Die Modellvorstellung der Mercedes-Benz L 406 D und O 309 von Brekina ist erstmals am 30.11.2010 auf der Hauptseite von mo87 veröffentlicht worden. Sie erschienen zunächst bei der Post. Eine Auslieferung erfolgte später an den Fachhandel in Zivilversionen. Aktuell (2026) findet eine erfreuliche Bedruckungsoffensive beim Kastenwagen statt. Vielleicht finden wir irgendwann auch neue Varianten vom kurzen O 309. Die Modelle gefielen an sich schon, doch... Abgrenzung wegen Radstand und Bauform hin oder her. Das leicht dötschige Gesicht bzw. die Backen neben dem Grill in der Frontansicht gefielen nicht jedem. In jüngster Zeit kamen weitere Varianten des Düsseldorfers von Brekina ins Programm. Mit dem Plateau-Abschlepper (wir berichteten) erschien eine südamerikanische Ausführung mit Kabine der Pritsche sowie ein nochmals anders intepretierter O 309 Bus mit langem Radstand. Man sollte keine Düsseldorfer verschiedener Hersteller nebeneinander stellen, in diesem Fall sogar keine Düsseldorfer des gleichen Herstellers. Die jüngsten Interpretationen fallen leider gegenüber den älteren Modellen deutlich ab.
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Völlig überraschend kam die Ankündigung des Düsseldorfer Transporters aus völlig neuen Brekina-Formen nicht: Schließlich orientierten sich die Teninger schon immer gerne an Wiking-Modellen, die 30 bis 40 Jahre früher erschienen waren. Der Mercedes-Großtransporter gehörte zum Alltagsverkehr der Siebziger bis Neunziger und durfte daher auch im Brekina-Programm nicht fehlen. Kleinbus und Kastenwagen in mittelhoher Ausführung mit kurzem Radstand grenzen sich geschickt von Miniaturen anderer Anbieter ab.
Der Düsseldorfer
Das Vorbild
1967 löste der neue, sachlich gestaltete Düsseldorfer den rundlichen Mercedes 319 ab. Nicht nur optisch, sondern auch technisch stellte der neue Transporter einen Fortschritt dar. Das neue Nutzfahrzeug der 3,5- bis 6,5-Tonnen-Klasse sollte 20 Jahre lang im ehemaligen Auto-Union-Werk Düsseldorf gefertigt werden und wurde währenddessen zwei Modellpflegemaßnahmen unterzogen. Von Beginn an setzte Daimler auf ein Baukastensystem, das eine schier unendliche Modellvielfalt zuließ und permanent ausgebaut wurde. Dabei wurden neben Dieselmotoren ab 60 PS auch Vergaservarianten angeboten, die in erster Linie dem PKW-Programm der Strichachter-Baureihe entstammten.
Kasten, Koffer, Pritsche, Doppelkabine und Bus, Basis für Sonderaufbauten und auch Wohnmobile erfreuten Kunden wie Aufbauhersteller. Den klassischen Transporter stellte der Kasten mit 2950 mm Radstand und einer Innenhöhe von 1600 mm dar. Optional gab es die erweiterte Innenhöhe von 1750 mm, erkennbar an der längeren Frontscheibe und der zusätzlichen Längssicke an den Seitenwänden, und die Variante mit 3500 mm Radstand, dann immer mit 1750 mm Innenhöhe. Ab 1972 bot Daimler beim Pritschenwagen einen Radstand von 4100 mm, ab 1974 auch bei Kasten und Bus (1750 mm Innenhöhe). Die längeren Varianten konnten zudem mit einem kleinen Zusatzhochdach bestückt werden, was das Innenmaß auf 1900 mm erhöhte. Der Bus O 309 wurde ausschließlich in der 1750 mm-Variante gefertigt. Ab 1980 konnte der Kunde eine breitere Variante ordern. Statt der üblichen 2100 mm wurden es 2400 mm für Kasten und Bus (innen 1930 mm), immer auf Basis des langen Radstands und mit unveränderter Spurbreite. Kurz: Die Variantenvielfalt war enorm.
Der Kühlergrill des Düsseldorfer war Bestandteil der Karosserie und demnach eigentlich in Wagenfarbe lackiert. Bekannt sind aber nicht nur Postfahrzeuge mit einem geschwärzten Kühlergrill, sondern auch zivile Nutzfahrzeuge als Pritsche oder Kasten. Wann und warum es diese Möglichkeit gab, konnte nicht geklärt werden. Womöglich war die farbliche Hervorhebung ein Merkmal ganz früher Modelljahre oder eine Mehrpreisoption zur optischen Auffrischung.
1977 stand die erste Modellpflege an: geänderte Stoßstangen mit Gummiüberzug und verbesserte Rücklichter, die nun nicht mehr in den empfindlichen Stoßstangenecken positioniert, sondern in die seitlichen Karosserieecken darüber verlegt worden waren. Die vorderen Schiebefenster wurden durch Kurbelfenster mit ausstellbaren Dreiecksfenstern ersetzt. 1981 hielt die zweite Modellpflege Einzug, sehr deutlich erkennbar am Kunststoffkühlergrill und einer viel breiteren Kunststoffstoßstange.
Dass der Düsseldorfer ein überzeugendes Fahrzeugkonzept darstellte, unterstrich seine Beschaffung durch Bundeswehr und Bundespost. Zudem sollte er zum Standardfahrzeug im Rettungsdienst werden.
Das Modell
Brekina: Irgendwie war klar, dass Brekina nicht am Düsseldorfer vorbeikommt. Und einmal mehr erweist sich die Deutsche Post als wichtiger Kunde, dem dieses neue Grundmodell zu verdanken ist. Erste Fotos ließen den Autor neugierig auf das Modell werden, doch ein Funke sprang zunächst nicht über. Oder täuschte der Eindruck, weil der Wikingsche Düsseldorfer einfach zu präsent ist?
Die Eckdatenermittlung ergab folgende Grunddaten: Vorbildradstand 2950 mm, Vorbildhöhe 1750 mm, also Flachdach mit größerer Innenraumhöhe. Prädestiniert für die RTW-Variante mit Hochdach, das es nur auf Basis dieser 1750 mm-Variante gegeben hat. Wiking-Kasten und Brekina-Modell unterscheiden sich also gewaltig, wie der Betrachter an der viel längeren Frontscheibe und der zusätzlichen Längssicke der Seitenwand erkennt.
Die lange Frontscheibe wird eingerahmt von äußerst filigranen Fensterstreben, die derart fein mit den Scheibengummis bedruckt sind, dass sogar die restliche Fensterstrebe in Wagenfarbe noch erkennbar ist - unglaublich! Die oberhalb des Frontscheibengummis aufliegenden Scheibenwischer (sehr gut!) sind ebenfalls schwarz gehalten. Davor befindet sich der gravierte Frischlufteinlass; im abfallenden Bereich darunter sitzen links und rechts die separat eingesetzten, orange-klaren Blinkergläser. Der Kühlergrill ist durchaus vorbildkonform schwarz gefärbt und überzeugt nicht nur mit den hell hinterlegten, glasklaren Frontscheinwerfergläsern, sondern auch durch den hauchfeinen, gesilberten Mercedes-Stern und die filigranen Kühlergrillrippen. Der Bereich zwischen Kühlergrill und Seitenlinie erscheint etwas zu breit, wodurch das Gesicht des Düsseldorfers ein bisschen pausbackig und platt anmutet.
Die Frontstoßstange mit weißem Kennzeichenfeld ist eingesetzt und beherbergt mittig sogar den Stift der Rangierkupplung, sitzt allerdings etwas zu hoch. Sogar die Trittstufen zum Fensterputzen sind vorhanden. In der Seitenlinie fallen die aufgedruckten Typbezeichnungen sowie die gesilberten Türgriffe der Fronttüren auf. Das Loch im Türrahmen dient zur Aufnahme der gelungenen Außenspiegel, die in einem Tütchen beiliegen (gleichzeitig stellen sie das sichtbare Türscharnier dar) und ziemlich fummelig anzubauen sind. Die Fenster der Fronttüren sind ebenfalls schwarz umrahmt und mittig geteilt, um die Schiebefenster darzustellen. Im linken Schweller ist die Tankklappe graviert; am Heck finden sich die Stoßstangenecken mit ihren (beim Vorbild) sehr empfindlichen Rückleuchten, die im Modell ebenfalls einzeln eingeklebt sind und aus rotem Klarsichtkunststoff bestehen; zwischen den Stummelecken hat Brekina das abgesickte Kennzeichenfeld mit einem ebenfalls weiß bedruckten Kennzeichen versehen. Auf dem Dach sind zwei quadratische Unterbrechungen der Sicken zu sehen Wiking hatte seinen Kasten mit einem Lichtfenster für den Laderaum versehen; die Unterbrechungen sind beim Brekina-Modell somit vorbildkonform.
Die Bodenplatte beherbergt die wichtigsten Karosserieteile; am Heck hat man sogar das Reserverad einzeln angesetzt. Das Endrohr des rechtsseitigen Auspuffs lugt unterhalb der Seitenwand hervor. Dank harter Reifen ist ein gutes Rollverhalten gewährleistet, wenngleich ein Reifen an der Hinterachse völlig schief aufgesetzt war. Der Karosseriekunststoff ist sehr dünn und insbesondere beim Bus bei Lichteinfall leicht durchscheinend.
Beim Kasten fehlen vorbildgerecht hinten Seitenfenster - logisch, sonst wäre es kein Kasten. Ungewohnt für einen Paketzusteller mutet die 1750 mm-Variante mit vorderen Klapptüren an. Verbreiteter waren kurze flache oder längere 1750 mm-Paketfahrzeuge mit Schiebetüren. Der Verpackungseinleger offenbart allerdings eine wie von Brekina umgesetzte Variante, das Wertverbindungsfahrzeug der Post mit Klapptüren vorn, bei dem jedoch die rechtsseitige Luke fehlt, die bei späteren Serienmodellen ohne Postbezug nur stören würden. Der Kompromiss erscheint daher akzeptabel. Der Kasten besitzt zwei Hecktüren mit dem für die Post typischen Zusatzschloss in Form einer plastisch wirkenden, silbernen Bedruckung; auch die Außenscharniere sind nachgebildet. Das zeugt von Detailverliebtheit. Außerdem hat man dem Kasten die Rammbügel bzw. Trittstufen am Heck gegönnt, die auch vorschnelle Beschädigungen der erwähnten Stummelecken mit den Rückleuchten verhindern sollten. Die Preiser-Postleute finden Platz auf einzelnen Vordersitzen und können an freistehendem Lenkrad und Schalthebel die Wanderdüne mit 60 Diesel-PS langsam in Bewegung setzen. Es versteht sich von selbst, dass das Armaturenbrett über alle typischen Details verfügt: Lüfterklappen, Drehlüfter, Ablagen, alles vorhanden. Hinter den Vordersitzen erhebt sich eine fahrzeughohe Wand. Posthorn und Schriftzug sind klar erkennbar feinster Druck ohne Makel.
Der O 309 entspricht dem Bus in Werksausführung, nur erhältlich ab der 1750 mm-Variante. Die Seitenfenster sind ebenfalls mit einer schwarzen Linie feinst umrandet und geben den Blick in den Innenraum frei. Nachzählen ergibt die Anzahl von 15 Sitzen. Passt. Die Sitze sind gut geformt und einzeln eingesetzt, rechts eine Zweierreihe, links die Einzelsitze, hinten einen Vierersitzbank mit gelungener Wirkung. Das Heckfenster lässt außerdem genügend Licht hinein. Rätselraten gab es im Forum um die beiden Klappen unterhalb des Heckfensters die völlig vorbildgerecht sind und den Weg in den Kofferraum ermöglichen.
Was war sonst noch so ...?
Der Düsseldorfer war aus dem Straßenverkehr nicht wegzudenken - und nicht von den Modellbahnanlagen. Denn Miniaturen der verschiedensten Ausführungen gab es bislang von gleich vier Herstellern: Wiking, Ibertren, Herpa und Preiser.
Wiking als Pionier im H0-Maßstab widmete sich dem Düsseldorfer umgehend nach Erscheinen des Vorbilds und brachte Kasten-, Pritschen-, Koffer- und RTW-Varianten. Wer die Wiking-Modelle mit Vorbildfotos vergleicht, erkennt sofort das Gespür von Friedrich Peltzer und Alfred Kedzierski für die Umsetzung im angenäherten H0-Maßstab. Der auf den Fotos gezeigte Kasten entspricht dem Vorbildradstand 2950 mm mit 1600 mm Höhe. Seine Schiebetüren zeugen vom Ursprungsgedanken eines Postfahrzeugs. Sämtliche markanten Details des Vorbilds sind zu finden, wenngleich die Karosserieformen deutlich überzeichnet sind.
Ibertren: Sehr viel später, Anfang der achtziger Jahre, tauchte das Modell eines O 309 von Ibertren auf. Die Gestaltung ist grob geraten, doch das Vorbild erkennbar, die Flachdachvariante (beim Bus also 1750 mm) mit einem Radstand von 2950 mm. Die Fensteranordnung entspricht weder dem Brekina-Modell noch der gängigen Werksvariante - und leider ist das Modell zu schmal. (Anm. aps 2026: Ein Ibertren-Modell lag 2010 bei Erstellen der Modellvorstellung leider nicht vor.)
Preiser kam bei Doppelkabinen und Feuerwehr-LF8 ins Spiel, Standardfahrzeuge vieler kleiner Wehren, und produzierte außerdem Pritschenwagen, Kasten und Busse mit langem Radstand. Durch geschickt konstruierte Formen waren sowohl Ursprungsausführungen als auch die letzten Versionen des Düsseldorfers mit Plastikgrill machbar; als Bausatz gab es ihn ebenso wie als Fertigmodell. Ein noch heute überzeugendes Modell, einfach gehalten, aber weniger überzeichnet als das Wiking-Modell.
Herpa ergänzte einen Kasten mit langem Radstand (4.100 mm) nach der letzten Modellpflege, der dank perfekter Umsetzung und höchster Passgenauigkeit nach wie vor erste Wahl ist. Mit aufwendiger Detailbedruckung würde sich Herpas Großraumtransporter auch im aktuellen Programm gut machen.
Das Fazit
Zwar sind die Überzeichnungen der Karosseriesicken des uralten Wiking-Modells nicht mehr Stand der Technik, lassen den Düsseldorfer Charakter aber nach wie vor ordentlich rüberkommen. Es mag auch an der Verklärung des Alters liegen, denn den Autor begleitet das Modell seit Kindheitstagen. Ein ernsthafter Vergleich mit dem Brekina-Modell erübrigt sich (Anm. aps 2026: ... eigentlich nicht, immerhin hat das Wiking-Modell keine Pausbacken. Außerdem wurde im Fazit nicht mehr auf das Herpa-Modell und die wunderschönen Modelle von Preiser eingegangen).
Brekina setzt dank feinster Gravuren mit unglaublich filigranen Fensterstreben und Detaillierungen wieder Maßstäbe. Zudem untermauert grandiose Lackierungs- und Bedruckungsqualität den Anspruch Brekinas, Modelle höchster Präzision herzustellen. Der subjektive Eindruck der etwas flachen Front mag dem fortwährenden Kontakt mit dem verspielten Wiking-Modell geschuldet sein. Sicher ist: Der Düsseldorfer von Brekina wird ein Meilenstein im Serienprogramm werden. Die seltenen Postvarianten sind zunächst ungewöhnlich, wurden aber - so vermutet der Autor - im Hinblick auf die Variantenvielfalt im Standardprogramm gewählt. Ein Lob nach Teningen! Wir freuen uns auf die kommenden Zivilmodelle und vielleicht auf den RTW (Anm. aps 2026: Der ja bekanntlich später nachgereicht wurde)
Der Düsseldorfer
Das Vorbild
1967 löste der neue, sachlich gestaltete Düsseldorfer den rundlichen Mercedes 319 ab. Nicht nur optisch, sondern auch technisch stellte der neue Transporter einen Fortschritt dar. Das neue Nutzfahrzeug der 3,5- bis 6,5-Tonnen-Klasse sollte 20 Jahre lang im ehemaligen Auto-Union-Werk Düsseldorf gefertigt werden und wurde währenddessen zwei Modellpflegemaßnahmen unterzogen. Von Beginn an setzte Daimler auf ein Baukastensystem, das eine schier unendliche Modellvielfalt zuließ und permanent ausgebaut wurde. Dabei wurden neben Dieselmotoren ab 60 PS auch Vergaservarianten angeboten, die in erster Linie dem PKW-Programm der Strichachter-Baureihe entstammten.
Kasten, Koffer, Pritsche, Doppelkabine und Bus, Basis für Sonderaufbauten und auch Wohnmobile erfreuten Kunden wie Aufbauhersteller. Den klassischen Transporter stellte der Kasten mit 2950 mm Radstand und einer Innenhöhe von 1600 mm dar. Optional gab es die erweiterte Innenhöhe von 1750 mm, erkennbar an der längeren Frontscheibe und der zusätzlichen Längssicke an den Seitenwänden, und die Variante mit 3500 mm Radstand, dann immer mit 1750 mm Innenhöhe. Ab 1972 bot Daimler beim Pritschenwagen einen Radstand von 4100 mm, ab 1974 auch bei Kasten und Bus (1750 mm Innenhöhe). Die längeren Varianten konnten zudem mit einem kleinen Zusatzhochdach bestückt werden, was das Innenmaß auf 1900 mm erhöhte. Der Bus O 309 wurde ausschließlich in der 1750 mm-Variante gefertigt. Ab 1980 konnte der Kunde eine breitere Variante ordern. Statt der üblichen 2100 mm wurden es 2400 mm für Kasten und Bus (innen 1930 mm), immer auf Basis des langen Radstands und mit unveränderter Spurbreite. Kurz: Die Variantenvielfalt war enorm.
Der Kühlergrill des Düsseldorfer war Bestandteil der Karosserie und demnach eigentlich in Wagenfarbe lackiert. Bekannt sind aber nicht nur Postfahrzeuge mit einem geschwärzten Kühlergrill, sondern auch zivile Nutzfahrzeuge als Pritsche oder Kasten. Wann und warum es diese Möglichkeit gab, konnte nicht geklärt werden. Womöglich war die farbliche Hervorhebung ein Merkmal ganz früher Modelljahre oder eine Mehrpreisoption zur optischen Auffrischung.
1977 stand die erste Modellpflege an: geänderte Stoßstangen mit Gummiüberzug und verbesserte Rücklichter, die nun nicht mehr in den empfindlichen Stoßstangenecken positioniert, sondern in die seitlichen Karosserieecken darüber verlegt worden waren. Die vorderen Schiebefenster wurden durch Kurbelfenster mit ausstellbaren Dreiecksfenstern ersetzt. 1981 hielt die zweite Modellpflege Einzug, sehr deutlich erkennbar am Kunststoffkühlergrill und einer viel breiteren Kunststoffstoßstange.
Dass der Düsseldorfer ein überzeugendes Fahrzeugkonzept darstellte, unterstrich seine Beschaffung durch Bundeswehr und Bundespost. Zudem sollte er zum Standardfahrzeug im Rettungsdienst werden.
Das Modell
Brekina: Irgendwie war klar, dass Brekina nicht am Düsseldorfer vorbeikommt. Und einmal mehr erweist sich die Deutsche Post als wichtiger Kunde, dem dieses neue Grundmodell zu verdanken ist. Erste Fotos ließen den Autor neugierig auf das Modell werden, doch ein Funke sprang zunächst nicht über. Oder täuschte der Eindruck, weil der Wikingsche Düsseldorfer einfach zu präsent ist?
Die Eckdatenermittlung ergab folgende Grunddaten: Vorbildradstand 2950 mm, Vorbildhöhe 1750 mm, also Flachdach mit größerer Innenraumhöhe. Prädestiniert für die RTW-Variante mit Hochdach, das es nur auf Basis dieser 1750 mm-Variante gegeben hat. Wiking-Kasten und Brekina-Modell unterscheiden sich also gewaltig, wie der Betrachter an der viel längeren Frontscheibe und der zusätzlichen Längssicke der Seitenwand erkennt.
Die lange Frontscheibe wird eingerahmt von äußerst filigranen Fensterstreben, die derart fein mit den Scheibengummis bedruckt sind, dass sogar die restliche Fensterstrebe in Wagenfarbe noch erkennbar ist - unglaublich! Die oberhalb des Frontscheibengummis aufliegenden Scheibenwischer (sehr gut!) sind ebenfalls schwarz gehalten. Davor befindet sich der gravierte Frischlufteinlass; im abfallenden Bereich darunter sitzen links und rechts die separat eingesetzten, orange-klaren Blinkergläser. Der Kühlergrill ist durchaus vorbildkonform schwarz gefärbt und überzeugt nicht nur mit den hell hinterlegten, glasklaren Frontscheinwerfergläsern, sondern auch durch den hauchfeinen, gesilberten Mercedes-Stern und die filigranen Kühlergrillrippen. Der Bereich zwischen Kühlergrill und Seitenlinie erscheint etwas zu breit, wodurch das Gesicht des Düsseldorfers ein bisschen pausbackig und platt anmutet.
Die Frontstoßstange mit weißem Kennzeichenfeld ist eingesetzt und beherbergt mittig sogar den Stift der Rangierkupplung, sitzt allerdings etwas zu hoch. Sogar die Trittstufen zum Fensterputzen sind vorhanden. In der Seitenlinie fallen die aufgedruckten Typbezeichnungen sowie die gesilberten Türgriffe der Fronttüren auf. Das Loch im Türrahmen dient zur Aufnahme der gelungenen Außenspiegel, die in einem Tütchen beiliegen (gleichzeitig stellen sie das sichtbare Türscharnier dar) und ziemlich fummelig anzubauen sind. Die Fenster der Fronttüren sind ebenfalls schwarz umrahmt und mittig geteilt, um die Schiebefenster darzustellen. Im linken Schweller ist die Tankklappe graviert; am Heck finden sich die Stoßstangenecken mit ihren (beim Vorbild) sehr empfindlichen Rückleuchten, die im Modell ebenfalls einzeln eingeklebt sind und aus rotem Klarsichtkunststoff bestehen; zwischen den Stummelecken hat Brekina das abgesickte Kennzeichenfeld mit einem ebenfalls weiß bedruckten Kennzeichen versehen. Auf dem Dach sind zwei quadratische Unterbrechungen der Sicken zu sehen Wiking hatte seinen Kasten mit einem Lichtfenster für den Laderaum versehen; die Unterbrechungen sind beim Brekina-Modell somit vorbildkonform.
Die Bodenplatte beherbergt die wichtigsten Karosserieteile; am Heck hat man sogar das Reserverad einzeln angesetzt. Das Endrohr des rechtsseitigen Auspuffs lugt unterhalb der Seitenwand hervor. Dank harter Reifen ist ein gutes Rollverhalten gewährleistet, wenngleich ein Reifen an der Hinterachse völlig schief aufgesetzt war. Der Karosseriekunststoff ist sehr dünn und insbesondere beim Bus bei Lichteinfall leicht durchscheinend.
Beim Kasten fehlen vorbildgerecht hinten Seitenfenster - logisch, sonst wäre es kein Kasten. Ungewohnt für einen Paketzusteller mutet die 1750 mm-Variante mit vorderen Klapptüren an. Verbreiteter waren kurze flache oder längere 1750 mm-Paketfahrzeuge mit Schiebetüren. Der Verpackungseinleger offenbart allerdings eine wie von Brekina umgesetzte Variante, das Wertverbindungsfahrzeug der Post mit Klapptüren vorn, bei dem jedoch die rechtsseitige Luke fehlt, die bei späteren Serienmodellen ohne Postbezug nur stören würden. Der Kompromiss erscheint daher akzeptabel. Der Kasten besitzt zwei Hecktüren mit dem für die Post typischen Zusatzschloss in Form einer plastisch wirkenden, silbernen Bedruckung; auch die Außenscharniere sind nachgebildet. Das zeugt von Detailverliebtheit. Außerdem hat man dem Kasten die Rammbügel bzw. Trittstufen am Heck gegönnt, die auch vorschnelle Beschädigungen der erwähnten Stummelecken mit den Rückleuchten verhindern sollten. Die Preiser-Postleute finden Platz auf einzelnen Vordersitzen und können an freistehendem Lenkrad und Schalthebel die Wanderdüne mit 60 Diesel-PS langsam in Bewegung setzen. Es versteht sich von selbst, dass das Armaturenbrett über alle typischen Details verfügt: Lüfterklappen, Drehlüfter, Ablagen, alles vorhanden. Hinter den Vordersitzen erhebt sich eine fahrzeughohe Wand. Posthorn und Schriftzug sind klar erkennbar feinster Druck ohne Makel.
Der O 309 entspricht dem Bus in Werksausführung, nur erhältlich ab der 1750 mm-Variante. Die Seitenfenster sind ebenfalls mit einer schwarzen Linie feinst umrandet und geben den Blick in den Innenraum frei. Nachzählen ergibt die Anzahl von 15 Sitzen. Passt. Die Sitze sind gut geformt und einzeln eingesetzt, rechts eine Zweierreihe, links die Einzelsitze, hinten einen Vierersitzbank mit gelungener Wirkung. Das Heckfenster lässt außerdem genügend Licht hinein. Rätselraten gab es im Forum um die beiden Klappen unterhalb des Heckfensters die völlig vorbildgerecht sind und den Weg in den Kofferraum ermöglichen.
Was war sonst noch so ...?
Der Düsseldorfer war aus dem Straßenverkehr nicht wegzudenken - und nicht von den Modellbahnanlagen. Denn Miniaturen der verschiedensten Ausführungen gab es bislang von gleich vier Herstellern: Wiking, Ibertren, Herpa und Preiser.
Abb.: Herpa (grün), Preiser (Doppelkabine), Wiking (dunkelgrau), Brekina (Post)
Wiking als Pionier im H0-Maßstab widmete sich dem Düsseldorfer umgehend nach Erscheinen des Vorbilds und brachte Kasten-, Pritschen-, Koffer- und RTW-Varianten. Wer die Wiking-Modelle mit Vorbildfotos vergleicht, erkennt sofort das Gespür von Friedrich Peltzer und Alfred Kedzierski für die Umsetzung im angenäherten H0-Maßstab. Der auf den Fotos gezeigte Kasten entspricht dem Vorbildradstand 2950 mm mit 1600 mm Höhe. Seine Schiebetüren zeugen vom Ursprungsgedanken eines Postfahrzeugs. Sämtliche markanten Details des Vorbilds sind zu finden, wenngleich die Karosserieformen deutlich überzeichnet sind.
Abb.: Preiser (Doppelkabine), Wiking (dunkelgrau), Brekina (Post)
Ibertren: Sehr viel später, Anfang der achtziger Jahre, tauchte das Modell eines O 309 von Ibertren auf. Die Gestaltung ist grob geraten, doch das Vorbild erkennbar, die Flachdachvariante (beim Bus also 1750 mm) mit einem Radstand von 2950 mm. Die Fensteranordnung entspricht weder dem Brekina-Modell noch der gängigen Werksvariante - und leider ist das Modell zu schmal. (Anm. aps 2026: Ein Ibertren-Modell lag 2010 bei Erstellen der Modellvorstellung leider nicht vor.)
Preiser kam bei Doppelkabinen und Feuerwehr-LF8 ins Spiel, Standardfahrzeuge vieler kleiner Wehren, und produzierte außerdem Pritschenwagen, Kasten und Busse mit langem Radstand. Durch geschickt konstruierte Formen waren sowohl Ursprungsausführungen als auch die letzten Versionen des Düsseldorfers mit Plastikgrill machbar; als Bausatz gab es ihn ebenso wie als Fertigmodell. Ein noch heute überzeugendes Modell, einfach gehalten, aber weniger überzeichnet als das Wiking-Modell.
Herpa ergänzte einen Kasten mit langem Radstand (4.100 mm) nach der letzten Modellpflege, der dank perfekter Umsetzung und höchster Passgenauigkeit nach wie vor erste Wahl ist. Mit aufwendiger Detailbedruckung würde sich Herpas Großraumtransporter auch im aktuellen Programm gut machen.
Das Fazit
Zwar sind die Überzeichnungen der Karosseriesicken des uralten Wiking-Modells nicht mehr Stand der Technik, lassen den Düsseldorfer Charakter aber nach wie vor ordentlich rüberkommen. Es mag auch an der Verklärung des Alters liegen, denn den Autor begleitet das Modell seit Kindheitstagen. Ein ernsthafter Vergleich mit dem Brekina-Modell erübrigt sich (Anm. aps 2026: ... eigentlich nicht, immerhin hat das Wiking-Modell keine Pausbacken. Außerdem wurde im Fazit nicht mehr auf das Herpa-Modell und die wunderschönen Modelle von Preiser eingegangen).
Brekina setzt dank feinster Gravuren mit unglaublich filigranen Fensterstreben und Detaillierungen wieder Maßstäbe. Zudem untermauert grandiose Lackierungs- und Bedruckungsqualität den Anspruch Brekinas, Modelle höchster Präzision herzustellen. Der subjektive Eindruck der etwas flachen Front mag dem fortwährenden Kontakt mit dem verspielten Wiking-Modell geschuldet sein. Sicher ist: Der Düsseldorfer von Brekina wird ein Meilenstein im Serienprogramm werden. Die seltenen Postvarianten sind zunächst ungewöhnlich, wurden aber - so vermutet der Autor - im Hinblick auf die Variantenvielfalt im Standardprogramm gewählt. Ein Lob nach Teningen! Wir freuen uns auf die kommenden Zivilmodelle und vielleicht auf den RTW (Anm. aps 2026: Der ja bekanntlich später nachgereicht wurde)
Text: Andreas Plogmaker; Fotos: Marc Schmidt (Modelle), W. Nordsieck (Vorbild) und Daimler Benz AG (Vorbild)