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von Mo87-History am Montag 7. September 2026, 20:55
Modellvorstellung: Citroën CX 25 GTI von Neo - reloaded
Diese Modellvorstellung ist eine ältere Modellvorstellung, die seit einiger Zeit offiziell nicht mehr abrufbar war. Durch Foren-Updates und Serverwartungen konnten ältere Berichte nicht mehr übertragen werden. Nach und nach werden wir die Modellvorstellungen in dieser Rubrik wieder zugänglich machen und versuchen, die Berichte den ursprünglichen Autoren zuzuordnen. Außerdem versuchen wir, die Berichte mit größeren Bildern aufzufrischen, sofern die Originalbilder noch vorliegen. Die Berichte entsprechen dem Stand der "Drucklegung" und werden nicht um Varianten ergänzt, die seitdem erschienen sind. Die Modellvorstellungen sind insgesamt genauso als Retrospektive zu betrachten wie etwaig genannte Preise (UVP). Seid gespannt auf mehr. Aktuelle Modellvorstellungen und sämtliche Reloads findet Ihr im Inhaltsverzeichnis - sortiert nach Automarken - wieder.

Die Modellvorstellung des Citroën CX 25 GTI von Neo ist erstmals am 23.01.2011 auf der Hauptseite von mo87 veröffentlicht worden. Neo stand für Kleinserie, die irgendwie doch in der Großvermarktung war. Spezielle Vorbilder, die es bislang nicht in die Großserie geschafft hatten, wurden realisiert. Nichtsdestotrotz gehört ein CX eher zu typischen Alltagsfahrzeugen, die für ein Großseriemodell durchaus getaugt hätten. Fast 15 Jahre später findet sich mit dem Modell von PCX87 ein "Phase Deux" als Großserienmodell aus Kunststoff am Markt. Was aber seinerzeit bereits Neo umzusetzen vermochte, weiß auch heute noch durchaus zu begeistern.


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Ein Nachfolger für den Citroën DS - das schien undenkbar. Und doch präsentierte Citroën 1974 den CX, zunächst offiziell zwar nicht der direkte Nachfolger der Göttin, aber eben doch der neue große Citroën. Nach dem betagten Kunststoffmodell von Praliné und den Metallminiaturen von Editions Atlas hat sich nun Neo aus den Niederlanden dem Citroën CX 25 GTI des Jahres 1983 gewidmet.

Raumgleiter

Als Citroën 1955 auf dem Pariser Salon ein neues Modell mit dem Kürzel DS vorstellte, war dieses nicht weniger als eine Sensation. Ein solches Auto hatte die Öffentlichkeit bis dahin noch nicht gesehen. Heute wissen wir, dass dieses zukunftsweisende Fahrzeug tatsächlich ein Meilenstein der Automobilgeschichte ist, aber Alexander Spoerl erkannte dennoch bereits im Frühjahr 1957: Es ist nicht das Auto der Zukunft, es ist nur das Auto von heute. Und die anderen Autos sind - technisch gesehen - nur noch ein wenig von gestern. Dies bedeutete jedoch zwangsläufig, dass auch die Déesse irgendwann ein wenig von gestern sein würde. Aber lässt sich eine Göttin überhaupt ersetzen? Wohl kaum! Dem Citroën CX blieb jedoch nichts anderes übrig, als die Nachfolge anzutreten.

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Dabei wurde der CX bei seiner Präsentation im Jahr 1974 offiziell gar nicht als Nachfolger der DS vorgestellt. Einerseits dürften eben die (historischen) Reifenspuren des Mythos DS schlicht zu groß gewesen sein, andererseits litt insbesondere der Markt für Oberklasse-Fahrzeuge unter der in 1973 ausgelösten Ölkrise. So sollte der CX also "nur" die vermeintliche Lücke zwischen dem GS und der zunächst noch weiterproduzierten DS füllen. Tatsächlich ging es bei dem 1968 begonnenen "Projet L" aber sehr wohl um die Nachfolge der in die Jahre gekommenen DS. In der Abteilung von Chefdesigner Robert Opron, der auch bereits für die 1970 erschienenen Modelle GS und SM verantwortlich war, fiel die Wahl letztlich auf eine Arbeit von Jean Giret, dessen Entwurf Design-Elemente jener beiden Modelle miteinander verband.

Auch wenn der CX insofern eher eine Evolution darstellt, wirkte er mit seiner klar gezeichneten und flachen Fließheck-Karosserie ungleich moderner als die meisten seiner Konkurrenten. Bei der Bezeichnung CX handelt es sich um das französische Kürzel für den sogenannten Luftwiderstandsbeiwert. Citroën wies seinerzeit in Werbung und Prospekten gerne auf den vergleichsweise geringen Luftwiderstand hin, auch wenn die zweite Stelle nach dem Komma dabei unterschlagen wurde. Ein cw-Wert von 0,39 mag heute zwar hoch erscheinen, vor gut 25 Jahren war dieser Wert jedoch durchaus gut. Glatte Flächen, schmale Säulen, großzügige Verglasung, ausgewogene Proportionen sowie die zum Heck aufeinander zulaufende Dachlinie und untere Seitenlinie ergeben eine filigrane Form, die den CX jedenfalls bei seinem Erscheinen aus der automobilen Masse heraushob. In der Rückschau wird jedoch klar, wie luftig und zeitlos dieses im besten Sinne schlichte Design tatsächlich ist, insbesondere auch im Vergleich zu der zunehmend verquollenen Formensprache aktueller Modelle.

Dank des langen Radstands von 2,84 Metern bot der CX im Innenraum großzügige Platzverhältnisse. Das futuristisch wirkende Cockpit sowie die Bedienung gaben jedoch zumindest deutschen Autotestern Rätsel auf. Der Lupentacho war zwar bereits aus dem GS bekannt, nun kamen jedoch ein Lupendrehzahlmesser sowie unzählige Kontroll- und Warnleuchten hinzu. Die Kippschalter und Drucktasten der links und rechts neben dem charakteristischen Einspeichen-Lenkrad platzierten Bedienungssatelliten ließen sich zumindest bedienen, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen. Die internationale Presse war in dieser Hinsicht wohl weniger empfindlich. Wie schon vier Jahre zuvor der kleine Bruder GS wurde 1975 auch der Citroën CX zum Auto des Jahres gekürt ... vor dem Lieblingsauto der Deutschen, dem VW Golf.

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Mit seiner Vorgängerin hat der CX nicht nur die für einen unvergleichlichen Komfort sorgende Citroën-typische Hydropneumatik sowie die schmalere hintere Spur gemein, er startete als CX 2000 und CX 2200 auch mit zwei von der DS bekannten Motoren mit 102 PS und 112 PS. Ohnehin wurden über die gesamte Bauzeit - wie bei der DS - ausschließlich Vierzylinder verwendet. Zwar ist der CX der letzte in Eigenregie entwickelte Citroën, aber nach der 1975 erfolgten Übernahme der Marke durch Peugeot und der Gründung des PSA-Konzerns wurde die Anzahl an Karosserie-, Motoren- und Ausstattungsvarianten sukzessive ausgebaut. Nach Einführung der luxuriösen Pallas-Ausstattung erschien der CX noch im Jahr 1975 mit einem Diesel-Aggregat. Anfang 1976 wurde das 25 cm längere Kombimodell Break vorgestellt, dem kurze Zeit später als Achtsitzer die Variante Familiale folgte. Auf dieser längeren Plattform wurde auch die CX Prestige Limousine gebaut. 1977 hielt das inzwischen beliebte Kürzel GTI dann auch bei Citroën Einzug. Der CX 2400 GTI verfügte über einen vorsichtig sportlichen Anstrich und eine Maschine mit 128 PS.

Im Juli 1981, also knapp sieben Jahre nach seiner Vorstellung, erfuhr der CX seine erste nennenswerte optische Veränderung. Wegen der serienmäßigen Verwendung der Michelin TRX-Breitreifen bei den GTI-Modellen wurden die vorderen Radausschnitte deutlich stärker und markanter ausgestellt. Im Sommer 1985 wurden dann die an den Kunststoff-Stoßfängern zu erkennenden Modelle der sogenannten Serie 2 eingeführt. Dem millionsten CX des Jahres 1987 folgten noch gut 170.000 Fahrzeuge. Die Limousine wurde 1989 mit Einführung des Nachfolgers XM eingestellt, mit Erscheinen des XM Break in 1991 endete auch die Produktion der Kombiversion des CX.

In Deutschland kam der CX in den 80er-Jahren im "Tatort" zu Fernseh-Ehren. Das Auto, in dem man, wenn man seine Klischees pflegt, eher einen Hochschul-Professor oder Apotheker vermuten würde, diente (in verschiedenen Modellversionen) in einigen Folgen ausgerechnet Ruhrpott-Proll Horst Schimanski alias Götz George als fahrbarer Untersatz. Für den CX-Fan war dies schön anzuschauen, aber irgendjemand hat das Product Placement an dieser Stelle wohl nicht richtig verstanden. Wenigstens blieben die Macher konsequent und ließen Schimanski später auch in der seit 1997 in loser Folge gesendeten gleichnamigen Reihe weiterhin CX fahren.

Der CX diente nicht nur in Frankreich als Staatslimousine, er schaffte es sogar hinüber in den real existierenden Sozialismus. Im Fuhrpark der DDR-Regierung befanden sich mehrere Citroën CX Prestige. 1984 wurde zudem bei dem schwedischen Karosseriebauer Nilsson die Verlängerung dieses Typs auf 5,50 Meter in Auftrag gegeben. Lediglich zwei Exemplare der komfortablen Sänfte wurden gebaut. Viel Zeit konnte Erich allerdings nicht mehr damit verbringen, denn die Fahrzeuge wurden erst 1989 ausgeliefert.

Zwar ist der CX nicht der letzte große Citroën, aber für mich persönlich der letzte großartige Citroën. Rund zwanzig Jahre nach dem Produktionsende wäre es da doch eigentlich an der Zeit für eine angemessene Miniatur im Maßstab 1:87.

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Und siehe da, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Als die kleine niederländische Firma Replicars zu Beginn des Jahres 2009 unter der Marke Neo Scale Models Großserienmodelle im Maßstab 1:87 ankündigte, war von einem Citroën CX noch nicht die Rede. Inzwischen wissen wir, dass Neo H0-Kleinserienmodelle aus Resin fertigt und damit zu den positiven Überraschungen im Modellauto-Jahr 2010 gehört. Als im Sommer für den kleinen Maßstab auch ein Citroën CX angekündigt wurde, war dies zwar überraschend, aber durchaus naheliegend. Im Maßstab 1:18 hat Neo nämlich zwei CX im Programm, einen roten 1986er CX 25 GTI Turbo (Serie 2) sowie einen silbernen 1983er CX 25 GTI (Serie 1).

Letzterem entspricht bis hin zum niederländischen Kennzeichen "HB 56 KD" nun der CX im Maßstab 1:87. Das Modell verfügt daher auch zutreffend über die breiter ausgestellten vorderen Radausschnitte. Wer auf präzise Verkleinerung Wert legt, kommt an dieser Nachbildung ohnehin nicht vorbei. Die Maße des Originals (Länge 4,66 m, Breite 1,77 m, Höhe 1,36 m, Radstand 2,84 Meter) ergeben beim Modell 5,3 cm / 2,0 cm / 1,6 cm / 3,2 cm. Perfekt! Die Proportionen stimmen, und entsprechend macht der kleine 87er aus allen Blickwinkeln eine ausgesprochen gute Figur. Die in der Farbe Silbermetallic lackierte Karosserie (im Original "gris perlé" bzw. "Alusilber") ist bis zur kleinen Hutze auf der Motorhaube sauber modelliert, und es finden sich natürlich auch Charakteristika wie der Einarm-Scheibenwischer oder das Einspeichen-Lenkrad wieder. Selbst die konkave Wölbung der Heckscheibe, die beim Original der Verschmutzung des Fensters entgegen wirken soll, ist andeutungsweise zu erkennen. Die vorderen Stoßstangenhörner und der Heckspoiler wurden mit mattschwarzer Farbe versehen. Die Gummireifen weisen Profil auf, und die gesilberten - vorbildkonform nicht durchbrochenen - Felgen bilden das Erscheinungsbild der für die GTI-Modelle so typischen Leichtmetallräder recht gut nach. Die Felgen sind mit Klebstoff auf den Achsen fixiert, die zwar drehbar sind, aber keinem der Testexemplare eine wirkliche Rollfähigkeit bescheren. Zudem wird auch das gesamte Modell mit Klebstoff zusammengehalten.

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Bereits bei der Vorstellung des Saab 900 Cabrio von Neo wurde der hohe Grad der Detaillierung beschrieben, und dieser findet sich auch beim CX wieder. Innenspiegel, Außenspiegel, Lenkrad, Stoßleisten, Grill samt Streben und Doppelwinkel, Fensterrahmen (vorne mit integriertem Scheibenwischer), selbst der kleine Grill auf der Hutze und sogar das Schloss der Kofferraumklappe wurden mit feinsten Fotoätzteilen realisiert. Die Kennzeichen, die Gummiauflagen auf den (hier chrombedampften) Stoßstangen sowie die auf der Heckklappe angebrachten kleinen, aber leserlichen Schriftzüge "CX 25 GTI" und "CITROËN" wurden mittels Decals ausgeführt. Dies gilt auch für die farblich korrekt angeordneten Rückleuchten. Die vorderen Blinker sind hingegen in die Stoßstange eingesetzt. Die Frontscheinwerfer bestehen aus kleinen transparenten Abdeckungen und machen sich für eine realistische Darstellung die silberne Lackierung des Modells zunutze. Sollte Neo Farbvarianten des CX planen, was außerordentlich wünschenswert wäre, müssten insoweit zusätzliche Silberungen erfolgen.

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Auch der Innenraum ist hübsch gestaltet. Die markant gesteppten Sitzmöbel entsprechen der Lederausstattung und wurden sehr gut getroffen, Schalthebel und Handbremse sind vorhanden, die Pedale sind gesilbert, und bei dem Mäusekino (Tachoeinheit) handelt es sich wiederum um ein Decal. Das Interieur ist sicher nicht untypisch in einem (womöglich einen Hauch zu) hellen Beige gehalten. Dies gilt auch für das markante, samt Luftdüsen wunderbar nachgebildete Armaturenbrett. Ich habe zwar leichte Zweifel, ob dessen Farbgestaltung vorbildkonform ist, denn in meiner kleinen CX-Prospektsammlung habe ich selbst bei hellen Inneneinrichtungen kein derart helles Armaturenbrett finden können. Nun wäre es aber auch ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, wenn ich nicht wenigstens einen kleinen Kritikpunkt gefunden hätte.

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Bei Kleinserie muss der Sammler sicher auch mit kleinen Unzulänglichkeiten leben können. Beim CX von Neo sind selbst diese kaum zu finden. Die filigranen Scheibenrahmen mögen schon mal eine leichte Wölbung aufweisen, hier und da sind auch minimale Klebstoffreste zu sehen. Wer beim Betrachten der Fotos derartige Dinge erkennt, sollte jedoch bedenken, dass das Modell hier um ein Vielfaches vergrößert dargestellt ist. Steht das Modell auf dem Schreibtisch oder in der Vitrine, dann fallen diese Kleinigkeiten nämlich gar nicht auf.

Angesichts dieser Qualität können die bisher verfügbaren CX-Modelle im Maßstab 1:87 (soweit sie dem Verfasser bekannt sind) nicht mithalten. Die in den späten 80er-Jahren von Praliné (später übernommen von Busch) erschienene CX Prestige Limousine wirkte schon immer ein wenig unförmig, der Break ist geringfügig besser gelungen. Beide Kunststoff-Modelle sind jedenfalls sichtbar zu schmal. Beim Formenbau wäre vermutlich auch schon damals ein besseres Ergebnis möglich gewesen, aber man darf diese Modelle sicher nicht an den heutigen Ansprüchen messen.

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Die beiden Metall-Modelle von Universal Hobbies, die im April 2009 im Rahmen einer französischen Kiosk-Serie erschienen sind, machen da schon eine bessere Figur. Trotz des verwendeten Materials Metall ist der Formenbau durchaus in Ordnung; die Räder sind allerdings definitiv zu klein. Wegen des Modells von Neo verlieren diese CX zwar ein wenig an Reiz, können sich aber immer noch sehen lassen. Die Modelle der verschiedenen Hersteller repräsentieren die unterschiedlichen Formen des CX. Das UH-Duo bildet die frühen Modelle der Serie 1 nach (CX 2000 - 1975, CX 2400 GTI - 1977), das Modell von Neo entspricht der ab 1982 leicht veränderten Variante der Serie 1, und die Modelle von Revell Praliné decken die CX der Serie 2 mit verlängertem Radstand (Prestige, Break) ab. Daneben gibt es von Martin Fredrich verschiedene Resin-Bausätze der CX Limousine und des CX Break der frühen Serie 1 und der Serie 2. Andreas Kaluzny hat ein Foto der beiden Serie 2-Modelle zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle bedanken möchte.

Kann man einen kleinen Jungen (von 1,88 Metern) mit einem kleinen Modellauto glücklich machen? Man kann, man drücke ihm den Citroën CX 25 GTI von Neo in die Hand (bitte nicht zu fest wegen der filigranen Teile), und schon freut er sich riesig.

Neo 87225 - Citroen CX 25 GTI (1983), silbermetallic

Literatur: Marc-Antoine Colin, "La Citroën CX de mon père§, 3. Auflage, 2008, E-T-A-I

Text und Fotos: Hermann Becker

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