Die Modellvorstellung des Citroën H von Wiking ist erstmals am 08.01.2015 auf der Hauptseite von mo87 veröffentlicht worden. Nach dem uralten Modell von Praliné bzw. Busch erschien eine Neukonstruktion des Kult-Transporters aus Frankreich von Wiking. Die weiterhin lieferbaren Modelle von Norev alt (Kunststoff) und aus Kioskserie (Metall) boten sich geradezu für einen Vergleich an.
---
Nach dem Renault 4 fährt Wiking erneut auf der französischen Schiene und lieferte im Herbst den Kult-Lieferwagen Citroën HY in der Version ab 1968 an den Fachhandel aus. Wir haben uns das Modell des langlebigen Wellblechtransporters unserer Nachbarn westlich des Rheins natürlich genauer angesehen.
French Connection
Aus heutiger Sicht eine Besonderheit: ein uriges Fahrzeug mit hohem Wiedererkennungswert, Sympathieträger nicht nur in der Werbung und irgendwie ein Kultobjekt aus Frankreich - der Citroën HY. Lange Zeit hantierte die H0-Szene mit dem Modell von Praliné (später Busch), seltener kamen Altbestände von Norev zutage. Erst mit der Kiosk-Serie von Edition Atlas kamen via Universal Hobbies neue HY als Metallmodelle auf den Markt und rückten den Wellblechkasten wieder stärker ins Rampenlicht. Nach Übernahme der Formen bietet Norev diese Modelle seit Ende 2013 dem Fachhandel an. Mit Wiking schickt sich nun der Traditionshersteller an, auf dem Oldtimermodellsektor bei den Transporter-Modellen zu punkten.
Das Vorbild
Frankreich nach dem Krieg. Wiederaufbau, langsam in Trab kommende Wirtschaft, Handwerk und Industrie, all das verlangte nach Transportmitteln. Vor dem Krieg konnte Citroën den Kleintransporter TUB präsentieren, der es kriegsbedingt nur auf kleine Stückzahlen gebracht hat. Auferstehen durfte er nicht, stattdessen präsentierte Citroën einen Transporter in Wellblechdesign, ein Markenzeichen auch der dem HY folgenden Modellen anderer französischer Automobilhersteller. Das mag in der damaligen Zeit nicht bloß pragmatisch, sondern durchaus modern gewirkt haben. HY? Eigentlich heißt er H, der Buchstabe dahinter ist das Kennzeichen für die Nutzlast. Doch im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich das HY etabliert. Ich belasse es dabei.
Einfach, praktisch und günstig sollte er, dessen rasanten Beschleunigungswerte zunächst mit 35 PS zu genießen waren, sein. Eine Leistungssteigerung des Benziners auf 42 PS folgte 1962. Seit 1960 gab es einen so lauten wie rauhen Diesel mit 50 PS, zunächst von Perkins zugeliefert, kam er später von Indeor. Mit den 58 PS des Benziners erlangte der HY sein Leistungshoch, um noch Mitte der 70er Jahre einigermaßen adäquat mit weit neueren Konstruktionen des Wettbewerbs mithalten zu können. Die Technik stammte aus dem Citroën-Programm des Traction Avant.
Das Raumangebot mit ebenem Ladeboden und hineinragenden Radkästen hinten war enorm. Die Einfachheit der Konstruktion erlaubte verschiedenste Aufbauten in diversen Radständen, die insbesondere Aufbauherstellern zu verdanken waren. Nach ca. einer halben Millionen Exemplaren war Schluss. Überholtes Design, überholte bis nicht vorhandene Sicherheitsaspekte, schlicht antiquiert, Ende. Alle nachfolgenden Modelle haben nie diesen Charme und diese Sympathien erreichen können. Eigentlich schade. Umso mehr dürfen wir unser über eine Vielzahl von Modellen in allen möglichen Maßstäben freuen, allein vier in 1:87.
Die Modelle
Wiking: Überraschung! Oder doch nicht? Wiking fährt frankophil. Ente, Renault 4 und nun der populäre HY. Auf den ersten Blick stellt sich die Frage nach dem Warum, denn das Busch-Modell ist nach wie vor präsent. Also ein Modell für den zweiten Blick.
Über die Farbwahl von Erstauslieferungen mag man streiten. Ein HY ist für den Verfasser eher Grau oder Mattsilber denn Braunbeige. Gekauft wird trotzdem, denn das Vorbild begeistert und die Neugier auf angesichts der Modelle von Praliné/Busch aus Kunststoff und von Norev/UH aus Metall. Von vorne nach hinten betrachtet: Die schöne Nase in Vorkriegsoptik überzeugt mit feinen Gravuren; eine silbern abgesetzte Grillumrandung mit dem großen Citroën-Logo wird von gesilberten Scheinwerfer eingerahmt; Blinker sind orange. Die filigrane Frontstoßstange setzt Akzente. Schön, dass dann auch die Scheibenrahmen an allen Scheiben schwarz hervorgehoben sind. Ansonsten würde der braunbeige HY-Kasten etwas blass daherkommen. Hoffentlich zu verzeihen ist, dass ich die Blechrippen nicht gezählt habe.
Die vorderen Selbstmördertüren mit silbernen Griffen und sogar Schiebefenstern in den Türen laden regelrecht zum Einsteigen ein. Der Innenraum der Fahrerkabine ist gekonnt wiedergegeben. Das Armaturenbrett vor der Frontscheibe wurde dem Vorbild sehr gut nachempfunden, und die Sitze kommen dem Vorbild äußerst nahe. Die Frontscheibe wiederum scheint etwas zu groß zu sein - rein subjektiv im Vergleich zu den vielen Vorbildfotos. Und das Heckfenster könnte eher in Richtung Quadrat gehen, doch das fällt kaum auf. Die Schiebetür sitzt rechts und ist typisch auf der Karosserieseitenlinie aufliegend. Getankt wird auf der rechten Seite und - oh - der hintere Radlauf ist eckig ausgeführt, glatt und nicht wellblechig wie fast die gesamte Karosserie. Der eckige Radlauf zeigt: es liegt ein HY ab Modelljahr 1968 vor.
Normale Dachhöhe, glattes Dach über dem Laderaum, glatte Seitenflächen auf Linie der Fensterhöhe vorn, exakte Kanten, all das schließt sich bis zum Heck in das gelungene Gesamtkonzept ein. Hinten sind auch die Rückleuchten farblich unterschiedlich abgesetzt. Das Modell steht auf sehr gut rollenden Reifen, die auf vorbildkonform schlichten Felgen aufgezogen sind.
Überraschend ähnlich ist übrigens das Solido-Modell im Maßstab 1:18. Wiking wird doch nicht etwa? Wie auch immer, es ist ein schönes Modell entstanden.
Busch (ehemals Praliné): Gefühlt ewig am Markt und vom Verfasser immer gemocht - das ist Pralinés HY. Das Modell - gut vergraben in Kartons habe ich das 1985er Messemodell gefunden - war vor 30 Jahren eine willkommene Ergänzung. Verglichen mit dem Wiking-Pendant verfügt es über eine extrem schmale Frontscheibe und eine deutlich breitere, eher an einen Mops erinnernde Nase. Dagegen gab es das Modell von Beginn an mit integrierten und für eine Spritzgussform durchaus als filigran zu bezeichnende Außenspiegel. Im Gegensatz zum Wiking-Modell ist die Ausführung der vorderen Trittstufe anders und der Radlauf hinten rund gehalten. Aufgrund seines Alters ist das Modell aus heutiger Sicht eher grob gehalten und formal nicht mehr recht zeitgemäß. Den Vorteil bietet dieses Modell in seinen ungezählt vielen Ausführungen und Varianten bis hin zu per Laser aufgeschnittenen Verkaufswagen, an das Wiking-Modell erfahrungsgemäß niemals heranreichen wird. Der HY ist im Busch-Programm ein wahrer Dauerbrenner und erschien noch im vorigen Jahr in neuen Farben und Dekorationen. Nebeneinander sollten die Modelle von Wiking und Busch jedoch besser nicht stehen.
Norev/Universal Hobbies (Metall): Über die Kiosk-Serie von Editions Atlas kam Mitte 2008 ein metallener HY auf den Markt. Er war zunächst nur sehr begrenzt lieferbar, die Serie "L`age d`or des voitures francaises" war auf Frankreich beschränkt. Nach und nach vermarktet Norev sämtliche Modelle der Serie in neuen Farben. So gibt es den HY, übrigens auf dem Unterboden richtigerweise mit "Type H" bezeichnet, seit Dezember 2013 in der markant mattsilbrigen Ausführung, mit dem der klassische HY assoziiert wird. Das Norev-Modell hat zwar eine ähnlich breite Nase wie das Busch-Modell, verdankt seine filigranere Wirkung aber nicht nur der Farbe, sondern auch verschiedenen Bedruckungen und separaten Stoßstange. Mit seinen runden Radläufen am Heck zieht er gleichauf mit dem Busch-Modell, punktet aber mit einer geteilten Frontscheibe. Die separaten Frontscheinwerfer stehen allerdings etwas zu weit ab, während die winzige Heckscheibe nicht unbedingt typisch, aber möglich ist, wie ein Foto bei Wikipedia beweist. Das Norev-Modell gewinnt aufgrund der Ausführung gegenüber dem "bloß" braunbeige gehaltenen Wiking-Modell und kann mit etwas Abstand auf der gleichen Straße parken wie die Neuheit aus Lüdenscheid.
Norev (Kunststoff): Micro-Miniatures hieß Norevs Modellautoserie im Maßstab 1:86 in den 1960er Jahren. Besonderheit des Citroen HY (vermutlich 1959 erstmals erschienen), der für die Franzosen natürlich zum Programm gehören musste, war die bewegliche Schiebetür. Ein mehr als 50-jähriges Modell muss sich keinem Vergleich mehr stellen. Es hat Unmengen Charme; eine zeitgemäße Miniatur kann und will es nicht sein. Eine Wiederauflage mit Michelin-Männchen auf dem Dach war aus nostalgischen Gründen beim Fototermin dabei. Im direkten Zusammenspiel mit dem weitaus feiner detaillierten, beigen Vergleichsmodell wird der nostalgische Kontrast erst recht spürbar. Wo heute feine Gravuren, exakte Proportionen und filigrane Scheinwerfer das Bild bestimmen, punktet der gelbe Veteran mit dicken Kunststoffwänden, grob gesilberten Stoßstangen und dem typischen Charme eines unkaputtbaren Spielkameraden aus vergangenen Tagen.
Das Fazit
Das filigranere Modell gibt es von Wiking. Alle vier Modelle unterscheiden sich erfreulicherweise in der formalen Ausführung. Zwar haben alle HY Selbstmördertüren, aber schon der eckige Radlauf beim Wiking-Modell gibt ihm neben der stimmigeren Front das gewisse Etwas. Wiking kann, ohne nachgemessen zu haben, wenn man dort will. So bleibt zu hoffen, dass eine populäre silbergraue Ausführung folgen wird. Von den undenkbar vielen Beschriftungsmöglichkeiten soll dabei keine Rede sein. Der Autor hat jedenfalls viel Freude an seinem Wiking-Modell. Umso erfreulicher, dass Wiking dem Standard-Kasten bereits eine kleine Variante als Verkaufswagen mit Klappe zur Seite gestellt hat. Hier scheint man das Werbepotential erkannt zu haben.
Bereits lieferbar:
French Connection
Aus heutiger Sicht eine Besonderheit: ein uriges Fahrzeug mit hohem Wiedererkennungswert, Sympathieträger nicht nur in der Werbung und irgendwie ein Kultobjekt aus Frankreich - der Citroën HY. Lange Zeit hantierte die H0-Szene mit dem Modell von Praliné (später Busch), seltener kamen Altbestände von Norev zutage. Erst mit der Kiosk-Serie von Edition Atlas kamen via Universal Hobbies neue HY als Metallmodelle auf den Markt und rückten den Wellblechkasten wieder stärker ins Rampenlicht. Nach Übernahme der Formen bietet Norev diese Modelle seit Ende 2013 dem Fachhandel an. Mit Wiking schickt sich nun der Traditionshersteller an, auf dem Oldtimermodellsektor bei den Transporter-Modellen zu punkten.
Das Vorbild
Frankreich nach dem Krieg. Wiederaufbau, langsam in Trab kommende Wirtschaft, Handwerk und Industrie, all das verlangte nach Transportmitteln. Vor dem Krieg konnte Citroën den Kleintransporter TUB präsentieren, der es kriegsbedingt nur auf kleine Stückzahlen gebracht hat. Auferstehen durfte er nicht, stattdessen präsentierte Citroën einen Transporter in Wellblechdesign, ein Markenzeichen auch der dem HY folgenden Modellen anderer französischer Automobilhersteller. Das mag in der damaligen Zeit nicht bloß pragmatisch, sondern durchaus modern gewirkt haben. HY? Eigentlich heißt er H, der Buchstabe dahinter ist das Kennzeichen für die Nutzlast. Doch im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich das HY etabliert. Ich belasse es dabei.
Einfach, praktisch und günstig sollte er, dessen rasanten Beschleunigungswerte zunächst mit 35 PS zu genießen waren, sein. Eine Leistungssteigerung des Benziners auf 42 PS folgte 1962. Seit 1960 gab es einen so lauten wie rauhen Diesel mit 50 PS, zunächst von Perkins zugeliefert, kam er später von Indeor. Mit den 58 PS des Benziners erlangte der HY sein Leistungshoch, um noch Mitte der 70er Jahre einigermaßen adäquat mit weit neueren Konstruktionen des Wettbewerbs mithalten zu können. Die Technik stammte aus dem Citroën-Programm des Traction Avant.
Das Raumangebot mit ebenem Ladeboden und hineinragenden Radkästen hinten war enorm. Die Einfachheit der Konstruktion erlaubte verschiedenste Aufbauten in diversen Radständen, die insbesondere Aufbauherstellern zu verdanken waren. Nach ca. einer halben Millionen Exemplaren war Schluss. Überholtes Design, überholte bis nicht vorhandene Sicherheitsaspekte, schlicht antiquiert, Ende. Alle nachfolgenden Modelle haben nie diesen Charme und diese Sympathien erreichen können. Eigentlich schade. Umso mehr dürfen wir unser über eine Vielzahl von Modellen in allen möglichen Maßstäben freuen, allein vier in 1:87.
Die Modelle
Wiking: Überraschung! Oder doch nicht? Wiking fährt frankophil. Ente, Renault 4 und nun der populäre HY. Auf den ersten Blick stellt sich die Frage nach dem Warum, denn das Busch-Modell ist nach wie vor präsent. Also ein Modell für den zweiten Blick.
Über die Farbwahl von Erstauslieferungen mag man streiten. Ein HY ist für den Verfasser eher Grau oder Mattsilber denn Braunbeige. Gekauft wird trotzdem, denn das Vorbild begeistert und die Neugier auf angesichts der Modelle von Praliné/Busch aus Kunststoff und von Norev/UH aus Metall. Von vorne nach hinten betrachtet: Die schöne Nase in Vorkriegsoptik überzeugt mit feinen Gravuren; eine silbern abgesetzte Grillumrandung mit dem großen Citroën-Logo wird von gesilberten Scheinwerfer eingerahmt; Blinker sind orange. Die filigrane Frontstoßstange setzt Akzente. Schön, dass dann auch die Scheibenrahmen an allen Scheiben schwarz hervorgehoben sind. Ansonsten würde der braunbeige HY-Kasten etwas blass daherkommen. Hoffentlich zu verzeihen ist, dass ich die Blechrippen nicht gezählt habe.
Die vorderen Selbstmördertüren mit silbernen Griffen und sogar Schiebefenstern in den Türen laden regelrecht zum Einsteigen ein. Der Innenraum der Fahrerkabine ist gekonnt wiedergegeben. Das Armaturenbrett vor der Frontscheibe wurde dem Vorbild sehr gut nachempfunden, und die Sitze kommen dem Vorbild äußerst nahe. Die Frontscheibe wiederum scheint etwas zu groß zu sein - rein subjektiv im Vergleich zu den vielen Vorbildfotos. Und das Heckfenster könnte eher in Richtung Quadrat gehen, doch das fällt kaum auf. Die Schiebetür sitzt rechts und ist typisch auf der Karosserieseitenlinie aufliegend. Getankt wird auf der rechten Seite und - oh - der hintere Radlauf ist eckig ausgeführt, glatt und nicht wellblechig wie fast die gesamte Karosserie. Der eckige Radlauf zeigt: es liegt ein HY ab Modelljahr 1968 vor.
Normale Dachhöhe, glattes Dach über dem Laderaum, glatte Seitenflächen auf Linie der Fensterhöhe vorn, exakte Kanten, all das schließt sich bis zum Heck in das gelungene Gesamtkonzept ein. Hinten sind auch die Rückleuchten farblich unterschiedlich abgesetzt. Das Modell steht auf sehr gut rollenden Reifen, die auf vorbildkonform schlichten Felgen aufgezogen sind.
Überraschend ähnlich ist übrigens das Solido-Modell im Maßstab 1:18. Wiking wird doch nicht etwa? Wie auch immer, es ist ein schönes Modell entstanden.
Busch (ehemals Praliné): Gefühlt ewig am Markt und vom Verfasser immer gemocht - das ist Pralinés HY. Das Modell - gut vergraben in Kartons habe ich das 1985er Messemodell gefunden - war vor 30 Jahren eine willkommene Ergänzung. Verglichen mit dem Wiking-Pendant verfügt es über eine extrem schmale Frontscheibe und eine deutlich breitere, eher an einen Mops erinnernde Nase. Dagegen gab es das Modell von Beginn an mit integrierten und für eine Spritzgussform durchaus als filigran zu bezeichnende Außenspiegel. Im Gegensatz zum Wiking-Modell ist die Ausführung der vorderen Trittstufe anders und der Radlauf hinten rund gehalten. Aufgrund seines Alters ist das Modell aus heutiger Sicht eher grob gehalten und formal nicht mehr recht zeitgemäß. Den Vorteil bietet dieses Modell in seinen ungezählt vielen Ausführungen und Varianten bis hin zu per Laser aufgeschnittenen Verkaufswagen, an das Wiking-Modell erfahrungsgemäß niemals heranreichen wird. Der HY ist im Busch-Programm ein wahrer Dauerbrenner und erschien noch im vorigen Jahr in neuen Farben und Dekorationen. Nebeneinander sollten die Modelle von Wiking und Busch jedoch besser nicht stehen.
Norev/Universal Hobbies (Metall): Über die Kiosk-Serie von Editions Atlas kam Mitte 2008 ein metallener HY auf den Markt. Er war zunächst nur sehr begrenzt lieferbar, die Serie "L`age d`or des voitures francaises" war auf Frankreich beschränkt. Nach und nach vermarktet Norev sämtliche Modelle der Serie in neuen Farben. So gibt es den HY, übrigens auf dem Unterboden richtigerweise mit "Type H" bezeichnet, seit Dezember 2013 in der markant mattsilbrigen Ausführung, mit dem der klassische HY assoziiert wird. Das Norev-Modell hat zwar eine ähnlich breite Nase wie das Busch-Modell, verdankt seine filigranere Wirkung aber nicht nur der Farbe, sondern auch verschiedenen Bedruckungen und separaten Stoßstange. Mit seinen runden Radläufen am Heck zieht er gleichauf mit dem Busch-Modell, punktet aber mit einer geteilten Frontscheibe. Die separaten Frontscheinwerfer stehen allerdings etwas zu weit ab, während die winzige Heckscheibe nicht unbedingt typisch, aber möglich ist, wie ein Foto bei Wikipedia beweist. Das Norev-Modell gewinnt aufgrund der Ausführung gegenüber dem "bloß" braunbeige gehaltenen Wiking-Modell und kann mit etwas Abstand auf der gleichen Straße parken wie die Neuheit aus Lüdenscheid.
Norev (Kunststoff): Micro-Miniatures hieß Norevs Modellautoserie im Maßstab 1:86 in den 1960er Jahren. Besonderheit des Citroen HY (vermutlich 1959 erstmals erschienen), der für die Franzosen natürlich zum Programm gehören musste, war die bewegliche Schiebetür. Ein mehr als 50-jähriges Modell muss sich keinem Vergleich mehr stellen. Es hat Unmengen Charme; eine zeitgemäße Miniatur kann und will es nicht sein. Eine Wiederauflage mit Michelin-Männchen auf dem Dach war aus nostalgischen Gründen beim Fototermin dabei. Im direkten Zusammenspiel mit dem weitaus feiner detaillierten, beigen Vergleichsmodell wird der nostalgische Kontrast erst recht spürbar. Wo heute feine Gravuren, exakte Proportionen und filigrane Scheinwerfer das Bild bestimmen, punktet der gelbe Veteran mit dicken Kunststoffwänden, grob gesilberten Stoßstangen und dem typischen Charme eines unkaputtbaren Spielkameraden aus vergangenen Tagen.
Das Fazit
Das filigranere Modell gibt es von Wiking. Alle vier Modelle unterscheiden sich erfreulicherweise in der formalen Ausführung. Zwar haben alle HY Selbstmördertüren, aber schon der eckige Radlauf beim Wiking-Modell gibt ihm neben der stimmigeren Front das gewisse Etwas. Wiking kann, ohne nachgemessen zu haben, wenn man dort will. So bleibt zu hoffen, dass eine populäre silbergraue Ausführung folgen wird. Von den undenkbar vielen Beschriftungsmöglichkeiten soll dabei keine Rede sein. Der Autor hat jedenfalls viel Freude an seinem Wiking-Modell. Umso erfreulicher, dass Wiking dem Standard-Kasten bereits eine kleine Variante als Verkaufswagen mit Klappe zur Seite gestellt hat. Hier scheint man das Werbepotential erkannt zu haben.
Bereits lieferbar:
- 0262 01 Citroën HY Kasten - braunbeige
- 0262 02 Citroën HY Verkaufswagen - lichtgrau