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von Andreas Plogmaker am Sonntag 27. September 2026, 18:14
Kurz vorgestellt: Opel Ascona B von PCX87

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Als im Herbst 1975 der Opel Ascona B vom Band rollte, war das Rezept ebenso klar wie traditionell: Solide Technik, klassischer Heckantrieb und ehrliche Rüsselsheimer Tugenden. Während der Zweitürer oft als sportliche Basis diente, war der Viertürer die klassische Familienkutsche der späten 70er Jahre. Von braven Standardversionen über den sportlichen SR bis hin zu den späten Trendsettern „J“ und „Sport“ – die ab Sommer 1979 mit ihrem komplett schwarzen Kunststoff-Kühlergrill das Facelift einläuteten – prägte die Limousine das Straßenbild massiv.
Unter der langen Haube spannte Opel den Bogen extrem weit: Das Spektrum reichte vom genügsamen 1,2-Liter-Basis-OHV mit überschaubaren 55 PS bis hin zum bärenstarken 2,0-Liter-Einspritzer (2.0 E) im SR, der mit seinen 110 PS für ordentlich Betrieb auf der linken Spur sorgte. Die Krone setzte dem Ganzen natürlich der legendäre Rallye-Bolide Ascona 400 auf.

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Nach seiner aktiven Zeit als Erst- und Zweithandwagen erwischte den Ascona B in den 1990er-Jahren jedoch ein ganz eigenes Schicksal: Zusammen mit seinen Stallgefährten Kadett C Coupé und Manta B stieg er in die erste Liga der typischen Tuning-Opfer auf. Mantzel-Federn, Breitbau, Mattig-Stahlfelgen und Ofenrohr-Auspuffanlagen rafften Unmengen an Limousinen - natürlich auch viertürig - dahin. Ein unverbrauchtes Exemplar im Originalzustand ist heute deshalb eine echte Rarität.

Im Maßstab 1:87 war der Viertürer lange Zeit ein Stiefkind. Dass PCX87 eben das zum Vorschein bringt und den Viertürer direkt in gleich sechs Ausführungen präsentiert, lässt das Herz des Opel-Fans erst einmal höherschlagen. An dieser Stelle sei bereits erwähnt, dass Brekina zwar den Ascona 400 sowie diverse Rallye-Versionen im Programm führt, diese aber ein eigenes Kapitel aufschlagen würden und deshalb hier nicht berücksichtigt werden.

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Doch hält nun die Form von PCX87 auch der Makro-Linse stand? Auf den ersten Blick zeigt der Neuling viel Licht bei der sauberen Lackierung und den zeitgenössisch stimmigen Bedruckungen, offenbart aber bei genauerem Hinsehen auch etwas Schatten in der Formensprache. Während der Ascona 1.6 in Grünmetallic als Magerausstattung durchgeht, hat PCX87 dem hellblauen Exemplar als 1.6 SR etwas mehr Deko gegönnt. Beiden gemein ist die Ursprungsversion mit Chromstoßstangen und in Chrom eingefasstem Grill.

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Dagegen sind die beiden Sportversionen J (in Rot) als 1.6er und als Ascona E mit "Sport"-Zierstreifen bereits die modellgepflegten Ausführungen mit anders strukturiertem Grill und nachempfundenen Kunststoffstoßstangen in Schwarz. Beide Farben sind ebenso für ihre Zeit und auch später begehrte Objekte bei jungen Autotunern gewesen. Sie wecken auch bei mir lange verdrängte Erinnerungen. Gleich drei verschiedene Felgen nutzt PCX87 für die Modelle des Ascona B, wie die nachfolgende Bilder zeigen werden. Gehen wir nun etwas ins Detail.

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Alle Modelle sind recht üppig und sauber bedruckt. Der scharfe Lupenblick offenbart jedoch, dass die feine Typkennzeichnung am Heck mitunter nicht ganz lesbar ist – aus dem normalem Abstand eines Betrachters fällt das aber kaum ins Gewicht. Direkt ins Auge sticht dagegen leider die Passgenauigkeit der Verglasung im Dachbereich von Front- und Heckscheibe. Ein Innenspiegel fehlt gänzlich, und die Scheibenwischer sind – wieder einmal – als leicht „butziger“ Bestandteil der Scheibe angespritzt und schwarz bedruckt. Die Innenausstattung entspricht dem Vorbild. Einzig die Außenspiegel muss der Fahrer in Eigenregie nachsilbern.

Um die zwei unterschiedlichen Frontschürzen zu realisieren, wurde dieses Bauteil – wie schon bei anderen Modellen des Herstellers (z. B. beim Audi 80 B2) – separat eingesetzt und meist verklebt. Bei der Fertigung wurde hier jedoch nicht immer sauber gearbeitet, weshalb man beim Kauf genau hinschauen sollte. Da die Schürzen fest verklebt sind, erfordert ein Korrigieren äußerste Vorsicht. Hier zeigt sich eine Folge der bewussten Entscheidung der Konstrukteure: Ein separates, lackierfähiges Einzelteil erlaubt zwar maximale Variantenvielfalt ohne teuren Bau einer komplett neuen Karosserieform, birgt aber eben das Risiko von Passungsfehlern. Aus meiner Sicht dürfen wir dennoch froh sein, dass PCX87 diesen Weg geht, um uns charakteristisch unterschiedliche Ausführungen zu bescheren.

Ein kritischer Blick gilt der vorderen Stoßstange: Sie sitzt ein Stück zu tief. Bei den Facelift-Modellen fällt das zwar kaum auf, bei den Varianten mit Chromstoßstange hingegen deutlich – deren Oberkante müsste eigentlich bündig mit dem unteren Rand des Kühlergrills abschließen.

Doch damit nicht genug: Irgendwie wirkt die Heckpartie leicht verquollen. Das Karosseriesegment unterhalb der seitlichen Stoßleiste verjüngt sich beim Vorbild nach innen, tritt beim Modell aber nach außen hervor. Wiking hat das vor fast 50 Jahren deutlich treffsicherer gelöst, wie die Vergleichsbilder unten belegen. Die dadurch recht fülligen Hüften des PCX87-Modells wollen mich nicht vollends überzeugen.

Unterm Strich bleibt ein mittelprächtiges Modell mit deutlichen Schönheitsfehlern. Oder anders gesagt: Die eigentliche Schwachstelle des Modells liegt in den unteren 5 Millimetern. Ambitionierte Modellbauer könnten im Schweller- und Heckbereich durchaus die Feile ansetzen – farblich in Bleimennige-Orange, Rostschutz-Rot oder Grundier-Grau abgesetzte Ausbesserungen waren beim Ascona B in den 80er- und 90er-Jahren schließlich absolut vorbildgerecht!

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Mit dem bereits aus den News (siehe dort) bekannten Bild von PCX87/Model Car World sei diese Kurzvorstellung ergänzt. Weder das Polizei-Modell noch der SR haben es in die Einkaufstüte geschafft. Die hessische Polizei-Version lag mir geographisch zu weit weg, und der SR erinnerte mich zwar an das Wiking-Modell, verfehlte mit seiner Farbgebung aber meinen persönlichen Geschmack. Man muss ja nicht alles sammeln. Der SR zeichnet sich durch sein schwarzes (Vinyl-?) Dach und die sportlich matte Motorhaube aus. Dagegen wirkt die Polizei-Ausführung natürlich bieder, aber in grün/weißer Ausführung eben landestypisch und absolut passend für die damalige Zeit.


Und sonst so?

Das Wiking-Modell des zweitürigen Opel Ascona B erschien bereits 1978 in für die damalige Zeit typischer Konstruktion aus wenigen Teilen: Bodenplatte mit integriertem Grill, Scheinwerfern und Stoßstangen, Innenausstattung (anfangs mit separatem, später mit angegossenem Lenkrad), Scheibeneinsatz und Karosserie. Meine eigenen alten Spielkameraden in Hellblau und Orange habe ich im Fundus auf die Schnelle leider nicht wiederentdeckt.

Durch die in die Bodenplatte integrierte Frontschürze war diese beim Wiking-Modell ab Werk natürlich abweichend vom Vorbild in silbernem Kunststoff gehalten. Hier wählt die Neukonstruktion von PCX87 mit ihrem separaten Bauteil den flexibleren, wenn auch nicht immer passgenauen Weg. In den jüngsten, aufwendig bedruckten und teils neu lackierten Varianten macht der Wiking-Oldie neben dem PCX87-Modell aber immer noch eine erstaunlich passable Figur.

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Um die Formgebung exakt einzuordnen, haben wir den Neuling direkt neben seine ehrwürdigen Weggefährten von Wiking aus den 70ern gestellt. Auf den Bildern links flankieren zwei Modelle der jüngsten Wiking-Dekorationsoffensive einen Ur-Ascona aus der Erstauslieferung. Hier werden die Unterschiede und vor allem die gelungenere Hecklinie des Wiking-Klassikers überdeutlich.

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Natürlich darf am Ende die Parkposition eines Modells von PCX87 neben einem recht aktuelle Ascona von Wiking nicht fehlen. Die spätere Umsetzung von Euromodell (IMU) findet sich vergleichend neben einem Modell von PCX87 gestellt. Sie ist etwas aufwändiger konstruiert als das Wiking-Modell, driftet bei den Proportionen jedoch leicht ab und kann aus heutiger Sicht – zumindest direkt aus der Schachtel – nicht mehr wirklich überzeugen.

Text: Andreas Plogmaker; Modellfotos: Andreas Plogmaker, Friedrich Auffenberg (4) und PCX87/Model Car World (1); Vorbildfotos: Andreas Plogmaker

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