa dem Caravan in der vereinfachten Magic-Serie einst die ersten Sporen gab, schickt Brekina das Vorbild nun in einer kompletten Neukonstruktion (erneut) auf die Modellstraßen. Zeit für uns, dem neuen Brekina-Caravan ganz genau auf und unter die Blech Kunststoffhaut zu schauen ... und die Modelle auf Zelluloid zu bannen - äh, auf den Speicherchip.

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Der übliche Rundumblick zeigt uns ein in mittlerweile üblicher Art und Weise lackiertes und dekoriertes Modell der – gleich vorweg – besseren Ausführung von Brekina. Was ist "besser"? Es sind vergleichsweise dünne Wandstärken und gelungene Proportionen mit weder Schießscharten als Fenster noch Wintergartenallüren, wobei allenfalls die Heckscheibe eine gewisse butzenglasartige Lupenwirkung aufweist. Die verchromten Felgen mögen etwas groß wirken, die überkandidelten Weißwandringe verstärken diesen Eindruck noch. Gerade beim helltürkisen Modell wirkt das doch arg foppelig übertrieben – deshalb passt insbesondere die Überschrift bei diesem Exemplar nicht so ganz. Vorsicht ist beim Herausnehmen des Modells aus der Verpackung geboten: Die Frontstoßstange hat sich sofort verflüchtigt und der Außenspiegel lag lose im Blister herum – er war zum Glück nicht abgebrochen, sondern ist lediglich gesteckt. Zerlegbar ist das Modell mit entfernter Frontstoßstange allerdings noch nicht.

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Fensterchrom, eingesetzte, verchromte Stoßstangen, ein schicker Chromgrill, dessen Ritzen durchaus leicht dunkel wirken, sind neben den Türgriffen und dem Opel-Blitz die übliche Chromdekoration. Die Scheibenwischer sind auch bei diesem Modell zweiteilig: Der untere Teil mit Gelenk ist Bestandteil der Karosserie, der Restarm mit Wischerblatt wiederum Bestandteil der Verglasung, was wegen der wenig "butzigen" Verglasung allerdings erst auf den zweiten Blick auffällt. Auffälliger sind dagegen die beiden Frontscheinwerfer mit Streuscheibenoptik – gesilbert oder verchromt, jedoch ohne gläserne Abdeckung. Der Blick ins Innere lässt die Augenbrauen nach oben schnellen: Hinten hat der Laderaum Struktur mit Radkästen, auch die Sitzpolster sind vorbildkonform. Der Hit ist die durchgehende Sitzbank vorne. Weniger hitverdächtig, aber mittlerweile zu einem Rückschritt-Standard geworden, ist das Lenkrad als fester Bestandteil der Inneneinrichtung, welches mit der Oberkante des Armaturenbretts verbunden ist. So wird halt ein weiteres Formteil eingespart. Witzig ist in diesem Zusammenhang die Farbe der Innenausstattung: Der hellbraune Farbton erinnert an uralte Brekina-Zeiten (Barocktaunus oder Heckflosse bzw. noch immer VW T1) und passt damit stilistisch ins Altprogramm. Das freistehende Endrohr des Auspuffs teilt sich das neue Modell mit der altbekannten Herpa-Magic-Skalierung von Minichamps aus dem Maßstab 1:43.

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Abb.: Vergleich Caravan Herpa-Magic/Brekina und insbesondere der Nasenvergleich Wiking alt/neu, Magic und Brekina.

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Abb.: Kommentarloser Vergleich zwischen dem Rekord A Caravan von Herpa-Magic und Brekina.

Der Vergleich offenbart es wieder: Stelle niemals die gleichen Fahrzeugtypen verschiedener Hersteller nebeneinander! Insbesondere bei der Frontpartie zeigt sich sofort, wie unterschiedlich die Formenbauer die typische Rüsselsheimer "Nase" und die Proportionen der Scheinwerfer interpretiert haben. Da wirkt die eine Front schnell zu wuchtig, während die andere fast schon schmächtig rüberkommt.

Insgesamt präsentiert sich eine zeitgemäß feine und rundum detaillierte Ausführung des Opel Rekord A Caravan, zu der sich sicher gerne eine zweitürige Limousine in gleicher Ausführung gesellen darf. Das würde ins Programm passen, denn dem bisherigen Opel (Olympia) Rekord wurden stets beide Ausführungen zur Seite gestellt. Immerhin – und völlig logisch – würde künftig der abweichende Grill des Opel Rekord B den Caravan modernisieren können, was beim Vorbild bekanntlich nur von sehr kurzer Dauer zur Überbrückung bis zum Modellwechsel geschah. Spätestens mit Erscheinen des Rekord B Caravan im Brekina-Programm würde sich die Rekord B Limousine als Zwei- und/oder Viertürer vom gleichen Produzenten (!) durchaus anbieten ...

Nach der Fotosession kann ich mich nun endlich dransetzen, das (aus meiner Sicht) unsägliche Weißwandgefoppel zu entfernen.

Text und Fotos: Andreas Plogmaker

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