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von Mo87-History am Mittwoch 2. September 2026, 10:43
Modellvorstellung: Mercedes-Benz SLK (R172) von Herpa - reloaded
Diese Modellvorstellung ist eine ältere Modellvorstellung, die seit einiger Zeit offiziell nicht mehr abrufbar war. Durch Foren-Updates und Serverwartungen konnten ältere Berichte nicht mehr übertragen werden. Nach und nach werden wir die Modellvorstellungen in dieser Rubrik wieder zugänglich machen und versuchen, die Berichte den ursprünglichen Autoren zuzuordnen. Außerdem versuchen wir, die Berichte mit größeren Bildern aufzufrischen, sofern die Originalbilder noch vorliegen. Die Berichte entsprechen dem Stand der "Drucklegung" und werden nicht um Varianten ergänzt, die seitdem erschienen sind. Die Modellvorstellungen sind insgesamt genauso als Retrospektive zu betrachten wie etwaig genannte Preise (UVP). Seid gespannt auf mehr. Aktuelle Modellvorstellungen und sämtliche Reloads findet Ihr im Inhaltsverzeichnis - sortiert nach Automarken - wieder.

Die Modellvorstellung des Mercedes-Benz SLK (R172) von Herpa ist erstmals am 20.03.2011 auf der Hauptseite von mo87 veröffentlicht worden. Von Modellen aus aktueller Produktion kann man heute als Industrieauftrag nur Träumen. Damals war es so. Herpa und später Busch als Haus- und Hoflieferanten waren maßgebend zu einer Zeit, als Audi, BMW, Mercedes-Benz und auch VW die Palette auch im Maßstab 1:87 nahezu aktuell gehalten haben.


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Seit 1996 gibt es nun schon die dritte Generation des Mercedes SLK - im Original wie im Modell. Für den Maßstab 1:87 zeichnet einmal mehr Herpa verantwortlich.

Schön, luftig, komfortabel.

Vorbild

Sportlich, leicht, kurz ... vermutlich können die Wenigsten von uns dies für sich in Anspruch nehmen. Allerdings werden vermutlich auch die Wenigsten diese Kombination in ihrem Namen tragen, ganz im Gegensatz zum SLK von Mercedes-Benz. Dessen dritte Generation mit dem internen Kürzel R172 wird am 26. März 2011 in den Markt eingeführt.

Dritte Generation bedeutet, dass der SLK durchaus über eine eigene kleine Historie verfügt. Zwar reicht diese nicht wirklich bis zum 190 SL des Jahres 1955 zurück (auch wenn die Marketingstrategen von Mercedes-Benz diese Verbindung gerne bemühen), aber immerhin doch in das Jahr 1994. Seinerzeit wurde auf dem Autosalon in Turin eine vergleichsweise sportlich-spartanische Studie eines offenen Zweisitzers gezeigt, dessen Eigenschaften der Hersteller als sportlich, leicht und kurz beschrieb und damit die Erklärung für das Kürzel SLK lieferte. Bei dieser Studie fehlte jedoch noch jenes wesentliche Element, das den Serien-SLK ab 1996 zum Trendsetter machen sollte: Erst mit einer zweiten Studie präsentierte Mercedes-Benz der Öffentlichkeit im Herbst 1994 auf dem Pariser Salon das klappbare Metalldach. Das grundsätzliche Prinzip war zwar keineswegs neu, denn bereits in den 1930er Jahren hatte Peugeot ein ähnliches System entwickelt. Erstmals mit dem SLK erlangte ein derartiger Klappmechanismus jedoch eine solche Praktikabilität und Reife, dass der flinken Verwandlung eines Coupés in ein Cabriolet künftig nichts mehr im Wege stand.

Cabriolet? Um Himmels Willen, Roadster heißt der Fahrzeugtyp in der Terminologie von Mercedes-Benz, auch wenn Puristen sich dabei schütteln. Unzweifelhaft steht jedoch fest, dass im Jahr 1996 mit dem intern R170 genannten Zweisitzer eine Erfolgsgeschichte begann. Tatsächlich gab es nun ein halbwegs erschwingliches Spaßauto von Mercedes-Benz, das erheblich zu einer veränderten Wahrnehmung der Marke beitrug.

Auf dem Genfer Salon 2004 stellte Mercedes-Benz den Nachfolger mit der internen Baureihenbezeichnung R171 vor. Bei einem Grundpreis von rund 33.500 EUR startete die Motorenpalette mit einer 163 PS starken 1,8 Liter-Kompressor-Maschine und ist für ein Fahrzeug dieser Art völlig ausreichend. Dem S im Namen sollte nun auch optisch Rechnung getragen werden: Ausgeprägte Keilform, fließende Linien sowie eine lange, nach vorne flach abfallende Motorhaube ließen den R171 trotz größerer Maße um einiges sportlicher wirken als den eng geschnittenen R170. Tatsächlich erfolgte die Ausrichtung des Zweisitzers aber hin zu mehr Gediegenheit und Komfort. So sollte beispielsweise der AIRSCARF mittels eines warmen Luftstroms aus der Kopfstütze Offenfahrern auch bei kühlen Temperaturen einen steifen Nacken ersparen.

Sorgte der R171 bei seiner Präsentation noch für ein gewisses Aha-Erlebnis, zeigt sich der R172 völlig frei von Überraschungen. Dass sich das Design des kleinen SL-Bruders am derzeitigen Aushängeschild SLS AMG orientieren würde, war freilich klar. Im Sprachgebrauch von Mercedes-Benz verfügt der SLK nunmehr über eine "aufrecht und selbstbewusst im Wind stehende Kühlermaske". Vielleicht ist es auch nicht besonders erwähnenswert, dass diese Frontgestaltung erforderlich ist, um den Anforderungen des Fußgängerschutzes zu genügen. Fotos des R172 in direkter Seitenansicht lassen die Nase recht klobig erscheinen; aus anderen Blickwinkeln macht der neue SLK aber eine gute Figur. Zwar folgt auch er der von Mercedes-Benz derzeit favorisierten aggressiveren Formensprache. Im Vergleich zu anderen Baureihen aus dem gleichen Hause profitiert er jedoch davon, dass die Designer der Versuchung widerstanden, irgendwelche unnöseligen Lichtkanten unterzubringen, und mit dem Hüftschwung à la 1999er BMW Z3 sogar die Kofferraumfuge verdecken. Designer sind also doch lernfähig. Vielleicht bleiben uns künftig die in der Seitenansicht sichtbaren Fronthaubenfugen ebenfalls erspart.

Auch technisch präsentiert sich der R172 überraschungsfrei. Wie schon beim modellgepflegten Vorgänger leistet der Vierzylinder-Motor des Einstiegsmodells SLK 200 bei 1,8 Liter Hubraum 184 PS, nun jedoch mit Turbolader anstelle des Kompressors. Und auch der kleine Etikettenschwindel mit den Bezeichnungen geht weiter. Der SLK 250 verfügt ebenfalls "nur" über eine 1,8-Liter-Maschine, allerdings mit 204 PS. Daneben gibt es zur Markteinführung im SLK 350 einen Sechszylinder mit (und da passt es dann wieder) 3,5 Litern Hubraum und 306 PS. Selbstverständlich wird es auch vom neuen SLK ein AMG-Modell geben, und für 2012 ist die Einführung eines Dieselaggregats vorgesehen.

Neben dem optionalen AIRSCARF kann der Kunde beim SLK R172 wahlweise weitere Großbuchstaben bestellen. Zum Beispiel AIRGUIDE, ein neues Windschott-System mit speziell geformten Plexiglas-Elementen, oder MAGIC SKY CONTROL, ein Glasdach, das sich auf Knopfdruck hell oder dunkel schalten lässt. Daneben gibt es (ebenfalls optional) ein Glas-Panoramadach oder das serienmäßige lackierte Blechdach. Letzteres sollte eigentlich genügen, da dieses Auto ohnehin offen gefahren werden möchte. Das Dach lässt sich innerhalb von 20 Sekunden öffnen (und selbstverständlich auch wieder schließen). Der Grundpreis des neuen SLK liegt bei 38.675 EUR und damit nur unwesentlich höher als zuletzt beim Vorgänger.

Der eigentliche Inhalt der drei Buchstaben bleibt dem zum entspannten Gleiten einladenden SLK jedenfalls auch in der dritten Generation erhalten: schön, luftig, komfortabel.

Modell

Es ist ja mittlerweile keine Selbstverständlichkeit mehr, dass neuerscheinenden Vorbildern entsprechende Modelle im Maßstab 1:87 folgen. Erfreulicherweise setzt Herpa die Geschichte des Mercedes-Benz SLK im kleinen Maßstab fort, die für den geneigten Sammler allerdings keine reine Erfolgsgeschichte ist. Schöpfte der Hersteller aus Dietenhofen für damalige Verhältnisse beim R170 noch aus dem Vollen (zweifarbige Inneneinrichtung, aufsteckbares Dach, spätere Umsetzung der Facelift-Variante), so wurde der R171 trotz hervorragenden Formenbaus arg stiefmütterlich behandelt. Nicht nur, dass der Herpa-R171 auf schwarze Grill-Einsätze und jegliche Form von Innenspiegel verzichten musste. Es gab trotz entsprechender Vorbereitung auch kein aufsteckbares Dach mehr. Obwohl die Farbpalette des Original-R171 durchaus Auswahlmöglichkeiten bot, beschränkte Herpa sich bei den Serienmodellen auf weder attraktive noch vorbildgerechte Farbvarianten - ein glattes Eigentor. Diese Scharte gilt es nun mit dem Modell des R172 auszuwetzen, und die Werbemodelle legen den Schluss nahe, dass die Dietenhofener wohl einen ähnlichen Gedanken hatten.

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Wie schon bei den zuletzt erschienenen Audi- und BMW-Modellen ist Herpas Formenbau beim SLK R172 über jeden Zweifel erhaben. Die Maßstäblichkeit von Länge, Breite und Höhe wurde genau eingehalten, und jede noch so kleine optische Spielerei, die die Designer von Mercedes-Benz dem Original spendierten, findet sich auch im kleinen Maßstab perfekt modelliert wieder. An den Lackierungen gibt es bei den derzeit angebotenen drei Farben nichts zu meckern. Auf den Fotos mag die Farbe Indiumgrau recht grobkörnig erscheinen, doch dies ist der starken Vergrößerung geschuldet. Die Werbemodelle ruhen auf Sockeln der Firma Busch. Wegen der speziellen Halterungen befinden sich daher zwei entsprechende Löcher in der ausreichend detailliert gestalteten Bodenplatte des SLK.

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Die Ausstattung des Herpa-SLK R172 weist hingegen keine Löcher auf. Es gibt wieder ein beigelegtes Dach, das sich ohne Mühe aufstecken lässt und passgenau sitzt. Es handelt sich dabei um die Nachbildung des im Original serienmäßigen lackierten Blechdachs. Vor allem weckt dieses Dach die Begehrlichkeit, dass doch künftig bitte sämtliche auf ein Siebenundachtzigstel verkleinerte Cabriolets aufsteckbare Nachbildungen ihrer Blech- oder Stoffdächer erhalten. Obwohl die Dachformen von R171 und R172 sich sehr ähnlich sind, will das Dach des Herpa-R172 leider nicht beim Herpa-R171 passen. Dies liegt an den unterschiedlichen Formen der jeweiligen Gürtellinien. Beim aktuellen Modell steigt diese nur leicht nach hinten an, beim Vorgänger hingegen deutlich.

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Die Spiegelflächen von Innen- und Außenspiegel sind chrombedampft, ebenso wie die Auspuffrohre, das LED-Tagfahrlicht und der Mercedes-Stern samt Leiste auf dem fein strukturierten Kühlergrill. Die kleinen Finnen auf den Lüftungsgittern in den vorderen Kotflügeln sind gesilbert, und an Front und Heck sind zudem zwei kleine Mercedes-Sterne zu finden. Die Rückleuchten sind mit einer entsprechenden Silberung korrekt dargestellt, und die dritte Bremsleuchte wurde mittels roter Farbe realisiert. Lediglich bei den Frontscheinwerfern scheint Herpa mit orangen Farbtupfern zuviel des Guten gemacht zu haben. Tatsächlich sitzen die Frontblinker unterhalb der Doppelscheinwerfer, und auf keinem Foto des Originals lässt sich das Orange in der von Herpa umgesetzten Weise entdecken. Dies ist aber kein Problem, denn mit ein wenig Druck- und Lackentferner lässt sich der Farbtupfer beseitigen. Dafür sind die Halterungen der Frontscheinwerfer chrombedampft und sorgen auch bei den dunklen Modellen für helle Lampeneinsätze.

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Die Inneneinrichtung ist recht detailliert gestaltet, bei den drei Werbemodellen allerdings einheitlich komplett schwarz gehalten. Anders als beim Herpa-R171 besteht die Inneneinrichtung des R172 aber aus mehreren Teilen, so dass eine zweifarbige Gestaltung künftig nicht ausgeschlossen erscheint. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Modelle des neuen SLK über hervorragende Rolleigenschaften verfügen. Die Modell-Felgen sind den im Original optionalen 18-Zoll-Leichtmetallrädern R32 im 5-Speichen-Design nachempfunden. Herpas SLK R172 besteht einschließlich des zweiteiligen Dachs aus nicht weniger als 24 Einzelteilen, und die passen perfekt zusammen. Da unverklebt, lässt sich der SLK leicht demontieren, um Stabilität zu erreichen, genügt eine intelligente Konstruktion eben vollauf.

Und so setzt Herpa mit dem Mercedes-Benz SLK R172 Maßstäbe, an denen sich nicht nur Miniaturen anderer Modellhersteller messen lassen müssen, sondern auch die Produkte aus dem eigenen Hause. Bei dem seit einiger Zeit vollzogenen Spagat muss man sich in Dietenhofen nicht wundern, dass sich so mancher Sammler auch für die Youngtimer eine derart exzellente Qualität wünscht.

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Abb.: Mercedes 190 SL von Ricko und drei Generationen SLK sowie die drei aktuellen Mercedes-Sportwagenbaureihen von Herpa

Bleibt zu hoffen, dass Herpa sich bei den Serienmodellen nicht für vorbildfremde Farben entscheidet. Laut Prospekt bietet der Hersteller derzeit zwölf Farben zur Auswahl. Neben den drei bereits umgesetzten Metallic-Farben blieben Herpa daher sieben weitere Metallic-Lacke, und für die Standard-Ausführung stünden zudem Schwarz und Feueropal (Rot) zur Verfügung.
  • B6 696 0506 - Cavansitblau
  • B6 696 0507 - Indiumgrau
  • B6 696 0508 - Diamantweiß
Text und Fotos: Hermann Becker

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