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Bericht
von Andreas Plogmaker am Freitag 6. November 2026, 12:35
Kurz vorgestellt: Hyundai i30 N von PCX87
Krawall für den Alltag

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Wer glaubte, Korea könne nur vernünftig, wurde 2017 vom i30 N eines Besseren belehrt. Das Facelift von 2021 legte noch eine Schippe drauf – und macht den kompakten Krawallmacher endgültig zum absoluten Hot-Hatch-Liebling der Szene. Nicht umsonst sieht man im Straßenverkehr zumeist junge bis mittelalte Fahrer darin sitzen, wohlwissend, viel Kawumm für vergleichbar weniger Geld als von VW oder BMW unter dem Hintern zu haben. Ursprünglich als Kompaktauto angeboten, tat es Hyundai allen anderen Marken nach und versportlichte es zu einem neuen Gesamtpaket. Das Rezept ist dabei ein 2,0-Liter-Turbo mit 280 PS (im Performance-Paket), ein sportliches 6-Gang-Schaltgetriebe oder ein schnelles 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (N DCT) sowie eine elektronische Vorderachssperre, die den Wagen förmlich um die Ecke zieht.

Die Klappenauspuffanlage spratzt und brabbelt ab Werk so sonor und rotzig, dass mancher Sportwagenbesitzer an der Ampel neidisch werden könnte. Der Fahrer weiß, er fährt keinen weichgespülten Vertreter-Kombi, sondern ein kompromisslos ehrliches Werkzeug für die Landstraße. Die mechanische Härte und das präzise Einlenkverhalten machen süchtig – so die einhellige Meinung nicht nur der automobilen Fachpresse. Trotz Rennstrecken-Genen und Schalen-Sportsitzen bleibt er ein voll alltagstauglicher Fünftürer inklusive Kisten-Schleppen im Kofferraum. Rennstrecken-Gene? Ja, das N wird nicht nur Namyang (Hyundais weltweites R&D-Zentrum in Korea, wo die Idee entstand), sondern letztlich auch mit dem Nürburgring (wo das Fahrwerk auf der Nordschleife abgestimmt wurde) assoziiert. Gleichzeitig bildet das Logo die Form einer Schikane ab. Der i30 N ist also kein leises Vernunftauto, sondern ein emotionaler Gegenentwurf zum Einheitsbrei – extrem gefragt, weil er maximale Emotion fürs Geld liefert.

Warum sollte solch ein Wagen nicht auch im Maßstab 1:87 gefällig sein? PCX87 hat ihn ausgewählt, nicht den i30 Alltagswagen, sondern den sportlichen i30 N der immerhin ebenso zum präsenten Alltag zählt wie seine konservativen Geschwister vom Fertigungsband.

Für die kleine Kurzvorstellung brachte der Einkauf ein hellblaues (Performance Blue, der epische Lack für den i30 N) und ein dunkelgraues (Shadow Grau, eher ein Kampfjet-Look) Exemplar mit jeweils mattschwarzem Dach und nicht wirklich hochglänzendem Lack und schwarzen Felgen.

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Gefühlt scheinen die Formen im direkten Vergleich mit Vorbildfotos getroffen, wobei die üblich dicken Karosseriefugen – wir erwähnen es nicht immer – mittlerweile zum bedauerlichen Alltag zählen. Hinzu kommen relativ massige Karosseriestärken, so dass die Verglasung sehr weit hinter Fensterbänken liegt. Dank schwarzer Einfassung fällt es aber nicht gleich auf. Um bei der Verglasung zu verharren: „Passt nicht und hat Luft“. Zwischen den Fensterstreben der Frontscheibe ist es luftig – nicht nur im Makroblick erkennbar.

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Dafür haben die Außenspiegel bedruckte Spiegelflächen. Die Bedruckung mit den feinen Logos ist gut gelungen, so dass aus dem normalen Abstand das Modell seine Wirkung nicht verfehlt. Über die Ladentheke kamen zwei Modelle mit schwarzen Felgen. Zur Erstauslieferung gehörten zudem ein weißes Modell mit goldenen und ein rotes Modell mit silbernen Felgen. Die Feinheiten wären dann aber besser zu sehen gewesen. Die Radmuttern sind gesilbert, das zweifarbige N auf der Nabe wiederzufinden. Der Modellkauf ging allerdings rein nach der Außenfarbe der Karosserie.

Die silbern ausgeführten Auspuffrohre am unteren Rand der Heckblende werden von dem sportlich roten Streifen eingerahmt und sichern nach dem Überholvorgang das sportliche Prestige. Schriftzüge und Logo befinden sich an der richtigen Stelle. Die Rückleuchten besitzen eine gelungene LED-Optik. Auch an der Front zieren die Scheinwerfer die übliche Signatur, während die Außenspiegel sogar die integrierten Blinker erhalten haben. Der bereits erwähnte Lackauftrag ist im Einklang mit den Fugen weder Fisch noch Fleisch. Er wirkt insgesamt dick und etwas glupschig.

Schön, dass der Koreaner einen Platz in der H0-Autowelt gefunden hat. Leider trüben Umsetzungsmängel das Bild des ansonsten gewohnt gut dekorierten Sportwagens. Die Freunde von Alltagsautos werden die biederen Standardversionen vermissen. Die sportlicher ambitionierten Bastler und Sammler freuen sich über ein weiteres Modell im Reigen der Performance-Fahrzeuge frisch von der Essener Motor Show.

Text und Fotos: Andreas Plogmaker

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