Die neuesten Berichte
Aktuelle Händlernews
Bericht
von Sven Wisotzki am Mittwoch 16. September 2026, 17:02
Kurz vorgestellt: Opel Kadett C City von PCX87
2021 präsentierte PCX87 die ersten Modelle des Opel Kadett C City. Die jüngsten Auslieferungen mit Sondermodellen als Vorbild sind Anlass genug, eine Vorstellung nachzuholen vom ...

Weltauto mit großer Klappe

Bild

Der Opel Kadett C kam erstmals 1973 auf den Markt, aber nicht nur als Opel sondern als erstes GM-Weltauto unter 14 verschiedenen Marken mit unterschiedlichen Modellbezeichnungen. Da es hier um die Ausführung „city“ geht, bleibe ich in dem Beitrag nur bei dieser Variante und den hierzu in Deutschland angebotenen Versionen. Der Opel Kadett C City kam in Zusammenarbeit mit der britischen GM-Konzerntochter 1975 auf den Markt, wobei das Modell dort ein Vauxhall Chevette CC war und sich optisch wie technisch etwas unterschied. Der Kadett City sollte dem Zeitgeschmack nicht nachstehen und zu kompakten Autos mit Heckklappe der Konkurrenz ein Gegenstück bieten können – der „city“ war geboren.

Da die Mitbewerber auf dem Markt mit Frontantrieb aufwarten konnten, war der Kadett City beim Raumkonzept im Nachteil (Fahrdynamisch oder Fahrspaß will ich mal nicht bewerten), wie auch im Preis gegenüber dem eigenen Bruder, dem zweitürigen Stufenheck Kadett, der zudem mehr Kofferraum-Volumen aufweisen konnte: Der Aufpreis betrug 100,- DM.

Bild Bild Bild

Für den Vortrieb sorgten bis zur Modellpflege 1977 nur OHV-Motoren (mit untenliegender Nockenwelle) mit 40, 52 und 60 PS – diese Motoren nannten wir früher liebevoll Nähmaschine und ich habe diesen Klang immer noch im Ohr. Ich selbst fuhr einen 75er Kadett, aber als Stufenheck, mit 52 PS. Später mit dem nachgerüsteten SR-Lenkrad waren es (gefühlt) mindestens 10 PS mehr. Von 1977 bis 1979 wurden aus 52 ganze 55 PS, der 40 PS Motor entfiel und es kam für den city der bekannte CIH-Motor (mit obenliegender Nockenwelle) mit 75 PS dazu. Weiteres Merkmal der Modellpflege waren die Blinker jetzt oben neben den Scheinwerfern, wobei die Basisversion anfangs noch die bisherigen untenliegenden Blinker hatte.

1979 war Schluss mit dem C und es kam der Kadett D auf dem Markt. Bevor der Vorhang für das Weltauto in Deutschland fiel, gab es noch einmal von 1980 – 1982 eine Zugabe in Form des Chevette (natürlich als Linkslenker) – dann endete auch bei Vauxhall die Produktion. Die Front des Chevette erinnerte dabei am Opel Manta B, was entweder als ungewöhnlich oder als Vorteil bewertet werden konnte.

Neben den gleich beschriebenen Sondermodellen zu den 1:87 Modellen, möchte ich die Opel Studie von 1978 nicht unerwähnt lassen: Ein Kadett city mit Targa-Dach (nicht der zweitürige Stufenheck Aero). Frontspoiler, dicke Backen und eine geteilte Stoßstange sollten die Kraft des 2 Liter Motors mit 115 PS hervorheben – den gab es serienmäßig nie im city, aber in der Tuning-Szene war er ein sehr beliebtes Triebwerk.

Der Kadett C City von PCX87 ist nun nicht neu, aber in diesem Jahr (2026) kamen neue Farben und Dekore von Sondermodellen dazu, und auf diese möchte ich hier eingehen.

Bild Bild Bild

Aber fangen wir bei der verkleinerten Version des city an, wo als Fertigmodell im Maßstab 1:87 nun PCX87 das Monopol besitzt. Es mag nicht die perfekte Umsetzung in H0 sein, aber auf mich wirkt das Modell nicht gänzlich unstimmig – auf den ersten und auch den zweiten Blick passt es. Also "alles gut". Genauer unter der Lupe genommen, fragte ich mich dann doch, ob die Proportionen bezüglich der Außenmaße hinkommen – irgendwie wirkt das Modell etwas schmal. Mal eben gemessen und mit den Maßen aus dem Buch „autosalon“ verglichen ergab, dass das Modell im Original 4 mm zu kurz wäre, 40 mm zu breit und 12 mm zu hoch – bezogen auf die Umsetzung im Modell kein Beinbruch. Also nochmal gucken und...ah, jetzt ja: Mit dem Original verglichen ergibt sich, dass die Scheinwerfer zu breit sind und somit der Kühlergrill in der Länge zu schmal.

Bild Bild Bild

Ein Innenspiegel ist weder vorhanden noch in die Verglasung geprägt und die Inneneinrichtung hat keine seitlichen Teile, so dass der Innenraum einschließlich (erdachter) Türverkleidungen in Wagenfarbe erstrahlt – für etwas geübte Bastler kein Problem, aber für den reinen Sammler ärgerlich. Die Scheibenwischer sind wiederum zweiteilig geprägt als Teil der Karosserie und der Verglasung, was aber von der Form her sauber ausgeführt ist. Allenfalls die Bemalung könnte etwas stören, wenn das karosserieseitige Teil silbern ist und das auf der Verglasung komplett schwarz. Die Räder sind formal klasse umgesetzt. Auf den Bildern habe ich zum ersten Mal die Details der Stahlsportfelge so richtig wahrgenommen.

Bild Bild Bild

Mein SR, der cityJet wie auch der Irmscher sind sauber lackiert und haben einwandfreie Bedruckungen. Der orangefarbene SR aus der ersten Auslieferung von PCX87 gibt die sportliche Variante des Kadett wieder. Der blaue cityJet mit den gelben Streifen war im Original ein Händler-Sondermodell aus dem Jahr 1975 in den Farben der Lufthansa, wobei es beim Kauf eines cityJet noch ein Ticket für einen Rundflug mit einer Boeing 737 dazu gab.

Bild Bild Bild Bild

Der schwarze Kadett mit dem Irmscher-Design stellt die veredelte Version des Kadett City dar, die von Irmscher über die Opel-Händler vertrieben wurde. Der Irmscher City kam, soweit ich weiß, 1977 auf dem Markt und hatte im Gegensatz zum Modellauto die Blinker oben neben den Scheinwerfern. Die Studie von Opel allerdings hat die Blinker noch unten, eine geteilte Stoßstange und einen merkwürdig aussehenden Kühlergrill. Der Irmscher city hatte den 1,6 Liter (CIH) Motor mit 75 PS, wobei man einen Vergaser-Kit anbot, der die Maschine auf 90 PS brachte – eine beachtliche Leistung.

Bild

Fazit

PCX87 hat mit dem Kadett City ein solides Modell auf den Markt gebracht. Den Kadett C als zweitürige Stufenheckversion und als Coupe gibt es ebenfalls als Fertigmodell von den Mitbewerbern in 1:87, wobei der Caravan eine tolle Ergänzung in unserer Modell-Welt wäre – der Aero und der viertürige natürlich auch und vielleicht noch der Vauxhall Chevette …




Text: Sven Wisotzki; Fotos: Sven Wisotzki und Presseabteilung Opel Classic (3)

Bericht im Forum öffnen