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Bericht
von Mo87-History am Montag 26. Oktober 2026, 09:37
Kurz vorgestellt: Ford FK Taunus Transit Bus von Wiking - reloaded
Diese Modellvorstellung ist eine ältere Modellvorstellung, die seit einiger Zeit offiziell nicht mehr abrufbar war. Durch Foren-Updates und Serverwartungen konnten ältere Berichte nicht mehr übertragen werden. Nach und nach werden wir die Modellvorstellungen in dieser Rubrik wieder zugänglich machen und versuchen, die Berichte den ursprünglichen Autoren zuzuordnen. Außerdem versuchen wir, die Berichte mit größeren Bildern aufzufrischen, sofern die Originalbilder noch vorliegen. Die Berichte entsprechen dem Stand der "Drucklegung" und werden nicht um Varianten ergänzt, die seitdem erschienen sind. Die Modellvorstellungen sind insgesamt genauso als Retrospektive zu betrachten wie etwaig genannte Preise (UVP). Seid gespannt auf mehr. Aktuelle Modellvorstellungen und sämtliche Reloads findet Ihr im Inhaltsverzeichnis - sortiert nach Automarken - wieder.

Die Modellvorstellung des Ford FK Taunus Transit Bus von Wiking ist erstmals am 08.06.2011 auf der Hauptseite von mo87 veröffentlicht worden. Bei Wiking gab es bereits als eines der ersten verglasten Wiking-Modellautos 1957 einen solchen Transit - unerständlicherweise nur - als Kastenwagen, so dass mit dem Revival aus neuen Formen Erinnerungen wachgerufen wurden. Im Anschluss realisierte Wiking sogar den normalen Bus und den Kastenwagen. So sehr das Vorbild auch begeistert, so mutig ist die konstruktive Modellumsetzung: Über den wilden Baujahresmix wird vornehm geschwiegen, und die unglückliche zweiteilige Konstruktion verkauft man am besten als Belüftungsschlitz. Dass diese klaffende Fugen die eigentlich übergangsfreie Linienführung des Kölner Transporters einen negativen gesamteindruck hinterlassen, bleibt leider unerwähnt. Baujahresmix? Vordere Radläufe bis 1959/60, der (hier nicht gezeigte) Kasten mit den Markenemblemen der Anfangsjahre bis 1958, Heckabschlußblech ab 1962/63, Rückleuchten und Blinker ab 1957 passen. Der gezeigte Bus hat damit die alten Radläufe und kann kein "Taunus Transit" mit den neuen Typbezeichnungen sein.


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Eine Modellvorstellung von Marc Schmidt.

Kölsche Jong

Mit etwas Verspätung kam mit den April-Neuheiten (Anm. aps: Bitte dran denken ... 2011) Wikings Ford Taunus Transit Panoramabus in den Handel. Mit einer Bauzeit von 1953 bis 1968 gehört der leichte Kölner zu den langlebigen Nutzfahrzeugen.

Vorbild

März 1953: Den VW Transporter gab es seit vier Jahren. Sein Erfolg war auch in Köln nicht unbemerkt geblieben; und so kam Fords kompakter Eilfrachter für die Fachwelt nicht überraschend. Hinter dem Transporter mit einer Tonne Nutzlast stand Dr. Afred Haesner, der zuvor Entwicklungsleiter bei Volkswagen gewesen war. Bei aller konzeptionellen Ähnlichkeit kopierte Haesner sich aber nicht schlicht selbst: Wie der T1 ein Frontlenker, wurde der Motor des Ford FK 1000 (FK stand für Ford Köln) im Gegensatz zum Wolfsburger Vorbild jedoch zwischen den Vordersitzen platziert. Auch Ford griff auf eine Maschine aus dem Personenwagenprogramm zurück. Der 1,2 Liter große Reihenvierzylinder leistete 38 PS (13 mehr, als der VW bot!) und stammte aus dem Taunus 12M. Damit wurde der Lieferwagen bis zu 95 km/h schnell. Doch trotz des Geschwindigkeitsvorteils blieb der FK 1000 stets die einfachere, weniger routiniert verarbeitete und lange nicht so intensiv modellgepflegte Alternative zum VW Transporter. Aber er war eine Alternative. Und verkaufte sich zwischen Frühjahr 1953 und Ende 1965 fast 256.000 Mal: als Kasten, Kombi, Achtsitzer-Bus und Pritschenwagen.

Ab 1955 gab es den stärkeren 1,5-Liter-Motor mit 55 PS aus dem Taunus 15M, der dem Nutzfahrzeug den Beinamen "Renntransporter" eintrug, ab 1958 wahlweise eine Variante mit 1,25 Tonnen Nutzlast (FK 1250) sowie statt der Stahlpritsche des bisherigen Pritschenwagens wahlweise eine größere, aber auch höher montierte Holzpritsche. 1961 taufte Ford das leichte Nutzfahrzeug vom sachlichen FK 1000/1250 zum klangvolleren Taunus Transit 1000/1250 um, später im Jahr kam der achtsitzige Luxus- oder Panoramabus auf den Markt. Nach unten ergänzten der Taunus Transit 800, nach oben der 1500 mit hinterer Doppelbereifung und Pressstahl-Kastenrahmen das Programm. (Anm. aps: siehe auch Epilog am Schluss)

Modell

Natürlich hat schon längst ein Hersteller ein Auge auf ein so erfolgreiches und langlebiges Wirtschaftswunderauto geworfen: Seit 1998 gibt es den Ford FK 1000 von Roco als Kasten und Kombi und davon abgeleitetes Feuerwehrfahrzeug mit Vorbaupumpe. Ein einfaches Modell ohne eingesetzte Scheinwerfer und Rückleuchten, aber perfekten Proportionen und sehr guten Gravuren. Als Feuerwehrfahrzeug aus Perwang ist der Eintonner derzeit sogar im von Herpa vertriebenen Minitanks-Programm gelistet. Zwei Kastenwagen, ein Polizeibus und eine Draisine hingegen meldet die Herpa-Produktdatenbank als ausverkauft.

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Existierende Wettbewerbsprodukte haben Wiking noch nie von einer Eigenentwicklung abgehalten, letztes Beispiel: die Goggomobil Limousine. Nun hat es den Ford Frontlenker erwischt. Erster Eindruck: tolle Dekoration, ausgezeichnete und trennscharfe Zweifarb-Lackierung, sehr gute Detaillierung, viele Einzelteile und zeitgemäß einzeln eingesetzte Scheinwerfer (mit Silberrand) sowie Rückleuchten. Dass Wiking Außenspiegel beilegt (und hier auch an die Montagelöcher denkt), ist eine neue und positive Entwicklung. Die Silberung der separaten Stoßstangen, des Kühlergrills, der Scheibenwischer sowie der Türgriffe überzeugt, die Schriftzüge "Taunus Transit" an Front und Heck mitsamt des Kölner Wappens dazwischen sind präzise aufgedruckt. Auch Maßstab und Proportionen wurden prima getroffen, die Riffelung der unteren Fahrzeugkanten wurde nicht vergessen.

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Im Gegensatz zu Roco bietet Wiking zudem den Panoramabus an, der sich durch je drei längliche Dachfenster auf jeder Fahrzeugseite und seitlich herumgezogene Heckfenster auszeichnete und die serienmäßige, dreifach in der Höhe verstellbare "Passat"-Dachluke aus Plexiglas für zugfreie Belüftung mitbrachte. Dass Wiking vom Taunus Transit und nicht vom FK 1000 spricht, macht also Sinn, denn diese Bauform gab es erst nach der Umbenennung 1961. Weitere Karosserievarianten als Kasten, Kombi mit vorbildgerecht anderen Heckfenstern als der Luxusbus sowie Halbbus zeigte Wiking in Nürnberg noch als Silberlinge, wie unser Foto von der Spielwarenmesse zeigt.

Dass Wiking zuletzt die Einheitsfelge reaktiviert, macht sich beim Taunus Transit bemerkbar, der auf den Radsätzen - ausgerechnet! - vom VW T1 rollt. Damit kann man leben. Nicht sonderlich glücklich hingegen sind die zu kleinen Fenster, die im direkten Vergleich mit dem Roco-Kleinbus eher störend auffallen.

So ist das Fazit etwas unentschlossen: Exzellenter Dekorierung und wunderbarer Detaillierung steht ein kleiner Faux-pas im Formenbau gegenüber, der das Konkurrenzprodukt von Roco zwar als erheblich einfach gestrickt, gleichwohl überzeugender in Form gebracht dastehen lässt. So lässt Wikings Linie im Youngtimer-Bereich nach wie vor ein wenig zu wünschen übrig - was die Zahl der Doppelentwicklungen, aber auch deren Umsetzung betrifft.

Wiking 0289 99 - Ford Taunus Transit Panoramabus, hellgrün/dunkelgrün und seit Ende April im Handel.

Text und Fotos (Vorbild/Modell): Marc Schmidt

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Epilog zum Vorbild: Vom Mythos des „Bulli-Vaters“ und Kölner Design

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Anders als sonst in den Vorworten zu den Reloads möchte ich (aps) zusätzlich etwas zur Vorbildgeschichte anmerken. Denn wer tiefer in der Historie des Kölner Transporters gräbt, stößt unvermeidlich auf den Namen Alfred Haesner. In der Fachliteratur wird der Ex-VW-Konstrukteur nur zu gern als universeller „Vater von VW T1 und Ford FK Taunus Transit“ in Personalunion gefeiert. Ganz so simpel war die automobile Vaterschaft aber nicht: Als Haesner 1952 von Wolfsburg nach Köln-Niehl wechselte, war das Grundkonzept des FK 1000 unter dem Werkskürzel G13T (die 1 steht bei Ford traditionell für das Entwicklungsjahr 1951) längst beschlossene Sache – sein Einstieg ist also eher als Seiteneinstieg zu sehen. Nichtsdestotrotz könnte er maßgeblich an der Überarbeitung zum Typ G43T (4 für das Entwicklungsjahr 1954) beteiligt gewesen sein: Ab dem Modelljahr 1955 wanderte der Motor von der Position vor der Vorderachse direkt auf die Achse – was dem Transporter eine wesentlich ausgewogenere Gewichtsverteilung bescherte. So ganz richtig ist die Mär vom "gleichen Vater" also nicht. Wie auch immer: Haesners genaue Aktivitäten bleiben mangels offener Aktenlage irgendwie nebulös und sein weiterer beruflicher Werdegang gleitet ins Unbekannte ab.

Seiner Zeit voraus war der Kölner Frontlenker ohnehin. Mit seiner modernen, übergangsfreien Schnauze setzte der Ford stilistische Maßstäbe, an denen sich die europäische Konkurrenz spürbar orientierte. Sowohl der Fiat 1100 T (ab 1957) als auch die französische Renault Estafette (ab 1959) zeigten konzeptionell wie auch beim freundlichen "Flachnasen-Gesicht“ erstaunlich viele Parallelen. Der FK 1000 war anscheinend – neudeutsch formuliert – ein echter Trendsetter für die europäischen Nutzfahrzeug-Designer der späten Fünfziger.

Ein Epilog von Andreas Plogmaker

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