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von Mo87-History am Freitag 30. Oktober 2026, 14:04
Kurz vorgestellt: Morris Mini Minor von Wiking mit Herpa-Blick - reloaded
Diese Modellvorstellung ist eine ältere Modellvorstellung, die seit einiger Zeit offiziell nicht mehr abrufbar war. Durch Foren-Updates und Serverwartungen konnten ältere Berichte nicht mehr übertragen werden. Nach und nach werden wir die Modellvorstellungen in dieser Rubrik wieder zugänglich machen und versuchen, die Berichte den ursprünglichen Autoren zuzuordnen. Außerdem versuchen wir, die Berichte mit größeren Bildern aufzufrischen, sofern die Originalbilder noch vorliegen. Die Berichte entsprechen dem Stand der "Drucklegung" und werden nicht um Varianten ergänzt, die seitdem erschienen sind. Die Modellvorstellungen sind insgesamt genauso als Retrospektive zu betrachten wie etwaig genannte Preise (UVP). Seid gespannt auf mehr. Aktuelle Modellvorstellungen und sämtliche Reloads findet Ihr im Inhaltsverzeichnis - sortiert nach Automarken - wieder.

Die Modellvorstellung des Morris Mini Minor von Wiking ist erstmals am 13.11.2015 auf der Hauptseite von mo87 veröffentlicht worden. Perfekt ist er nicht. Geht die Front als zuträglich durch, verlässt uns am Heck der Weisheit letzter Schluss, was angesichts des gegenüber dem Herpa-Modell deutlich älterem Vorbilds leider bedauerlich ist. Auch mit der Variantenvielfalt, wie abschließend erwähnt, wurde es bislang nennenswert auch nichts. Alles typisch Wiking eben. Leider.


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Eine Kurzvorstellung von Jens Müller.

Wiking arbeitet sich durch die automobilen Klassiker schlechthin: Citroen 2CV, VW Käfer, Renault 4. Da muss irgendwann der klassische Mini anstehen, 1959 mit vollem Namen als Morris Mini Minor (und von den Kollegen von Austin als baugleicher Seven) angeboten.

Auf der Suche nach der Perfektion?

Ähnlich wie der Käfer gehört der Mini zu den absoluten Automobilklassikern, die nicht nur eine gute, sondern eine perfekte Miniatur verdient haben. Nach wie vor existiert kein perfektes Käfermodell in 1:87. Beim Mini sieht es deutlich besser aus. Mit Hinblick auf die angestrebte Perfektion hüllen wir über das uralte Eko-Modell und die in der Bub-eigenen Formensprache umgesetzte Miniatur den Mantel des Schweigens. Das über 20 Jahre alte Herpa-Modell, das bereits in gefühlt weit über 100 Varianten auf dem Markt kam, ist der Benchmark: Es überzeugt auch heute noch durch eine absolut stimmige Formwiedergabe und wird komplettiert durch Highlights wie die erstmals eingesetzten gedrehten Scheinwerferringe, durchbrochene Minilite-Räder, den frei stehenden Innenspiegel sowie einen separaten Dachaufsatz, der Mitschuld war an der im oberen Bereich etwas zu kurzen Frontscheibe. Eine zweite Schwachstelle ist die etwas hochliegende Karosse. Die wuchtigen Breitreifen können dies ein wenig kaschieren.

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Genau diese beiden Fehler korrigiert das Wiking-Modell, das den 59er Mini Minor zum Vorbild hat. Es kauert dichter am Boden, und die Frontscheibe ist vorbildgemäß etwas höher gezogen. Während beim Herpa-Modell das Lenkrad an das Armaturenbrett angespritzt ist, spendierten die Lüdenscheider Formbauer ein separat eingesetztes Teil auf der linken Seite des Armaturenbretts, in dem auch der Zentraltacho angedeutet wird. Ein weiteres Plus zum Dietenhofener Modell sind die gravierten und verchromten Scheibenwischer, die dem Preiserlein die ebenfalls silbern eingefasste Frontscheibe sauberhalten. Auch Rahmen von Heck- und hinterem Seitenfenster, Türgriffe und Zierleisten sind silbern lackiert. Morris-Emblem auf der Motorhaube sowie der Mini Minor-Schriftzug auf dem Kofferraumdeckel sind sauber aufgedruckt. Die kleinen Rücklichter der Urversion wurden im Gegensatz zum Herpa-Modell nicht eingesetzt, sondern dunkelrot bemalt. Die Chromringe um die Frontscheinwerfer sind keine separaten Teile und lediglich silbern bemalt. Die Scheinwerfer sind transparent eingesetzt und silbern hinterlegt. Verglichen mit dem Herpa-Modell wirken sie jedoch dunkler, ohne dass sie gleich in die Kategorie der berüchtigten schwarzen Löcher fallen. Der Grill ist ein planes separat eingesetztes Teil, das weiß bedruckt wurde. Durch diese Ausführung lassen sich weitere Varianten einfach realisieren.

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Trotz gleichem Radstand ist das Wiking-Modell etwas wuchtiger ausgefallen. Die Stoßstangen sind dicker und breiter geraten und verdecken die Chromleiste rechts und links im Auslauf des Schnurrbart-Grills. Das Dach ist ca. zwei Millimeter länger als das des Herpa-Minis, ohne dass dadurch die Proportionen ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen werden. Störender finde ich, dass das Heckblech unterhalb der Stoßstange für meinen Geschmack zu weit heruntergezogen wurde. Vielleicht ein Tribut an die amerikanische Sicherheitsauflagen erfüllenden Stoßstangen?

Das Blech besteht beim Wiking-Modell aus durchgefärbtem Kunststoff, eine Lackierung würde den ansonsten positiven Eindruck weiter verbessern. Für den Bastler interessant ist die Demontage: Ähnlich wie beim Herpa-Modell gestaltet sich diese auch beim Wikinger als Herausforderung, weil sich die auf Spannung eingesteckten Stoßstangen schlecht lösen lassen. Bruch ist unterhalb der Befestigung der vorderen Stoßstange nicht auszuschließen.

Vorzüge des neuen Wiking-Modells:
  • Ergänzt das Herpa-Modell späterer Baujahre sowie den Kombi von Brekina um die Urversion (Morris Mini Minor, baugleich mit dem Austin Seven)
  • Füllt damit eine Marktlücke, nicht nur für eingefleischte Mini-Fans
  • Kauert vorbildgemäß tief am Boden
  • Detailliertes Modell in typisch Wikingscher Formensprache mit schönen Detailbedruckungen
Nachteile:
  • Zu dicke und breite Stoßstangen
  • Kein Außenspiegel
  • Etwas einfach gestaltete Räder
  • Kleinere Mängel bei den Proportionen
  • Chromteile nur silbern bemalt und nicht feinverchromt
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Abb.: Der Mini als Kombi von Brekina sowie das Herpa-Modell im Vergleich mit dem von Wiking.

Um auf die eingehende Frage einzugehen: Perfekt ist auch das Wiking-Modell nicht, und das war auch nicht ernsthaft zu erwarten. Es verlängert das Angebot guter Modelle um eine weitere, diesmal in der Formensprache Wikings gehaltene Miniatur, die ihre Berechtigung dadurch findet, dass sie ein Vorbild hat, von dem bislang noch kein 87er existiert. Neben den Modellen von Herpa und Brekina kann es sich gut sehen lassen. Der empfohlene Verkaufspreis von 10,99 Euro liegt leicht unter dem der Wiederauflage des Konkurrenten aus Dietenhofen. Eine zügige Vermehrung des Wiking-Modells um weitere Varianten - auch als Rechtslenker - ist abzusehen und zu begrüßen.

Text und Fotos: Jens Müller

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