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Bericht
von Sven Wisotzki am Donnerstag 15. Oktober 2026, 16:45
Modellvorstellung: Opel Manta CC von PCX87
Als der Opel Manta A noch vom Band lief, gab es von Ford schon den modernisierten Capri II. VW brachte den Scirocco raus, der für frischen Wind auf dem Coupé-Markt sorgte. Auch der japanische Toyota Celica wurde immer beliebter und aus Frankreich kamen die bei uns eher als Exoten geltenden Renault 15/17. Gegen diese sportlichen Ableger wirkte das schöne gelungene Design des Manta A in die Jahre gekommen.

Wer A sagt, muss auch B sagen - Der Opel Manta B CC - Praktisch, elegant oder beides?

1975 war die Zeit für den neuen Opel Manta B mit bewährter Technik in einem frischem Design gekommen. Die Optik entsprach dem Zeitgeschmack und innovativ war der integrierte Überrollbügel, der für mehr Sicherheit im Dachbereich sorgte und von außen nur als B-Säule erkennbar war. Während die Konkurrenz fast immer eine praktischen Heckklappe bot, musste der Manta sich mit einem Kofferraum nach dem klassischen Stufenheck-Konzept begnügen.

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Opel reagierte und brachte 1978 den Manta CC auf dem Markt, der nun mit einer Heckklappe versehen war, und ein gestrecktes Design aufwies. War er jetzt einfach praktisch, vielleicht sogar elegant, oder gar beides - es war und ist Geschmackssache. Obwohl das Konzept auch neue Kunden überzeugen konnte, wurde der Manta CC kein Renner: Bauzeitbereinigt wurde der klassische Manta B mehr als doppelt so oft gebaut wie die CC-Variante und bezogen auf die ganze Produktion waren es sogar 4,5-mal mehr, weshalb der Manta CC deutlich seltener anzutreffen ist.
Besonders preiswert im Manta-Programm waren der GT-J, welcher durch Verzicht auf Chrom und Ausstattung für junge Autofahrer erschwinglich wurde. Wer Wert auf Leistung legte, nahm den Manta E als günstige Alternative zum GT/E.

Apropos erschwinglich: Unter dem Motto „Autofahren muß erschwinglich bleiben“ erschien 1981 der Manta Magic. Dieser war mit Recaro-Sitzen, Dekor-Streifen, Leichtmetall-Felgen und dem Zweiliter-Motor ein reichhaltig ausgestatteter Manta zum fairen Preis. Ohne Modellpflegen ging es auch beim Manta nicht und so wichen die Metall-Stoßstangen 1979 schwarzen Kunststoff-Stoßfängern. 1982 wurde die Frontpartie durch eine Frontschürze aus einem Stück und nun vier anstatt wie bisher zwei Luftschlitzen geändert.

Die Motoren-Auswahl war riesig. Über die Modelljahre verteilt gab es von 1,2 L-Hubraum bis 2,0 L ein vielfältiges Programm. Opel unterschied die Motoren zusätzlich in N (für Normalbezin 91 Oktan), S für für höher verdichtete Vergasermotoren (für Normalbezin) und E für Einspritzer (für Super). Allerdings war im Frühjahr 1981 Schluss damit. Opel bot nur noch drei Motoren zur Auswahl: 1,3 S, 2,0 S und 2.0 E. Der moderne OHC-Motor kam später zusätzlich als 18 S. Den 2,4 L-Motor des Manta 400 gab es für den CC leider nie. Zum Schluss hielt sogar noch die erste (ungeregelte) Katalysatoren Generation Einzug beim Manta.

Zu Beginn und auch nach dem Ende der Manta B Ära gab es teilweise Bedenken, sich im Manta lächerlich zu machen. Da waren Anfangs die peinlichen Werbekampagnen, wo in den Anzeigen zum Beispiel stand „Ich träumte, ich wäre im neuen Opel Manta mit Caroline durch Monaco gefahren“ oder auch „Ich träumte, ich hätte im neuen Opel Manta dem Champion den Grandprix abgejagt“ . Das soll tatsächlich Kunden abgehalten haben, sich einen Manta zu kaufen. 1991 kam der Film „Manta Manta“ in die Kinos, wo auch die schon erwähnten Klausi und Axel vorkommen, wie auch auch jede Menge Manta-Witze, wie „Was geht einem Manta Fahrer bei einem Unfall als Letztes durch den Kopf? Der Heckspoiler“. Im Gegensatz zu diesem erfolgreichen Film gab es in dem ebenfalls 1991 erschienenen Streifen „Manta – Der Film“ einen Manta CC (Der war sogar schwimmfähig!), mit Hotte am Steuer. Hier wurde die Peinlichkeit, einen Manta zu fahren, besonders thematisiert. Und ja, obwohl es „nur“ Filme waren über einen Bauern-Porsche, gab es tatsächlich in den 90ern Zeitgenossen, die deswegen nicht im Manta gesehen werden wollten.

Nun aber zum Modell

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Lange musste man auf einen Manta im Maßstab 1:87 warten, wobei 1993 IMU mit dem Manta A und auch dem B (ab dem Jahr 2000 unter Euromodel) den Startschuss gab. Wiking nahm sich ebenfalls im Jahr 2000 des Manta A an und vor nicht allzu langer Zeit (2023) auch des Manta B in der Ur-Ausführung (wir berichteten), wie es auch herpa bereits 2010 tat (wir berichteten). PCX87 beglückte dann die Sammler mit dem Manta B in der letzten Version als GSi, als Mattig Breitbau (wir berichteten) und dem Manta CC, um welches es hier geht.

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Auch in der zweiten Auflage liefert PCX87 herrlich zeittypische Lackierungen und ergänzt damit die vor langer Zeit vorgestellten Farben der Erstauslieferung. Somit wäre für den Manta Magic noch die Farbe weiß offen und für die einfachen CC gäbe es noch weitere schöne Farben, die man umsetzen könnte.

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Formal gibt es nichts auszusetzen, denn die Proportionen wirken stimmig. Auch die Qualität der Lacke und der Bedruckungen sind einwandfrei, wobei es in der Produktion schon mal zu Fehlern kommt. Auch Verarbeitungsmängel in Form von mit silberner Farbe ausgebesserte Chrom-Stoßstange (zum Glück recht unauffällig) oder statt der Opel-Sportfelge eine vom Jaguar XJ-C (leider sehr auffällig) sind festzustellen.

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Wo wir gerade bei den Rädern sind: Diese sind etwas zu groß geraten, aber die Felgen von der Umsetzung her dafür top. Und obwohl die Scheibenwischer auf der Verglasung geprägt sind, wirken sie nicht unförmig. Aber in diesem Bereich fällt auf, dass die Lüftungsschlitze unter der Frontscheibe gänzlich fehlen. Auch ist die Öffnung unter der Stoßstange, das Manta-Maul, etwas zu schmal geraten. PCX87-typisch gibt es keinen Innenraumspiegel und die Lackfarbe ist seitlich im Innenraum sehr präsent. Ein deutliches Plus gibt es für die Scheinwerfer, die auch eine sehr schöne Reflektor-Nachbildung haben. Ebenfalls gelungen sind die separat eingesetzten Außenspiegel. Dafür sind die Rückleuchten einfacher gestaltet, weil sie in der Karosserie-Form integriert und bedruckt sind.

Mein Fazit

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Insgesamt gefällt mir das Modell ganz gut und ich finde es gelungen, weil es beim Anblick Freude macht und man die typischen Manta-Merkmale sofort wiedererkennt. Die aufgezählten Defizite müssten heute, wie auch vor Jahren beim Erscheinen des Modells, nicht sein. Aber die Kosten stehen dem wohl entgegen.
Würde ich das Modell empfehlen? Auf jeden Fall. Würde ich raten beim Kauf auf Produktionsmängel zu achten? Auf jeden Fall, wenn auch der Manta CC wohl nicht zu den größten „Mängel-Kandidaten“ bei PCX zählt. Im Vergleich zur 87-fach verkleinerten deutschen Konkurrenz macht sich der Manta CC neben den Capri II ebenfalls gut: Sie kommen aus gleichem Hause und man kann sie somit direkt nach dem Unboxing nebeneinanderstellen. Dem Scirocco von Herpa ist das Alter anzusehen, wobei es aber ein wirklich solide umgesetztes Modell ist, das sich lohnt, aufgewertet oder besser neu aufgelegt zu werden. Der CC stand immer im Schatten seines bekannteren Bruders, des Coupés, obwohl seine Motortechnik nahezu identisch war. Das Coupé war halt eleganter. Und den CC umgab und umgibt teils noch heute das Image des Rentner-Mantas. Es ist erfreulich, dass PCX87 diesen Manta nicht vergessen hat und mit weiteren Ausführungen die bunte Welt der 70er Jahre ergänzt.

Bislang sind von die Versionen mit den Chrom-Stoßstangen und mit den beim Original 1979 eingeführten Kunststoff-Stoßfängern in attraktiven Farben erschienen:
  • 870100 blau-metallic - Modell 1978-79 mit Stahlfelge (2022)
  • 870101 rot Modell - Modell 1978-79 mit Stahlfelge (2022)
  • 870102 grün-metallic - Modell 1979-82 mit Alufelge (2022)
  • 870103 schwarz „MAGIC“ - Modell 1979-82 mit Alufelge (2022)
  • 870258 orange - Modell 1979-82 mit Stahlfelge (Model Car World Sondermodell)
  • 871572 hellgelb/schwarz „SR“ - Modell 1978-79 mit Stahlfelge (2026)
  • 871573 rot-metallic - Modell 1978-79 mit Stahlfelge (2026)
  • 871574 silber „MAGIC“ - Modell 1979-82 mit Alufelge (2026)
  • 871575 beige-metallic - Modell 1979-82 mit Alufelge (2026)
Als kleiner Epilog mit Zeitkolorit:

Warum gab es so eine große Auswahl an Motoren für Normal- oder Superbenzin und Motoren mit teils gleicher PS-Leistung aber verschiedenen Hubräumen?

Zum einen war Normalbenzin günstiger, aber nicht immer sparsamer im Vergleich mit volumengleichen Motoren für Superbenzin, wobei aber auch die PS-Zahl bei den Versicherungen eine Rolle spielte. Bei den Motoren aus diesen Zeiten wurde zudem oftmals verbleites Benzin der Klopffestigkeit und Schutz der Ventilsitze wegen empfohlen. Jedoch war für „Normal verbleit“ 1988 Schluss, so dass man noch bis 1996 auf „Super verbleit“ umsteigen konnte – dem Benzin, was den Manta um gut 10 cm tiefer macht, sofern man Axel sein Tipp an Klausi glauben darf. Nach der Abschaffung des verbleiten Benzins, blieb nur noch Blei-Ersatz als Zusatz beim Tanken einzufüllen.

Text: Sven Wisotzki; Fotos: Andreas Plogmaker und Sven Wisotzki (1)

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